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Der Bildungsminister ist der Scharfmacher in Polens Regierung. Er macht Millionen von Schwulen und Lesben das Leben zur Hölle.

Von Dennis Klein

Man hört ja so einiges Haarsträubendes von unseren polnischen Nachbarn. Allerdings erscheinen selbst die Kaczynski-Brüder, die den Posten des Staats- und Regierungschefs in alter Tradition unter sich aufgeteilt haben, lammfromm im Vergleich zu Bildungsminister Roman Giertych. Der 36-jährige nationalkatholische Emporkömmling ist dafür verantwortlich, dass zukünftig nicht mehr über Homosexualität in Polens Schulen geredet werden darf. Auch Aids-Aufklärung rückte er in die Nähe der "Schwulenpropaganda", die vor allem vom bösen Ausland gesteuert werde.

Seine Einschüchterungen zeigen bereits Wirkung: An Polens Schulen herrscht Atmosphäre der Angst – vor allem unter liberal eingestellten Lehrern. Wer auch nur den Anschein macht, eine Homosexualität nicht für das schlimmste Vorkommnis seit der biblischen Vertreibung aus dem Paradies zu halten, riskiert seinen Job. Den jugendlichen Schülern wird Schwulenhass von Amtswegen eingetrichtert.

Schwule sollen in "Umerziehungslager"

Giertych hat ohnehin eigene Ideen, was mit Schwulen geschehen soll: Einmal sagte er, sie sollten in "Umerziehungslager" geschickt werden. Zuletzt schüttete er noch mehr Öl ins Feuer, als er die Teilnehmer des CSDs zu "widerlichen Päderasten" abstempelte (queer.de berichtete).

Giertych ist ein echter Überzeugungstäter: Als 18-Jähriger gründete er in Posen die rechtsextremistische "Allpolnische Jugend", die besonders gegen Juden und Schwule agitieren und regelmäßig CSD-Teilnehmer einschüchtern und zusammenschlagen, während sie "Homos ins Gas" grölen. Doch Schwule können sich auch außerhalb der CSD-Saison nicht vor den kurzgeschorenen jungen Männern der Organisation sicher fühlen: Sie lauern Homosexuellen vor Kneipen oder in Parks auf prügeln ohne Vorwarnung auf sie ein, wie Opfer immer wieder berichten.

Giertych ist inzwischen in höhere Sphären aufgestiegen. 2001 war er Mitbegründer der Partei "Liga polnischer Familien", die alles Unkatholische und Unpolnische bekämpfen will. Zu beiden Gruppen gehören natürlich allen voran wieder Schwule. In der turbulenten Phase der letzten Jahre, in der es vielen Polen wirtschaftlich immer schlechter ging, erreichte seine Partei bei Parlamentswahlen rund 8 Prozent der Stimmen, bei der Europawahl kam sie sogar auf 16 Prozent.

Giertych kämpft mit Hass-Attacken ums politische Überleben

Doch der Höhenflug scheint erst einmal beendet: Seine "Liga polnischer Familien" steht mit dem Rücken an die Wand. Meinugsumfragen zufolge würde sie klar an der Fünfprozenthürde scheitern und damit den Einzug in die Sejm verpassen – und das trotz einer noch nie dagewesenen Kampagne, in der gegen alles Stimmung gemacht wurde, was Ressentiments unter einfach gestrickten Wählern schüren könnte: Da geht es gegen Deutschland, die Abtreibung und vor allem gegen "Päderasten".

Die polnischen Wähler haben es nun in der Hand, den mittelalterlichen Verführer Giertych endlich aus dem Amt zu verjagen. Bleibt zu hoffen, dass nicht zu viel von der Saat aufgeht, die der radikale Populist in den letzten Jahren gesät hat. Dafür hat er die Homo-Gurke wohl mehr als alle anderen bisherigen "Preisträger" verdient.

22. Mai 2007



44 Kommentare

#1 gerdAnonym
  • 22.05.2007, 14:08h
  • Ja diese Homo-Gurke hat er verdient und wenn es ein Ranking der Homo-Gurken geben würde, stände er gegenwärtig auf dem ersten Platz.

    Roman Giertych ist ein Rechtsradikaler aller erster Güte, und es ist eine Schande für Polen, dass er Bildungsminister werden konnte.

    Dieser Mann ist eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben der Menschen innerhalb der EU.
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#2 Die Kanzlerin der HerzenAnonym
  • 22.05.2007, 14:13h
  • Wie gemein doch Leute sind,
    dabei weiß heute jedes Kind,
    dass Schwule gute Menschen sind,
    die Antwort weiß nicht nur der Wind!

