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London - Der britische Fußball-Star David James hat in einem Editorial der Tageszeitung "The Guardian" schwule Profi-Fußballer dazu aufgerufen, sich zu outen. Er habe selbst einige Freunde, die er gerne zu diesem Schritt ermutigen möchte.

"Wie lange soll es noch dauern, bis wir offen über schwule Männer reden können, die Profifußball spielen?" fragt der 36-jährige, der seit 1992 unter Vertrag steht. Die Medien macht er in seinem Aufruf zum Teil mitverantwortlich für die Angst, die unter seinen Kollegen mitunter herrscht. Jedes Gerücht würde gleich aufgegriffen mit enormen Folgen für das Privatleben der Stars. Auch er sei dieser Gerüchteküche ausgesetzt gewesen, da er als Model für Giorgio Armani und H&M gearbeitet hat, und weil er seine Teamkollegen nackt gemalt hat. "Ich war auch in einem Schwulenclub in Manchester, aber da war ich auch schon mit meiner Frau zusammen." James war verheiratet und hat vier Kinder.

Positiv bewertet er das Verbot, homophober Sprüche im Stadion, das jetzt greifen soll. "Das ist ein Anfang. Es braucht sicherlich noch eine Art neuen Helden, der sich als erster outet. Aber ich hoffe, zum Nutzen für den Fußball, das dies bald geschieht." (cw)



10 Kommentare

#1 PrinzesschenAnonym
  • 17.04.2007, 13:04h
  • Endlich mal 'ne Hete (ich gehe zumindest mal davon aus...), die sich offen und in großem Rahmen für mehr Öffentlichkeit einsetzt. Es gibt auch in D Fußballer, die dem Thema, wie man aus vereinzelten Äußerungen entnehmen kann, wohlgesonnen gegenüberstehen. Aber so was im "Guardian" zu sagen, ist eine Kategorie, auf die man hier wohl noch eine Weile warten kann.
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#2 AngelAnonym
  • 17.04.2007, 14:50h
  • Hm, bin nahezu begeistert von so einem Statment einer Hete - aber wo bitte ist rauszulesen, das er jemanden outen will ? Das sind Schlagzeilen wie bei der niveaulosen Zeitung mit den 4 großen Buchstaben ohne jeden faktischen Zusammenhang. Die Redaktion sollte sich da besser andere Lehrherren suchen !
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#3 Krzyszek
  • 17.04.2007, 15:25h
  • "Hm, bin nahezu begeistert von so einem Statment einer Hete - aber wo bitte ist rauszulesen, das er jemanden outen will ?" (Angel)

    Das steht nirgendwo - wohl auch deshalb, weil es sachlich falsch wäre. David James regt im "Guardian" vielmehr an, dass schwule Fußballer sich selber "outen", also selbst (!) zu ihrer Homosexualität bekennen sollen.
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#4 bastianAnonym
  • 17.04.2007, 20:09h
  • WARUM in aller Welt sollte sich ein Fußballer outen???

    Ich habe mir in meinem ganzen Leben bis heute nicht auf die Stirn tätowieren lassen: ICH BIN SCHWUL! Wieso auch - ich bin Mensch wie jeder auch... Oder habt ihr schon mal Heten gesehen, die durch die Stadt laufen und jedem mitteilen wollen, daß sie Hetero sind?!?!

    Das es mit Sicherheit genauso schwule Fußballer gibt, wie es schwule Pfarrer, Bäcker oder Bankdirektoren gibt ist wohl klar - aber ein Outing sollte die Sache eines jeden sein, ob er will oder eben nicht.
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#5 PrinzesschenAnonym
  • 18.04.2007, 00:38h
  • WEIL 1. es eine gigantische Schieflage gibt zwischen der Tatsache, dass es im Fußball sowohl unter den Akteuren als auch den Fans so viele Homos gibt wie im Rest der Gesellschaft, er die Gesellschaft also auch spiegelt, und dem immer noch dumpf antihomosexuellen Gewese, das in nahezu allen Klassen veranstaltet wird. Die Art und Weise, wie in diesem Sport mit Homosexualität umgegangen wird, wie homofeindliche Aggressionen im Stadion und auf dem Sportplatz offen und sanktionslos ausgelebt werden, ist unserer Zeit nicht mehr angemessen. Die einzige wirkungsvolle Gegenmaßnahme wären offen schwule Profis - möglichst viele. Dass es Homo-Fanclubs und Homo-Fußballvereine gibt, ist in diesem Zusammenhang im Grunde sogar ein wenig kontraproduktiv, weil sie das berühmte Ghetto-Prinzip auf den Fußball übertragen.

