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Nach großem Streit in der Szene macht das große Kölner Bordell einen Rückzieher und beteiligt sich nicht mehr am Cologne Pride.

Von Christian Scheuß

Wem gehört der CSD und wer ist willkommen in den Reihen der Schwulen und Lesben und wer nicht? Die einfache Antwort, dass jeder dazugehört, sofern er sich für die Emanzipation sexueller Minderheiten einsetzt, scheint in Köln nicht mehr zu gelten. Denn die Frage, ob sich das große Kölner Bordell "Pascha" an der Parade und als Sponsor beteiligen darf oder nicht, das hat in diesem Jahr fast zu einer Spaltung der Community geführt. Die Konfliktlinie lief dort vor allem zwischen den schwulen Männern, die Prostitution "nicht so schlimm finden" und den (lesbischen) Frauen, die mit sexueller Ausbeutung und Machtverhältnissen argumentierten. Die Verantwortlichen des Pascha haben nun einen Schlussstrich unter die emotional geführte Debatte gesetzt und sich für einen Rückzug entschieden.

Diese Entscheidung kam überraschend, denn die Mitgliederversammlung des Kölner Lesben- und Schwulentages (KLuST), dem CSD-Veranstalter, hatte sich Anfang Mai nach hitziger Debatte mehrheitlich gegen einen Ausschluss ausgesprochen. Als Reaktion darauf beschloss das schwul-lesbische Beratungszentrum RUBICON, sich mit ihren Veranstaltungen offiziell nicht mehr am CSD zu beteiligen.

Aber auch im Kulturbereich musste das Bordell Prügel einstecken. Das Kulturfestival Sommerblut, das alljährlich mit vielen schwul-lesbischen Acts im Mai und Juni aufwartet, wollte ursprünglich die Auftaktveranstaltung im Pascha stattfinden lassen. Feministinnen und konservative Politiker liefen Sturm gegen diese Entscheidung. Veranstalter Rolf Emerich beugte sich schließlich dem öffentlichen Druck und verlegte das Opening in das Kölner Theaterhaus.

Im Pascha stellen auch Transsexuelle und Callboys ihre sexuellen Dienstleistungen zur Verfügung.

23.05.2007

- w - Video (51s) - Feiere Pride mit Levi's®


17 Kommentare

#1 OlafAnonym
#2 seb1983
  • 23.05.2007, 18:22h
  • @Olaf

    Es gibt kaum einen Ort wo mehr ausgegrenzt diskriminiert, abgelästert und gleichzeitig massig Kohle abgesahnt wird wie in der Szene!
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#3 OlafAnonym
  • 23.05.2007, 18:48h
  • @seb1983
    Das sehe ich nicht so grundsätzlich. Die Szene ist doch ein schöner Ort, um zu feiern und mit Freunden auszugehen, auch mit Heten. Natürlich kann man dort auch Sex bekommen, das ist ja auch nix Schlimmes. Man muss ja nicht immer hingehen.

    Aber mir ist sie immer sehr offen vorgekommen, von Ausnahmen abgesehen. Darum ist diese Diskriminierung des Bordells in Köln auch so schade.
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#4 seb1983
  • 23.05.2007, 19:12h
  • Wer aber älter ist, keinen perfekten Körper hat oder eben nicht die trendigsten neuen Klamotten wird behandelt wie ein Aussätziger.

    Klar kann Szene echt lustig sein, grade bei den Gestalten die da rumlaufen.

    Nur wenn ich mitbekomme wie da auf andere Leute herabgeguckt wird, wie regelmäßig wirklich völlig indiskutable Veranstaltungen auf die Beine gestellt werden für die ich dann kräfitg Geld abdrücken soll nur weil irgendwo "schwul" draufsteht und die Leute deshalb ja eh kommen, das macht mich auch oft traurig und wütend.
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#5 MHKAnonym
  • 23.05.2007, 20:00h
  • Seid wann will der CSD in Köln wieder was für Rechte tun? Ich dachte es geht da nur ums vögeln?
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#6 Stefan, KölnAnonym
  • 23.05.2007, 22:19h
  • Im Pascha werden viele Frauen zwangsprostituiert. Es steht nicht für Emanzipation, Freiheit und Gleichheit. Das angeschlagene Image dieses Bordels sollte doch nicht unbedingt beim unserem Eintreten von Toleranz und Aktzeptanz für Lesben, Transgender und Schwule aufpoliert werden.