    Drum sag ich dem Giertych klipp und klar:
    Auch Schwule, die sind wunderbar!
    In der Mitte der Gesellschaft sind sie zu Haus',
    sie sind dort glücklich. Tagein, tagaus!

    Seine Partei ist ein Scheißverein,
    denn sie lassen keine Schwulen rein!
    Die CDU ist, Gott sei Dank,
    schon viel weiter in unserem Land.

    Freiheit ist das Stichwort hier:
    Freiheit für alle, das lieben wir!
    Jeder soll frei sein, egal wer er ist,
    auf dass der Staat sich aus dem Leben verpisst!

    Niedrige Steuern, Toleranz
    freies Wirtschaften, Akzeptanz,
    für diese Werte steht die CDU,
    wir sind da für Euch im Nu!

    Liebe Schwuletten und Lesbierinnen! Ihr seid meine Helden und Heldinnen. Ich liebe Euch alle. Eure Euch ewiglich liebende Kanzlerin der Herzen
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#3 josefAnonym
#4 LeRakiAnonym
  • 22.05.2007, 18:59h
  • hmmm: "Umerziehungslager" klingt für mich ein ganz bisschen nach übelster Form von NAZISPRACHE. Wie erklärt man sich, dass eine solche Person Bildungsminister spielen darf? Oder sollte man schreiben "durfte"? Wenn seine Menschenrechtsverletzende Partei die 5%-Hürde übersteht, läuft jedenfalls was falsch in der Gesellschaft unseres Nachbarstaates! Kann man ihn nicht wegen Volksverhetzung oder ähnliches in einen großen Käfig sperren und auf der nächsten "Parade der Gleichheit" auf dem Sadomaso-Wagen baumlen lassen?
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#5 berlineriindAnonym
  • 22.05.2007, 19:35h
  • ich komm ja selsbt von da und merke es immer wieder wie sich schon 5 jährige auf der straße bekriegen nur weill einer irgentetwas macht was man im entferntesten sinne als typisch schwul bezeichnen kann

    aber die lage ist dort echt nicht einfach

    ich wünsche ihnen allen dort nur glück liebe und gesundheit
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#6 skydiverProfil
  • 22.05.2007, 22:47hStuttgart
  • Man(n) muss diesem Typ ja bloss mal in seine von Hass erfüllten Augen gucken, und dann mit einem schwarzen Filzstift unter der Nase zwei kleine Striche auf den Monitor malen ... ;-=(

    Ich bin immer wieder entsetzt , wie solche rechtsradikalen Typen wie Giertych & Co. zu solchen Posten kommen können !!!

    Offensichtlich ist der Osten noch immer nicht in der EU angekommen :-(
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#7 BK GayprideAnonym
  • 22.05.2007, 22:52h
  • Bin echt entsetzt, was der Typ für Sachen ablässt. gibt ja einige parteien, die so agitieren, aber hier ist es was anderes. denn diese ominöse Liga-der-polnischen-Familien sind ja an der Regierung beteiligt! eine offen neofaschistische Partei! Deren Jugendorganisation man fast schon mit den Jungen Nationaldemokraten hierzulande vergleichen kann. Vor einigen jahren gab es EU-Sanktionen und Boykotts gegen Österreich, weil dort die rechtspopulistische Haider-FPÖ an der Regierung beteiligt war. Die polnische Regierung toppt das aber noch zehnmal und es ist doch verwunderlich warum die EU nicht mal energisch gegen Polen vorgehet. das sind ja eklatanteste Menschenrechtsverletzungen.
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#8 wolfAnonym
  • 23.05.2007, 06:17h
  • da braucht es nicht nur ne gurke, der muss verklagt werden.
    das könnte bei rechten schule machen, prima !
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#9 jorueAnonym
  • 23.05.2007, 10:38h
  • Herzlichen Glückwunsch für die Auszeichnung. Wie heißt es so schön in allen Sprachen: >Wer laut schreit, hat was zu verbergen.<
    Ich glaube sogar, das diese Person was zu verheimlichen hat.
    Hat er oder hat nicht, ist er oder ist er nicht?
    Und wer lange gräbt, findet immer was.
    Man sollte so schnell wie möglich, bei dieser Unperson. das graben anfangen.
    Wer sucht der findet!!!!!!!
    Viel Erfolg.
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#10 ManfredAnonym
  • 23.05.2007, 13:55h
  • Diese Homogurke hat der Pole wirklich mehr als verdient.
    Ich glaube, auch aus Gesprächen mit polnischen Freunden, gehört zu haben dass dieser Herr Giertych seine eigenen schwulen Gedanken damit verdrängen will!
    Unsere Solidarität sollte den polnischen Schwulen gelten.
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