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Die schwul-lesbische Demonstration durch die Krakauer Innenstadt ging am Samstagnachmittag friedlich zu Ende.

Von Christian Scheuß

Die Veranstalter schätzen insgesamt 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Parade, die als Höhepunkt am Ende des "Festivals für Toleranz" stattfand.

Der Marsch stand unter schwerem Polizeischutz, weil die rechtsradikale "Allpolnische Jugend" eine Gegendemonstration angemeldet und Widerstand gegen den schwul-lesbischen Marsch angekündigt hatte: "Wir werden nicht gestatten, dass die Sodomiten den Rathausplatz erreichen", meinte ein Sprecher der Jugendorganisation, die etwa 200 Anhänger mobilisieren konnte. Rund 400 Polizisten sicherten entsprechend die Route und hielten die beiden Gruppen voneinander getrennt. Auf dem zentralen Marktplatz gab es ein paar Festnahmen von Gegendemonstranten, ein Polizist wurde leicht verletzt.

Festival-Pressesprecherin Ida £ukawska lobte die Polizei für ihren Einsatz und kritisierte die Gegendemonstranten: "Die Organisation ist zu weit gegangen. Sie hinderten uns durch Sitzblockaden, auf den Rathausplatz zu kommen. Und es gab darunter gewaltbereite Menschen." Die Polizei hatte ein paar Schuss- und Stichwaffen sichergestellt.

Das Festival für Toleranz fand zum vierten Mal statt und ist mit einem viertätigen Kultur- und Diskussionsprogramm bei einem Budget von umgerechnet 8.000 Euro das bislang aufwändigste und teuerste Event, das die Gay Community in Krakau auf die Beine gestellt hat. Es wurde durch verschiedene schwul-lesbische Organisationen aus Deutschland und Belgien sowie viele Privatpersonen finanziell und ideell unterstützt.

22.04.2007

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®


#1 andyAnonym
#2 Emma PeelAnonym
#3 DavidAnonym
  • 23.04.2007, 14:01h
  • Wenn ich das richtig verstehe, hat die Polizei zwar die Demonstranten vor den Faschisten geschützt, aber nicht die Sitzdemo aufgelöst, die verhinderte, dass die Demonstranten auf den Rathausplatz kommen...

    Mit anderen Worten: Polen hat nur das von der EU geforderte Nötigste getan (Schutz der Demonstranten) aber nicht wirklich das Versammlungsrecht für Minderheiten umgesetzt. Die machen nur das Nötigste und haben nicht wirklich ihre Meinung geändert...
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#4 lieblingsuliProfil
  • 23.04.2007, 17:13hStuttgart
  • @david:

    Veränderungen brauchen Zeit.

    Es wird nicht reichen das die EU das Gesetz vorgibt wenn die Polen es nicht aktzeptieren können weil sie Angst haben vor der Veränderung.

    Denk einfach mal an Deutschland vor 20 Jahren ( wenn Du es kannst ) vieles war anders.......

    Wir haben uns gezeigt und die anderen haben es gelernt, belächelt, verspottet oder was auch immer....

    Per Gesetz war damals auch keiner verplichtet uns zu verstehen, geschweige uns zu mögen.

    Wir wurden für unsere Interressen in Krakau beschützt. Punkt.

    Fahr hin und handle, und jammere nicht rum !

    LG der Lieblingsuli
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#5 andyAnonym
#6 DavidAnonym
  • 25.04.2007, 15:14h
  • @Lieblingsuli:

    Du verwechselst da etwas:
    bei der Frage, ob Ehe geöffnet werden soll, etc. kann man unterschiedlicher Meinung sein und vielleicht sogar sagen, dass sowas seine Zeit braucht.

    Hier geht es aber nicht um spezifisch schwule Themen, sondern darum, dass rechte Demonstranten mit einer nicht genehmigten Sitzblockade eine angemeldete und genehmigte Demo an ihrem Verlauf hindern!

    Es geht hier also darum, dass ein EU-Mitgliedsstaat für einzelne Gruppen (hier Homo-, Bi- und Transsexuelle) Rede- und Versammlungsfreiheit nicht gewährt, sondern nur Schutz des Lebens (was eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber auch erst nach Druck durch die EU geschah).

    Das ist eine ganz andere Qualität!

    Um Deinen Vergleich von Deutchland vor 20 Jahren zu bemühen: da wären Forderungen nach weiterer Anerkennung erfolglos geblieben, aber das Fordern an sich wäre akzeptiert gewesen und Redefreiheit geschützt worden, selbst, wenn niemand die Forderer ernst genommen hätte.

    Es redet auch keiner davon, dass per Gesetz alle Polen Homosexualität toll finden müssen, sondern dass Polen endlich demokratische Grundrechte wie Rede- und Versammlungsfreiheit akzeptiert und schützt, selbst wenn man anderer Meinung ist. Ohne Grundprinzipien der Demokratie hat dieser Staat nichts in der EU zu suchen (und dabei geht es gar nicht erst um schwule Themen).
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