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In der Schweizer Metropole sind Darkrooms den Behörden ein Dorn im Auge – ein Homo-Club musste bereits schließen.

Von Dennis Klein

"Wir leben Zürich" ist der vollmundige Satz Touristen-Werbespruch der schweizerischen Metropole. Dass das "Wir" nicht alle einschließt, mussten die Homo-Clubs der Stadt bitter erfahren: Vor wenigen Tagen erhielt der Club Labyrinth in Zürich-Altstetten ein Betriebsverbot, nachdem die Polizei am Ostersamstag eine Razzia durchgeführt hatte. Im Lokal sei es wiederholt zur "Verletzung der öffentlichen Ordnung und der guten Sitten" gekommen, so die Begründung. Die hygienischen Zustände im Darkroom seien unhaltbar gewesen, heißt es weiter. Die Club-Besitzer streiten diese Anschuldigung vehement ab.

Die Homo-Organisation Pink Cross glaubt nicht, dass die Schließung Zufall war. Co-Präsident Pierre Rosselet beklagt gegenüber dem Blatt "20 Minuten", dass sich die Polizei auf etwas "Schwulenspezifisches" wie den Darkroom spezialisiere: "Das verstärkt bei der Gay-Community den Eindruck, dass die Polizei etwas gegen uns hat."

Der Verein Gaybetriebe Schweiz (Vegas) empfiehlt seinen Mitgliedern in Zürich, die Darkrooms in Zukunft geschlossen zu halten, um Razzien und Schließungen zuvor zu kommen: "Wer einen Darkroom hat, der nicht klar vom restlichen Lokal abgetrennt ist, sollte ihn vorübergehend schließen, um Ärger zu vermeiden", erklärte Vegas-Chef Roger Markowitsch. Noch vor wenigen Wochen hatte sich Vegas nach einem Gespräch mit der Stadt optimistisch geäußert: "Darkrooms kann es auch weiter geben", hieß es am 30. März. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Die Stadtpolizei ist sich unterdessen keiner Schuld bewusst: Sie habe nur auf Beschwerden reagiert, sagte eine Sprecherin lapidar.

Die behördlichen Aktionen haben ihr Ziel bereits erreicht: Seit letzter Woche sind auch die Darkrooms im beliebten Lotus-Club verriegelt. "Die Clubs in Zürich sind im Visier der Polizei", entschuldigt sich das Lotus-Team auf seiner Website.

25. April 2007



78 Kommentare

#1 FischAnonym
  • 25.04.2007, 19:05h
  • naja, das ist die halbe Wahrheit der Geschichte.

    Tatsache ist, dass die erwähnten Clubs ein grösseres Drogenproblem hatten und wie auch diverse Hetero-Clubs geschlossen werden mussten. Dagegen kann man ja nichts haben.

    Das mit den Darkrooms ist ein Verstoss gegen das Restaurations-Gewerbegesetz. Halten sich die Clubs daran, werden sie auch keine Probleme haben. Das gilt auch bei den Hygienevorschriften, die tatsächlich jenseits des Guten waren. So fehlten beispielsweise Kondome, was recht unverständlich (gar verantwortungslos?) war/ist. Oder soll man prinzipiell ein Auge zurdrücken, um ja keinen Vorwurf der Schwulenfeindlichkeit zu erwecken? Komisches Rechtsverständnis.
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#2 bastianAnonym
  • 25.04.2007, 19:40h
  • @ Fisch

    Ich kann deiner Meinung voll und ganz zustimmen!! Man muss immer zwei Seiten betrachten und darf nicht immer gleich alles unter den Deckmantel der "bösen Homo-Diskriminierung" stecken...

    Von daher muss man mit schnellen Vorurteilen auch gegen die Schweizer Polizei sehr sehr vorsichtig sein!
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#3 tuxAnonym
  • 25.04.2007, 21:31h
  • Hm, auch wenn es im ersten Moment nach einer reinen Schikane aussieht, so gibt es doch auch in diesen Etablisements einige Probleme mit der sauberkeit. Denn in einem Darkroom der ja im grunde genommen ein Äquivalent eines Pornokinos ist, was ich jetzt von den am boden und an einrichtungsgegenständen entstehenden verschmutzungen ableite.

