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Die TV-Serie "Life on Mars" (lief hier vor kurzem bei Kabel 1) macht schwulen Schülern das Leben schwerer, meint die britische Lehrergewerkschaft.

Von Dennis Klein

"Life on Mars" gehört derzeit zu den Top-Serien beim britischen TV-Marktführer BBC One. Rund acht Millionen Briten verfolgten diese Woche die letzte Folge der zweiten Staffel. Auch in Deutschland sahen sich in der Spitze über eine Millionen Menschen die Krimiserie mit Mystery-Elementen an, in der der Polizist Sam Taylor (dargestellt von John Simm) plötzlich von der Gegenwart ins Jahr 1973 zurückgeworfen wird – und dann mit neuen Methoden Kriminalfälle der Vergangenheit löst. In der Serie benutzt vor allem Sams neuer Chef, der abgebrühte Kommissar Gene Hunt (Philip Glenister), sexistische, rassistische und homophobe Bemerkungen.

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Die Lehrergewerkschaft (NASUWT) kritisiert, dass die Serie auch ein Weltbild der Vergangenheit propagiert, in dem Schwule, ethnische Minderheiten und Frauen diskriminiert werden. "Wenn beleidigende Wörter wie 'Fairy Boy' (eine abwertende Bezeichnung für einen Schwulen) verwendet werden, ist das sehr besorgniserregend. Denn wir wissen, dass das einer der Faktoren ist, warum junge Menschen an Selbstmord denken und warum sie auf dem Schulhof von Mitschülern schikaniert werden", erklärte NASUWT-Generalsekretärin Chris Keates während der jährlichen Konferenz der Gewerkschaft in Belfast. "Homosexuelle werden an unseren Schulen immer noch terrorisiert, ebenso wie andere Minderheiten", so Keates weiter. Sie sagte, die Serie solle nicht abgesetzt werden. Es sollte aber klargestellt werden, dass die Handlungen der Figuren keine Vorbildcharakter haben. Insbesondere Lehrer und Eltern hätten die Aufgabe aufzuzeigen, dass die "gute alte Zeit" für Minderheiten oft eine Tortur war.

Die BBC weist die Vorwürfe zurück: "Die kritisierte Figur ist ein extremer, stereotyper 70er-Jahre-Kerl und die Zuschauer verstehen und mögen seine direkte Art", so einer Sprecherin des Senders. Nicht alle Handlungen von fiktionalen Figuren könnten perfekt sein. "'Life on Mars' ist außerdem eine Serie, die nach 21 Uhr im Programm läuft und sich an erwachsene Zuschauer richtet." Ab dieser Zeit dürfen die frei empfangbaren Sender in Großbritannien auch Filme und Serien ausstrahlen, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind, sofern am Anfang der Sendung ein Warnhinweis erfolgt.

Die Fernsehkritiker sind überwiegend begeistert von der innovativen Erzählform von "Life on Mars". Die Serie wurde vor kurzem erst für zwei BAFTA-Awards nominiert, den höchsten Fernsehpreis auf der Insel. Außerdem ist derzeit eine US-Fassung geplant, die im Sender ABC laufen soll.

13. April 2007



10 Kommentare

#1 StefanAnonym
  • 13.04.2007, 17:18h
  • Es ist ja nett, dass sich Lehrer für Homo-Schüler einsetzen. Aber die Vorwürfe sind Quatsch. In dieser wunderbaren Serie wird sich nicht über Schwule lustig gemacht, sondern über die homophobe Haltung der 70er-Jahre-Polizisten, die im Übrigen von dem Kollegen aus der Jetzt-Zeit andauernd kritisiert wird. Die Serie ist da schon eher als Aufkärungsunterricht zu verwenden - auch weil man sich als aufgeklärter Mensch der eigenen Verwunderung stellen muss, dass die politisch nicht mehr korrekten Sprüche von DCI Hunt manchmal doch ganz passend und amüsant sind...
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#2 tuxAnonym
  • 13.04.2007, 17:41h
  • Wenn man bedenkt, das es auch heute noch in manchen Städten gang und gäbe ist, das Schwule beim verlassen von Lokalitäten durch die Polizei "nur mal so" kontrolliert werden, ist das noch nicht homophob.
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#3 MarcAnonym
  • 14.04.2007, 16:19h
  • @Stefan:

    Ich fürchte jedoch, dass Schüler (gerade solche, die eh zu Homophobie neigen) dies nicht verstehen und diesen Typen als Idol ansehen könnten und seine Sprüche benutzen.

    Kotzbrocken (selbst wenn sie als solche dargestellt werden) scheinen auf manche Menschen magische Wirkung auszuüben und diese mit Sprüchen und Rechtfertigung zu versorgen...
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#4 HansAnonym
  • 15.04.2007, 08:27h
  • Sie schreiben auch in Deutschland sahen 1 Millionen Zuschauer die Serie...

