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Cape Town will schwule Hochburg des afrikanischen Kontinents werden. Queer.de stellt die gesamte Region vor.

Von Roberto La Pietra (Text und Fotos)

Noch ein Dessert? Noch ein Kaffee? Ach komm, was soll’s, sagen wir uns, fasten können wir daheim noch. Vorsicht: Kapstadt macht unter Umständen dick! Und wenn der Kellner im legendären Café Manhattan noch so nett dazu grinst, fällt das Ablehnen doppelt so schwer. Der Euro ist in Südafrika rund zweimal so viel wert wie hierzulande und so verwundert es nicht, dass aus einem Vorsatz, nur einmal am Tag Essen zu gehen, gleich drei tägliche Mahlzeiten auswärts werden.

Das Café Manhattan bildet den Mittelpunkt des Waterkant Village, des bunten Szene-Viertels Kapstadts, in dem sich schmucke Häuschen, Restaurants und luxuriöse Boutique-Hotels für die zahlungskräftige schwule Kundschaft aneinander reihen. Zahlungskräftig ist man als Europäer dank Umtauschkurs ganz automatisch – seltsamer Weise scheinen die Preise vom rustikalen Hafenrestaurant bis zum Szene-Lokal nahezu konstant zu sein! Vorspeise drei Euro, Hauptspeise acht, Nachspeise zwei bis drei Euro und eine gute Flasche Wein rund acht Euro. Wer kann da widerstehen?

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Doch die Stadt definiert sich nicht nur übers Essen. Die Metropole mit ihren rund drei Millionen Einwohnern erstreckt sich rund um Tafelberg und die Gebirgskette, die bis zum Kap der guten Hoffnung reicht. Landschaft reiht sich an Landschaft, Klima an Klima. Viele Inseln dieser Welt werben ja mit dem Slogan, sie seinen ein Kontinent im Kleinen – die Kapregion kann das auch von sich sagen.

An den Stränden Camps Bay und Clifton reihen sich Traumvillen und Gourmet-Tempel aneinander. An der False Bay mit ihrem eiskalten Meer findet sich dagegen ein Fischerdörfchen nach dem anderen. Das mondäne Muizenberg strahlt ein wenig den Charme vergangener Tage aus, Kalk Bay und St. James sind dagegen niedliche bunte Städtchen. Simon’s Town am Ende der lang gestreckten Bucht hat Berühmtheit durch Boulders Beach erlangt. Der Strand ist Heimat zahlreicher afrikanischer Pinguine. Von einem Steg aus beobachten wir zwei Exemplare, die einander liebevoll kraulen und abends entdecken wir ein Pärchen in einem Blumenbeet am Straßenrand beim Dösen. Wem wird da nicht warm ums Herz!

Südlich von Simon’s Town beginnt der Cape Point Nationalpark rund ums berühmte Kap der guten Hoffnung. Ein Wanderweg führt über viele Stufen hinauf zu einem Leuchtturm, von dem aus der Blick bis zum Südpol zu reichen scheint. Wer mit dem Auto ein paar Kilometer weiter bis zum Kap fährt, kann über Felsen zum höchsten Punkt klettern und auf dem Bauch liegend in die steile Bucht mit tosenden Wassermassen blicken. Auf dem Hin- und Rückweg sollte man das Autofenster verschlossen halten, es sei denn, man möchte sich gern mit Pavianen um den mitgebrachten Proviant streiten.

Wer den Nationalpark Richtung Norden verlässt, passiert eine der schönsten Küstenstraßen weltweit: den Chapman’s Peak Drive. Kurvenreich schlängelt sich die Strecke entlang imposanter Küsten – Rastplätze machen immer wieder den Blick frei auf Hout Bay und andere Buchten.

Die Kapregion hat in den letzten Jahren auch immer mehr Interesse bei Wein-Freunden aus aller Welt geweckt. Nur eine Stunde von den Stränden der False Bay oder Kapstadt entfernt, gelangt man ins mediterrane Weingebiet rund um Stellenbosch. Keine Angst: man muss kein Kenner sein, um sich hier quer durch die Weingüter zu probieren. Für einen symbolischen Betrag weniger Euros bieten sie Kostproben von Shiraz, Cabernet und Co.. Auf dem bekannten Anwesen Boschendahl sitzen wir gemütlich unter Kastanienbäumen und genießen Salat mit Pecan-Nüssen und lieblichen Bouquet-Wein. Wer es noch exklusiver mag, kann sich einen Picknick-Korb für rund 20 Euro reservieren, neben gut situierten Capetonians in der Wiese sitzen und romantisch ein Gläschen Roten sowie erlesene Häppchen speisen.

Wir fahren wieder zurück in unser Domizil im beschaulichen Simon’s Town an der False Bay und bauen auf dem Rückweg eine spontane Bootsfahrt Richtung Seal Island ein. Wie der Name sagt, ist die Insel von tausenden Robben bevölkert und damit bevorzugter Jagdgrund des Großen Weißen Hais, der sich in den kalten, nährstoffreichen Gewässern wohler fühlt als sonst irgendwo auf der Welt. Wer zwischen April und September einen Aufenthalt plant, hat enorm gute Chancen, die bis zu acht Meter langen Jäger dabei zu beobachten, wie sie senkrecht aus dem Wasser schießen und dabei Seelöwen und Robben wie Spielbälle in die Luft wirbeln. Nichts für schwache Nerven!

Zurück im Waterkant Village ist eine andere Art von Nervenkitzel angesagt, denn immer dienstags und donnerstags lockt das Café Manhattan Gäste mit Live-Musik. Drei fesche Jungs besteigen die Bühne und stimmen "Heard it through the Grapevine" an. Die Gäste zeigen sich zunächst etwas schüchtern, doch schon beim dritten Lied wiegt sich das Publikum genüsslich zur Musik. Spätestens jetzt sind wir angekommen in einer der wohl flairreichsten Metropolen der Welt: Mother City Cape Town!

5. Mai 2007



#1 hwAnonym
  • 06.05.2007, 15:03h
  • ..und die paviane ?
    wo sind die paviane ?
    www.kapstadt.com/unser-service/magazin/5ausgabe/streit-der-primaten/
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#2 SouthaAnonym
  • 06.05.2007, 16:59h
  • Soso.. Kapstadt die Traumstadt? Meine Mutter kommt von dort und ich war schon 4mal da: Es ist alles andere als traumhaft! Während die Touristen ihr Glück in der Innenstadt geniessen leben ringsrum 100 Tausende Menschen in Armut in den Townships, wo sich Krankheiten wie Aids ununterbrochen verbreiten und die gesamte Bevölkerung zusammenrafft. Klar, diese Seite von Kapstadt schaut man nicht an - Ich empfehle euch mal eine geführte Tour durch die Townships, dann sieht man die Folgen der Apartheid und das wahre Gesicht Kapstadts!
    PS: Homofreundlich ist Südafrika wegen der Homoehe noch lange nicht - Der großteil der Bevölkerung lehnt die Homoehe ja ab und bei der großen Kriminalität, die in Kapstadt vorherscht würde ich mit keinem Mann händchenhaltend zeigen.
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