    Diese Verschmutzungen müssen, um die Hygiene aufrecht zu halten, mit geeigneten Mitteln, Beispielsweise Alkalischen oder Sauren Reinigern sowie Desinfektionsmitteln, entfehrnt werden. Diese Reiniger sind aber im Allgemeinen sehr Kostenintensiv, was manchen Betreiber dieser Clubs nicht davor zurück schrecken lässt, auch mal mit einem Spühlmittel zu wischen.
    Ansonsten sollten derartige Reinigungsarbeiten auch von Qualifiziertem Personal(Gebäudereiniger) durchgeführt werden, was dann auch wieder in den kosten zu Buche schlägt.

    @Fisch: Nur die frage: gibt es zu den Sachen, die Du geschrieben hast, eventuell einen Link? Und, zur Rechtlichen Situation in der Schweiz, beispielsweise dem von Dir angesprochenen Gesetz, hätte ich auch gerne noch einige informationen.
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#4 josefAnonym
  • 25.04.2007, 22:47h
  • ich lebe schon 30 jahre in bern,habe aber noch nie etwas von darkroom gehört,was passiert dort eigentlich?
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#5 wienerAnonym
  • 26.04.2007, 00:54h
  • mein erfahrungsbericht:: in den meisten wiener darkroom-lokalen und schwulensaunen, die ich mir angesehen habe, sind die zustände echt grauslig u. abstossend - so wie auch das verhalten vom personal u. publikum!

    kritik wird mit bodenloser gehässigkeit beantwortet statt mit konstruktiven änderungen ! bekannte von mir sagen dazu nur noch °bodensatz°! dem ist nichts hinzuzufügen!
    auf in die sauberen, gepflegten heterolokale u. saunen...!
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#6 KonstantinAnonym
  • 26.04.2007, 07:29h
  • @ Wiener: Ich glaube, du hast den Sinn einer Schwulen-Sauna noch nicht so recht verstanden .... und seit wann gibt es überhaupt Darkrooms in Heten-Diskos?
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#7 stromboliProfil
  • 26.04.2007, 09:58hberlin
  • ja was für hygienische verhältnisse sind unhaltbar? Die schweißtreibende kopulation mit flüßigkeitausscheidenden effekten ? Der desinfizierende reinigungsstandard der putzmittel und ihre schlampige anwendung durch unqualifiziert/unterbezahltes putzpersonal oder geht es doch um mehr : die bundesregierung , parteienübergreifend und von schwulen "interessenvertretern unterstützt , bastelt sich ein "ermächtigungsgesetz" siehe 23.03.0www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/16089 !
    Man lese auch den abschnitt mit der aufforderung, sich im EU-ausland geeignete maßnahmen an zu sehen. Während in der BRD für den verbleibenden zeitraum der nächsten 2 jahre von einer "selbstverpflichtung " der komerziellen betreiber gefaselt wird , um angeblich der verbreitung von Hiv vorzubeugen, wird eine offen sexualrepressive politik eingeleitet. Nachdem die "einbindung " der homos in die heteronorm gewünschten regeln nur mäßig erfolgreich , ( wie sonst könnte man den fehlenden ansturm auf standesämter zwecks partnerschaftsgelübten verstehen ) , die sexuellen praktiken - vorlieben , insbesondere die weiterhin fröhlich praktizierte promiskuität nicht im monogamen "ehepostulat " untergegangen ist , greift der moralzensor auf seine beliebteste argumentation zurück : VERBOT !

