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Die Favoriten des Eurovision Song Contest kommen aus dem Osten – darunter ist auch eine pummelige Drag Queen.

Von Dennis Klein

Den kalten Krieg hat der Ostblock noch verloren – beim Eurovision Song Contest rächen sich nun scheinbar die früheren Mitgliedsstaaten des Warschauer Paktes. Beim gestrigen Halbfinale konnte sich in Helsinki kein einziges westeuropäisches Land durchsetzen. Von den zehn Ländern, die sich unter 27 Bewerbern für das Finale am Samstag qualifizierten, lagen neun einst hinter dem Eisernen Vorhang – und das zehnte war die Türkei.

Überraschend: Selbst der Schweizer Popstar DJ Bobo konnte nichts gegen die geballte Ossi-Power ausrichten. Wurde sein Blutsauger-Trallala "Vampires Are Alive" zuvor noch zu den heißen Favoriten gezählt, ging er sang- und klanglos unter. Auch andere Favoriten ereilte das selbe Schicksal: So konnte der Holland-Pop von Edsilia Rombley die Televoter scheinbar nicht überzeugen – 1998 hatte die Sängerin für die Niederlande mit ihrem grandiosen Titel "Hemel en aarde" noch den vierten Rang belegt – drei Plätze vor Guildo Horn. Auch der Drag-Queen-Appeal hat für den dänischen Beitrag "Drama Queen" nicht geholfen. Das eingängige Tanz-Lied aus dem Norden wird am Samstag nicht zu sehen sein.

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Stattdessen werden gleich mehrere Osteuropäer als Favoriten gehandelt, darunter auch ein Travestie-Künstler: Verka Serduchka ist eine 1991 von Andrej Danilko geschaffene Kunstfigur, die auf Startplatz 18 für die Ukraine antreten wird. Als pummeliger Hella-von-Sinnen-Verschnitt gibt sie Techno-Polkaweisen zum Besten ("To Dance or not to Dance, that is not the question"). Und das in einer Mischung aus Ukrainisch, Russisch und zwischendurch auch mal ein paar Brocken sinnfreies Deutsch ("Sieben, sieben, ailulu - sieben, sieben eins, zwei"). Selbst wenn man das Lied zu albern findet, man wippt gerne mit.

Die britischen Buchmacher sehen Verka fast einhellig als Favoritin vor einem hymnischen Lied aus Serbien, das dankenswerterweise mal nicht auf Englisch gesungen wird, und einer Liebeserklärung an Italien aus der Baltenrepublik Lettland. Auch die weißrussische Sahneschnitte Dimitry Koldun zählt zum Kreis der Favoriten – und wenn er "Work Your Magic" ins Mikrofon säuselt, möchte man ihn glatt beim Wort nehmen ("I am able and I am willing"). Koldrun hatte im vergangenen Jahr die russische Version von DSDS gewonnen.

Von den westeuropäischen Staaten wird Schweden am meisten zugetraut: Die Glam-Rock-Band "The Ark" holt – natürlich perfekt geschminkt – die 70er Jahre zurück.

Und wie sieht's mit unserem Roger Cicero aus? Er geht nicht als Favorit ins Rennen – ganz im Gegenteil: Bei den englischen Buchmachern liegt er mit Quoten zwischen 1:14 und 1:50 eher im hinteren Bereich. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Swing-Song den letzten Platz belegt, ist den Bookies zufolge höher. Aber auch in der Vorentscheidung hatten die meisten Beobachter nicht mit dem 36-jährigen Swing-Sänger gerechnet. Eine Stimme hat er auf jeden Fall schon sicher: "Ich würde für Roger Cicero anrufen", sagte DJ Bobo noch vor seinem Ausscheiden. Jetzt hat er ja Zeit, zum Telefon zu greifen.

Eurovision Song Contest, Samstag (11.Mai) live bei ARD, ORF 1 und SF 1. Ab 21 Uhr.



#1 PeerAnonym
  • 11.05.2007, 16:03h
  • Ich finde es schade, dass die dänische Dragqueen rausgeflogen ist. Das war eine nette flotte Nummer. Sicher nicht weltbewegend, aber dennoch deutlich besser als so manche viel schlechtere Nummer, die nur wegen der wieder mal funktionierenden Ost-Connections gewonnen haben.

    Ich gönne durchaus auch den ärmeren "Ost"staaten einen Erfolg und da gab es auch einige nette Nummern, aber leider wird nicht mehr nach musikalischen Gesichtspunkten, sondern nur noch politisch gewählt. So macht der Grand Prix keinen Spaß mehr.

    Deshalb hat der Grand Prix im Vergleich zur Zeit von Abba, Jonny Logan, Celine Dion, Katrina and the waves, etc. auch keine Relevanz mehr.