    Das stimmt nicht so ganz. Die letzte Folge sahen mal gerade noch 520 000 Zuschauer mit einen unterirdischen Marktanteil von 1,6 Prozent.
    Man könnte sagen kein Schwein interessiert sich für die Serie.
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#5 SaschaAnonym
  • 16.04.2007, 13:38h
  • Es ist immer wieder ermutigend zu sehen, dass in anderen Ländern ein wesentlich stärkeres Bewusstsein hinsichtlich der Diskriminierung und Verunglimpfung von Homosexuellen erreicht ist als hierzulande.

    Die britische Lehrergewerkschaft stößt schon zum wiederholten Male ein wichtige und notwendige Debatte an, während sich in Deutschland kein Schwein für die alltägliche physische Gewalt vor allem gegen junge Homosexuelle im schulischen Umfeld interessiert. Es ist eine Schande, dass die gemeinhin gutbetuchten deutschen Lehrer nicht mindestens ein ebenso hohes Maß an Engagement für diskriminerte und benachteiligte Gruppen an den Tag legen, wie dies in anderen Ländern offensichtlich der Fall ist.

    Was will man aber in einem Land erwarten, dessen Geschichte zwar mit unzähligen Verbrechen gegen die Menschheit und die Menschlichkeit gespickt ist, aber das bis zum heutigen Tage noch nicht einmal den Straftatbestand des Hassverbrechens (und dazu gehören gerade auch homophobe Schimpfwörter wie "Schwuchtel" oder die beleidigende Verwendung des Attributes "schwul", wie sie unter Jugendlichen extrem stark in Mode gekommen sind) kennt?!
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#6 ManfredAnonym
  • 16.04.2007, 18:31h
  • @Hans

    Deine Zahlen sind genau der Grund für diese "News" hier.
    Keine PR - Keine Zuschauer!
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#7 gab77Anonym
  • 16.04.2007, 18:41h
  • @Sascha

    was meinst Du denn konkret mit Hassverbrechen und wie soll der § den genau aussehen, kann Dir ämlich gerade nicht folgen.
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#8 antosAnonym
  • 16.04.2007, 20:17h
  • @ Sascha

    Ich finde den Standpunkt/das Statement der britischen Lehrergewerkschaft ehrenwert und notwendig. Schade, dass man hierzulande nichts Vergleichbares in vergleichbaren Fällen hört (ich wenigstens nicht).

    Was Du zum Thema 'Hate Crime' schreibst, kommt mir allerdings fragwürdig vor. Inwiefern sollte/könnte denn die (bloße) Verwendung von Schimpfwörtern unter den Straftatbestand Hassdelikt fallen? Meiner Ansicht nach ist das, wie nenne ich es?, sagen wir: 'Psychoterror', der, im schlimmsten Fall, in ein Hassverbrechen mündet, der dem 'Hate Crime' also vorausgeht.

    Ein Hassdelikt/-verbrechen wäre - so verstehe ich das - zum Beispiel, wenn einer einen anderen zusammenschlägt, weil er Schwule hasst (statt ihn zusammenzuschlagen, z. B. weil er sein Geld oder seine schicken Marken-Sneakers will etc.) - man definiert hier also offensichtlich (nur) die Art und Weise des Verbrechens genauer, indem man zusätzlich die Motivation herausstellt (sorry wegen sprachlicher Holprigkeit, bin halt kein Rechtswissenschaftler). Zu was ist das nütze - außer zur retrosprektiven Kategorisierung von Verbrechen?



    Was will man aber in einem Land erwarten, dessen Geschichte zwar mit unzähligen Verbrechen gegen die Menschheit und die Menschlichkeit gespickt ist, aber das bis zum heutigen Tage noch nicht einmal den Straftatbestand des Hassverbrechens (und dazu gehören gerade auch homophobe Schimpfwörter wie "Schwuchtel" oder die beleidigende Verwendung des Attributes "schwul", wie sie unter Jugendlichen extrem stark in Mode gekommen sind) kennt?!
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#9 antosAnonym
  • 16.04.2007, 20:37h
  • @ Sascha

    Ähm, der letzte Absatz ist nur eine Kopie aus deinem Post - um mich daran zu erinnern, worums geht ;-)
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#10 SaschaAnonym
  • 17.04.2007, 01:23h
  • @Antos:

    Na, zum Glück ist man in anderen Ländern auch hinsichtlich der Definition von Hassverbrechen sehr viel weiter, als das aus deinem Munde zu vernehmen ist.

    Was bitte ist es denn sonst, wenn jemand andere auf Grund ihrer "Andersartigkeit" mit Schimpfwörtern beleidigt oder verunglimpft???

    Muss man andere erst zusammenschlagen, damit derartige (verbal geäußerte!) Gesinnungen zu einem Straftatbestand werden??? In fortschrittlichen Ländern zum Glück nicht! Auch die US-Demokraten sind da inzwischen sehr viel weiter als das öffentliche Bewusstsein (auch unter Schwulen) hierzulande.
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