    Mit fadenscheinigen argumenten, aus der mottenkiste der präventiven gesundheitsvorsorge öffentlicher einrichtungen geholt , wird versucht ,sexuelles aus der "öffentlichkeit " zurück in den privatbereich zu zwingen. Schon heute gibt es auch in deutschen ordnungsämtern und gewerbeaufsicht überlegungen , wie der schwule sumpf trockengelegt werden könne. Parteiübergreifen, sieht man mal auf verschiedene aktivitäten ; Ffm wird unter federführung eines (schwulen) grünen-stadtrates die parkbüsche zurückgestutzt um dem "zwielichtigen treiben nach sexsuchender " (sic !) ein ende zu setzen ... als emanzipierter schwuler braucht es diese örtlichkeiten nicht mehr ". Soviel zu den erwartungen an uns. Auch eben die sogenannte " selbstverpflichtung ist der ideologisch eingeforderte wendetrent hin zur reprivatisierung der sexualität und ihre damit verbundene domestizierung ! Bei obengenannten antrag handelt es sich nicht nur um den versuch, gewisse sexualverhalten zu diskriminieren und die schwule comunity in "gute und böse " zu dividieren, es ist auch der versuch , entwicklungen zu kanalisieren und/oder sogar rückgängig zu machen. Nach jahren der agonie , verfolgung und selbstleugnung war es uns gelungen , rechte nicht nur durch parlamentarischen zuspruch ( so erbärmlich der auch immer ausfiel ), soll den schwulen nun durch "neue " moralinstanzen die errungenen freiräume genommen werden. Insoweit ist Zürich sehr wohl ein Problem für uns ! Anhand solcher maßnahmen, aber auch an der reaktion/nichtreaktion der comunity wird der weitere vorgehensspielraum geklärt. Erinnern wir uns nur mal an die gauweilerpläne der 80ziger . Erst durch den aufstand in der szene, setzten sich auch politisch verantwortliche zu unseren gunsten ein. Meine these: man kann mit einer "minderheit immer nur soviel machen wie diese selbst zulässt ! " Lassen wir also nicht zu ,dass in unseren lebensbereichen ordnungsämter das sagen bekommen ! Lassen wir uns auch in sauberkeitsanhänger und schmudelkinder teilen, sondern klärt ab was die von uns wollen , worauf deren strategie hinaus zielt.

    "ein Staat, der Moral zu einer indirekten Steuer macht, gebietet direkt der Heuchelei "
    L.Feuerbach
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#8 SaschaAnonym
  • 26.04.2007, 11:48h
  • @stromboli:

    Wie schön, dass es hier noch Leute mit Verstand gibt!

    Wie die reaktionären Kommentare der zahlreichen gutbürgerlich angepassten Versteck-"Schwulen" hier zeigen, ist nichts einfacher, als Homosexuelle mit fadenscheinigen Argumenten ihrer Freiheitsrechte zu berauben, und dafür auch noch Beifall der eigentlich selbst Betroffenen zu ernten.

    Wenn es übrigens so genannte "Hygiene-Vorschriften" gibt, die gegen Darkrooms sprechen, sollte man diese Vorschriften schnellstmöglich abschaffen. Ich kenne jedenfalls zahlreiche Gay Clubs, die auch über einen Darkroom verfügen, und dennoch alles andere als "heruntergekommen" sind. Wenn Menschen einvernehmlich an einem dafür spezifisch deklarierten Ort Sex haben, dann ist das ihr gutes Recht, und entgegen der geradezu krankhaften Aussagen einiger Klemmschwestern hier auch sicherlich nichts moralisch Verwerfliches!

    Hier geht es eindeutig um Homophobie und die Komplexe der Hetero-Gesellschaft (und natürlich auch einiger Homos) gegenüber Menschen, die anders sind und dabei auch noch ihren Spaß haben.
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#9 bastianAnonym
  • 26.04.2007, 12:42h
  • @ Sascha

    Deine Aussage: "geradezu krankhaften Aussagen einiger Klemmschwestern" zeigt schlichtweg wie intollerant du bist.

    Ich versuche dir es jetzt mal so zu erklären, daß es vielleicht zu deinem Niveau passt und du es auch verstehst. Es gibt Menschen, die haben die Meinung A und es gibt solche, die haben die Meinung B. Um beide Meiungen zu diskutieren, gibt es solche Foren wie dieses hier. Oberste Grundregel ist aber, daß man sich gegenseitige tolleriert und auch die Meinung anderer akzeptiert (das sollte doch gerade in schwulen Kreisen ganz besonderes wichtig sein!!!). Mit deiner peinlichen Aussage - ich wiederhole sie gerne nochmal: "geradezu krankhaften Aussagen einiger Klemmschwestern" schießt du dich ins völlige Abseits. Die nur mal als kleiner Tip ;-)
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#10 SaschaAnonym
  • 26.04.2007, 13:14h
  • @bastian:

    Gegenüber antidemokratischen und fundamentale Freiheitsrechte missachtenden Gesinnungen und Einstellungen bin ich in der Tat total intolerant!

    Und wenn diese auch noch von den eigentlich Betroffenen (auch wenn sie sich zu den besseren "Schwulen" zählen möchten, weil sie Probleme mit sexueller Offenheit haben) kommen, dann erst recht!
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