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  • 20.04.2007           27       | | |

Homophobie: Kritik an Oettinger

Ministerpräsident Günther Oettinger
Ministerpräsident Günther Oettinger

Berlin (queer.de) - Die Grünen kritisieren den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) wegen dessen Mitgliedschaft im Studienzentrum Weikersheim. Die Denkfabrik sei ein "erzkonservatives Zentrum und als Tummelbecken der so genannten Neuen Rechten", in dem auch "schwulenfeindliche Hetze geduldet" werde, erklärte Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen in Bundestag. Er bezieht sich nach Angaben der Netzeitung auf einen Vortrag von Professor Günter Rohrmoser zum Thema "Die Wiederkehr der Geschichte", der im Vereinsorgan "Weikersheimer Blätter 2007" veröffentlicht wurde. Darin griff Rohrmoser den Grünenpolitiker an, weil er letztes Jahr am CSD in Moskau teilgenommen und dort von Rechtsradikalen blutig geschlagen wurde (queer.de berichtete). Rohrmoser hatte demnach erklärt: "Ich will nicht darüber frohlocken, dass sie den Hauptvertreter des deutschen Schwulentums in Moskau ins Gesicht geschlagen haben, aber ich bin sicher, dass durch diesen Vorgang Russland neue Freunde, wenn nicht zehn, dann 100.000 dazugewonnen hat."

Auch Kritik von Grünen-Chefin Claudia Roth

Auch Grünenchefin Claudia Roth veruteilte Oettinger scharf: "Jede weitere öffentliche Unterstützung für ein Zentrum, das offenbar Antisemiten ein Forum bietet, verbietet sich." Roth wies auch darauf hin, dass SS-Obersturmbannführer Paul Carell zu den Gründungsmitgliedern gehört habe. "Auch das ist ein Indiz für den Geist, der hier gepflegt wird", so die Parteichefin. Das Studienzentrum Weikersheim wurde vom ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU) gegründet, der als Marinerichter während der Nazi-Zeit an Todesurteilen beteiligt gewesen ist. Oettinger musste sich erst kürzlich dafür entschuldigen, Filbinger bei dessen Beerdigung als Gegner des NS-Regimes bezeichnet zu haben. (dk)

UPDATE (14:20 Uhr):
Wie der SWR berichtet, lässt Günther Oettinger ab sofort seine Mitgliedschaft im Studienzentrum Weikersheim ruhen. Das sagte ein Regierungsprecher. Oettinger verlange demnach Aufklärung über eine geplante Veranstaltung mit Reinhard Günzel. Der frühere General war Ende 2003 aus der Bundeswehr entlassen worden, weil er Zustimmung zu einer antisemitischen Rede des damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann geäußert hatte. Noch gestern hatte der Ministerpräsident das Studienzentrum gegen Kritik in Schutz genommen.



Mehr zum Thema:
CSD Stuttgart: Oettinger grüßt nicht (queer.de vom 25.7.06)

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Reaktionen zu "Homophobie: Kritik an Oettinger"


 27 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)

S.  1  2  3
Die ersten:   
#1
20.04.2007
13:08:29


(0

Von skydiver
Aus Stuttgart (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 05.05.2008

Nicht nur das Bier mit dem selben Namen iss scheisse ... :-)

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#2
20.04.2007
13:18:51


(0

Von stromboli
Profil nur für angemeldete User sichtbar

..."vertreter des deutschen schwulentum"...
wie die sprache ähnelt : 1933 stand da "vertreter des judentum"

"der darm ist immer noch tätig aus dem die braune fäkalie kommt".. in anlehnung an ein zitat über den "schoß der immer noch gebiert" , von B.Brecht.

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#3
20.04.2007
14:15:14


(0

Von thomas, koeln

Oettinger Bier kommt aus der Gemeinde Oettingen in Bayern, hat also mit dem G. Oettinger aus Baden-Württemberg nix zu tun.

ganz aktuell übrigens die Mitteilung des SWR zum Thema unter
Link zu www.swr.de



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#4
20.04.2007
15:07:34


(0

Von skydiver
Aus Stuttgart (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 05.05.2008

@Thomas: iss schon klar !!! Da drauf wollte ich auch nicht hinaus ... :-)

Als Baden-Württemberger denke ich, muss sich G. Oettinger langsam warm anziehen, wenn er so weitermacht (...) Und wenn Oettinger geht, bzw. gegangen wird, wäre es gut, wenn all seine schwarzen Parteikumpels mit ihm gehen, die wie er, ihr Fähnchen in den Wind halten, wie es ihnen beliebt , und krampfhaft versuchen, ihrem Landesvater den Rücken zu stärken (!!!) Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da (!?!)