    Die letzten wirklich musikalisch guten Nummern, die den Grand Prix gewonnen haben, waren 2000 die Olsen Brothers und 2001 Tanel Padar & Dave Benton mit ihrer flotten Funknummer "Everybody". Alles, was seitdem gewonnen hat, hat wegen politischem Abstimmen, organisierten Anrufringen durch Fans, etc. gewonnen. Oder wegen leichtbekleideter Frauen...

    Auch in den 90ern hatte der Grand Prix eine Krise und hat dann Ende der 90er die Modernisierung geschafft. Ich hoffe, dass die momentane Krise auch wieder überwunden wird, aber mit jedem Jahr wo Ost-Connections, nackte Haut, etc. über Musik gestellt wird, verliere ich die Hoffnung ein wenig mehr!
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#2 RobZHAnonym
  • 11.05.2007, 20:40h
  • @peer :
    Kein Wunder. Die Osteuropäer mögen keine Schwulen. Liest man ja fast wöchentlich. Übrigens, der schweizer Durchschnittsbürger auch nicht......
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#3 GeorgiosAnonym
  • 11.05.2007, 21:02h
  • Schon sehr schlimmwas da gestern abging! Ich denke mal hier haben zum größten Teil die Balkan Staaten sich gegenseitig die Punkte gegeben. Irgednwie verliert der Contest wieder den reiz wenns mit der Mauschelei so weitergeht.
    Als Halbgrieche bleibt meine Heldin alerdings die Gewinnerin von 2005, die international erfolgreiche Helena Paparizou mit "My Number One". Schade fand ich dass DJ Bobo raus ist und mit ihm die gesamten europäischen Westländer....ausser den Geldgebern natürlich.... denn Geld aus dem osten kann man ja imer gut gebrauchen! ;-)))
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#4 josefAnonym
  • 12.05.2007, 23:01h
  • @RobhZH also ich lebe offen schwul und freunde von mir in einem kleinen dorf im bernbiet und ich habe noch nie etwas gemerkt.und ich verkehre auch mit durchschnitt schweizerinen und schweizer.
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#5 YasmindelAnonym
  • 13.05.2007, 02:55h
  • Na endlich wird den West-Europäern vorgeführt, daß es hinter Berlin auch noch was gibt! Das göttliche Französisch verkommt zur Regionalsprache zwischen Tunis und Paris, und ausgerechnet Serbien, das mit der Demokratie kämpft (Verbrecher Karadcic, verweigerte Freiheitsrechte für den Kosovo) liefert einen Song, der die Wärme der serbo-slavischen Sprache zum 1.Platz geführt hat! Also ist Europa zum Gastspiel in Beograd angekommen, aber wird das auch für die kommenden CSD gelten?
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#6 thomas, kölnAnonym
  • 13.05.2007, 08:37h
  • @Verfasser des Artikels

    Widerlich, mit welch militaristischen Ausdrücken und mit welch unterschwelliger Verachtung gegenüber den osteuropischen Ländern der Artikel gespickt ist!
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#7 madridEUAnonym
  • 13.05.2007, 09:02h
  • Seit 1956 habe ich kaum einen GrandPrix d´Eurovision ausgelassen, den ich als Wettstreit und Spass an der seichten Unterhaltungskultur unseres kunterbunten Kontinents begreife. Es muss doch einigermassen beruhigen, wenn ein so schöner melodischer Beitrag aus Serbien mit offen dargestellter Lesbenliebe den ersten Preis gewinnt, wo wir aus dem europ.Osten doch fast nur homophobe Hiobsbotschaften gewohnt sind. Wenn der Westen in unzählige Nationalstaaten wie z.B. Bayern,Baskenland,Norditalien,Korsika
    oder Schottland aufgeteilt worden wäre, hätten wahrscheinlich so minderwertige Beiträge wie die aus Spanien oder Grossbritannien den ersten Preis gewonnen, denn am Ende hält man mit ähnlicher Kultur und Sprache zusammen und wählt sich gegenseitig. Wir sollten den nicht lebenswichtigen GrandPrix , der zunehmend von vielen neuen osteuropäischen Teilnehmern dominiert wird, als das sehen was er ist: Ein netter Abend einmal im Jahr mit vielfältigen ethnischen Überraschungen. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr in Belgrad !
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#8 JoergAnonym
  • 13.05.2007, 13:50h
  • die dänische Transennummer war doch oll und abgeschmackt. Ein Repertoire wie aus einer Transenshow der miefigen 60er Jahre! Da war doch die lesbische Kesse Vater Nummer aus Serbien verdientermaßen auf Platz 1. Von wegen osteuropäische Mafia! Die machen jetzt halt den besseren, extremeren, frischeren Europopkitsch als die Westeuropäer.
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