    Es war von rot-grün richtig, Prositution nicht mehr als sittenwidrig einzustufen und weiter zu entkriminalisieren. Gar keine Frage: Prostituiertenorganisationen, Stricherprojekte, ... sind immer willkommen. Sie stehen auch unter´m Regenbogen.. Ein kommerzieller Puff sicher nicht.

    Außerdem sollten wir uns mal die Frage stellen, ob wir eine Demonstation für gleiche Rechte oder eine "Sex-Parade" haben wollen.

    Meine Meinung: Wir brauchen eine Demonstration für gleiche Rechte und Aktzeptanz in Deutschland, Europa, in der Welt. Gegen Unterdrückung von rechts, von Mullahs, von Kardinälen und selbsternannten fundamentalistischen "Familien-Rettern". Selbstbewusst mit viel Spaß UND Wut!

    Gruß aus Köln: Aloha!
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#7 TomAnonym
  • 24.05.2007, 01:41h
  • ...
    ich denke, schwul-lesbische Kultur steht jetzt in der Tat an einem Scheideweg!

    Wollen wir, dass wir vor allem als Menschen wahrgenommen werden, die als Persoen verantwortet ihr Leben als Schwule und Lesben gestalten wollen, die Verantwortung übernehmen in ihren Beziehungen ebenso, wie es Menschen tun, die heterosexuelle Partnerschaften oder eine Ehe eingehen. Oder sollen leider wieder einmal diejenigen das Heft auf den CSD's in die Hand nehmen, die hedonistische Lebensformen propagieren, die gekennzeichnet sind durch die Verachtung des Anderen (und eigentlich von sich selbst) und die westliche Konsummentalität hineintragen auch in unsere Subkulturen. Ich denke, die Zeiten sind endgültig vorbei, in denen wir uns bis hinein in unsere Szenen von Formen der Sexualität bestimmen lassen, die in der Vergangenheit gewachsen sind aus einer Kultur der Unterdrückung und Verdrängung. Lasst uns protestieren gegen jegliche Art von sexueller Unterdrückung und Ausbeutung, wie sie sich gerade auch in der Situation der Prostituierten im Pascha äußert.

    Lasst uns -auch auf den CSD's endlich dafür einstehen, dass für uns Werte wie Treue, Respekt, Verzicht (auf den Seitensprung), Liebe, lebenslange Partnerschaften jene Werte sind, für die wir eintreten. Und dafür, dass wir nicht länger bereit sind, uns durch eine Kultur des (religiös-fundamentalistischen) und narzisstisch-hedonistischen Terrors dazu verleiten zu lassen, uns mit einer Subkultur zu umgeben, die uns allen letztlich mehr schadet als hilft, wirklich erfüllt als diejenigen leben zu können, als die uns Gott in seiner Liebe geschaffen hat.
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#8 ÜwchenAnonym
  • 24.05.2007, 09:36h
  • Der Besitzer vom Pasha ist Schwul das ist in der Kölner Szene auch bekannt, Ich weiss garnicht was das soll. Ich glaube nicht dass das größte Bordell Europas Frauen zur prostitution zwingt. Es ist wohl eher ein Imageproblem und ein Aufstand der Lesben weil alle Männer ja scheisse sind.
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#9 madridEUAnonym
  • 24.05.2007, 10:17h
  • @Üwchen: Lesben tun sich schwerer damit, das andere Geschlecht in ihren Clubs zu dulden, als wir Schwule. So erinnere ich mich an ein Lokal in Manchester, wo ich schon vor 20 Jahren an der Tür abgewiesen wurde, obwohl ich beteuerte, ebenso homosexuell zu sein wie die Damen an den Tischen. Dies war für mich besonders bitter, weil ich den Feminismus immer unterstützt habe.
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#10 MickeyMouseAnonym
  • 24.05.2007, 20:16h
  • Also, der Besitzer des Pascha ist eine britische Ltd. (GmbH) - und die kann gar nicht schwul sein :-). Und die Geschäftsführerin dieser Lt.d ist ne Frau. Gehen wir also mal davon aus, dass da keine Frauen zur Prostitution gezwungen werden. Ich bin aber der Meinung, dass die CSDs an die Kämpfe der Lesben und Schwulen erinnern sollen, die durchgefochten werden mussten, um zumnindest dahin zu kommen, wo wir in Deutschland heute sind. Und deshalb haben Sponsoren, die mit der Community nur am Rande was zu tun beim CSD nix verloren - auch nicht ihr Geld.
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