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#5
20.04.2007
15:11:27


(0

Von Sebi

Bei dem ganzen Oettinger-Trauerspiel kann man ja froh sein, dass er sich nun genötigt sieht, sich von diesen Kreisen zu distanzieren und entsprechende Äußerungen in Richtung Filbinger zurückzunehmen. Für mich persönlich ist der Mann zwar immer noch ein Dorn im Auge (und ich hätte mir lieber eine Anette Schavan an seiner Stelle gewünscht), aber auch das Verzeihenkönnen ist wichtig, um ein Ausstiegsklima für rechtsabgetriftete Irrläufer zu gewährleisten (für die extrem knatterdummen wie Schönbohm nützt das beste Klima natürlich auch nix mehr).....

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#6
20.04.2007
18:08:29


(0

Von tux

Ich hatte am mittwoch ein kleines erlebniss bezüglich des herrn Oettinger. Ein Junger Mann sprach mich bei Spar in BS an, ob das Oettinger-Export aus Gotha schmecken würde. Ich antwortete darauf, dass das Bier jedenfalls besser munden dürfte als das aus BaWü.
Nach einigen Sekunden der Überlegung hatte er es wohl kapiert......^^

Nein, ganz im Ernst, auch wenn herr Oettinger immer behauptete, das sein amtsvorgänger nie in der nsdap gewesen sei, so spricht doch die geschichte eine andere sprache: Im Bundesarchiv wurde die Original beitrittsurkunde Filbingers zur NSDAP gefunden.
Vielleicht kommen nu auch hier einige auf den Gedanken, das die CDU ein Rechtsextremer sauhaufen ist. zumindest zeigt dies wieder, das die CDU für Homosexuelle NICHT wählbar ist!


Link zu www.swr.de


Die einzige Frage wäre nun: Was heisst das er "auf distanz geht"?? Das selbe wie bei seiner Rede für den Nazi-Richter Fibinger??

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#7
20.04.2007
18:24:07


(0

Von Wolfgang

Wenn ich das schreiben würde was ich wirklich denke und auch schon eingetippt hatte würde mich eine Anzeige erwarten.....

Nach den Äußerungen über F. und jetzt auch noch das und die Vorfälle in der Vergangenheit....furchtbarer erzkonservativer rechter Eckelhaufen....

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#8
20.04.2007
21:26:19


(0

Von tux

@wolfgang: Vielleicht solltest Du, wenns denn ne anzeige gäbe, mit einer gegenanzeige reagieren..

volksverhetzung passt da schon ganz gut..

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#9
20.04.2007
22:54:55


(0

Von Sascha

Ja, nachdem er gemerkt hat, dass er mit seinen neofaschistischen und -nazistischen Gesinnungen (noch?) nicht wirklich durchkommt, korrigiert er aus purem Opportunismus seine offiziellen Positionen.

Allein die Tatsache, dass so einer nach seiner skandalösen Filbinger-Rede auch nur einen Tag länger in einem politischen Amt verbleiben kann, zeigt aber, wie weit es mit diesem Land schon wieder gekommen ist!

Geht es noch ein paar Jahre in diesem Stil weiter, wird man wieder offen gegen Opfer des Holocaust oder gegen wen auch immer Hetzreden schwingen können, ohne dass sich jemand daran stört!

Es ist schon erstaunlich: Andere Länder haben die Lektionen der deutschen Geschichte sehr viel besser gelernt als die Deutschen selbst, denn dort darf sich niemand mehr erlauben, Menschen aus welchen Grund auch immer im Alltag zu diskriminieren oder zu verunglimpfen, ohne dass dies umgehend als das geahndet wird, was es ist: eine Straftat!!!

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#10
21.04.2007
00:24:28


(0

Von Sascha

@Wolfgang:

Dabei sind es der feine Herr Oettinger und seine Gesinnungsgenossen, die strafrechtlich verfolgt werden müssten für ihre demagogische Tatsachenverdreherei!

Aber nein, nicht in Deutschland - weder 1933-1945 noch heute!

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