    WEIL 2. die allermeisten homosexuellen Spieler, sowohl in den Profiklassen als auch in den unteren Ligen, ihre Orientierung geheim halten, unterdrücken, sich verbiegen und auf geradezu lächerliche Weise allen anderen etwas vorspielen müssen, so lange Homosexualität im Fußball ein Tabu ist. Das ist eine absolut unmenschliche Situation für die Betroffenen - und übrigens auch nicht eben leistungsfördernd. Diese Tabuisierung kann nur bekämpft werden, indem sich schwule Spieler outen.

    Das war die Kurzfassung. Die Langfassung steht in diesen beiden Artikeln aus dem RUND-Magazin, die auch hier auf queer.de thematisiert wurden. Schon damals kam hier im Forum zur Sprache, das sei doch Privatsache; wenn man die Artikel liest, dürfte klar werden, dass genau dieses Denkmuster dazu beiträgt, dass die hochproblematischen Zustände im Fußball, aber auch in anderen Sportarten bestehen bleiben. Ich halte die Artikel jedenfalls für das beste, was zu dem Thema jemals in der deutschen Presse erschienen ist:

    Teil 1 von 2004:

    www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,324932,00.html

    Teil 2, zwei Jahre später:

    www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,453765,00.html
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#6 SaschaAnonym
  • 18.04.2007, 11:59h
  • Blödsinn, @bastian!

    Hast du schon einmal einen Hetero-Mann gesehen, der in irgendeiner Weise die Tatsache versteckt, dass er hetero ist??? Hast du schon einmal erlebt, dass ein Hetero-Mann sich in der Öffentlichkeit mit der Selbstdarstellung seiner sexuellen Identität in irgendeiner Weise einschränken lässt oder darauf verzichtet, sich selbstbewusst als das zu zeigen, was er ist???

    Nein, dieses reichlich kranke (!) Verhalten ist leider nach wie vor nur bei Homosexuellen anzutreffen - und es resultiert aus dem nach wie vor kranken gesellschaftlichen Status quo, der Toleranz mit Ignoranz nach dem Motto "Ist doch egal, ob jemand homo ist" gleichsetzt (leider gehen dieser dummen Logik auch viele Homos auf den Leim).

    Komischerweise wäre es aber keinem Hetero jemals egal, dass er hetero ist....
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#7 madridEUAnonym
  • 18.04.2007, 13:02h
  • Stimme mal wieder vollkommen mit @sascha überein. Diese Seite würde nicht ausreichen, wenn ich alle die Beispiele angeblicher Heten-"Toleranz" aufzählen würde, die mir im Leben untergekommen sind. Ich wiederhole,was ich schon so oft gesagt habe: Erst wenn unsere sexuelle Identität nicht mehr erwähnt werden muss, haben wir die volle Gleichberechtigung erreicht ! Entlarvend immer wieder die Feststellung: Der is schwul, aber man merkt´s gottseidank nicht......
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#8 thomas, kölnAnonym
  • 18.04.2007, 19:12h
  • kann schon verstehen, wenn sich ein schwuler fußballspieler /eine lesbische fußballspielerin nicht outen möchte.

    habe am eigen leib erlebt wie in einem verein dann mit einem umgegangen wird. sprüche und so was konnte ich ja noch ab aber grätsche während des trainings oder eines spieles (durch mitspieler der eigenen manschaft!) und das dann möglichst mit gesundheitlichen folgen und schon is man den "warmen bruder" los und da hilft dann kein agg.

    gut, in den unteren liegen verliert man sein hobby aber weiter oben gehts dann halt um das täglich brot.
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#9 SaschaAnonym
  • 19.04.2007, 01:43h
  • @Thomas: Die geradezu perversen, Menschen verachtenden Zustände, die du beschreibst, machen es um so notwendiger, sich in einer solchen Situation zu outen und Öffentlichkeit herzustellen.

    Zudem wird einmal mehr deutlich, dass es endlich auch hierzulande einer wesentlich schärferen Antidiskriminierungspolitik bedarf, die jede Form der Diskriminierung im Alltag - in anderen Ländern spricht man von Hassverbrechen - mit saftigen Strafen belegt.

    Unlängst hat beispielsweise das Abgeordnetenhaus in Brasilien ein geradezu vorbildliches Gesetz dieser Art verabschiedet. Deutschland gerät hier im Vergleich zu gesellschaftspolitisch fortschrittlichen Ländern immer mehr ins Abseits.
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#10 Taifoon22Anonym
  • 28.04.2007, 20:32h
  • Ich finde,es richtig das David James das richtige getan hat. Wir leben in 21.Jahrtausend, schwule & lesben gibts wie Sand am Meer. Ich kenne einen deutechen Fussballspieler der angegeben hat verheiratet zu sein,der aber seit der jugend mit seinen Freund zusammen lebt.
    Ich glaube das beim Fussball zuviel hinzu interpretiert wird,so das die brtoffenen Personen davor Angst haben sich zu outen.
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