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Zwölf Kollegen haben sich an die grandiosen Songs von Joni Mitchell gewagt. Auch auf der CD: sexy Sufjan Stevens.

Von Jan Gebauer

Das wurde ja auch Zeit! Joni Mitchell, eine der größten lebenden Singer/Songwriterinnen unserer Zeit, hatte schon längst eine Huldigung in Form einer Tribut-CD verdient. Das schlicht "A Tribute to Joni Mitchell" betitelte Werk versammelt zwölf prominente Fans der Kanadierin, die neben Anne Murray als erste Musikerin ihres Landes millionenfache Plattenumsätze erreichte. Und laut ihrer Webseite ist die Mitchell begeistert. Die guten Nachrichten zuerst: Die Auswahl der Songs und Künstler fiel weitgehend ungewöhnlich bzw. treffend aus. Im Booklet gibt es, und das ist ja heute beileibe keine Selbstverständlichkeit mehr, alle hervorragenden Texte von Mitchell.

Damit enden die guten Nachrichten aber auch schon fast. Denn was auf dem Papier oder vielmehr dem Track-Listing so hervorragend aussieht, bleibt über weite Strecken doch nur durchschnittlich. Keine Frage, Sarah McLachlan singt "Blue" so überzeugend und stimmlich ähnlich wie Mitchell, das man die CD-Rückseite schon dreimal checken muss, um sicher zu gehen, dass es wirklich McLachlan ist. Auch Emmylou Harris, Björk und Sufjan Stevens haben interessante Neueinspielungen zu bieten.

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Ansonsten regiert all zu oft das Gegenteil: Da wären zum Beispiel jene Mitchell-Klassiker, die man wohl auf einem Tribut-Album erwartet: Selten habe ich eine langweiligere Version der zutiefst bewegenden Ballade "River" gehört als von James Taylor. Das gleiche Erlebnis bei Princes "A Case Of You". Cassandra Wilson, auch nicht gerade für Gefühlsausbrüche bekannt, verbreitet bei "For The Roses" zwar durchaus einen bluesigen Charme, wenn man dagegen aber das elfenhafte Original hört, wird man das Gefühl nicht los, eine dicke Staubschicht weht über Wilsons Version.

Auch von der sonst so überragenden k.d. lang hätte ich bei "Help Me" – Mitchells größter kommerzieller Hit – mehr erwartet. Während das Original mit verspielten Jazz-Anleihen überraschte, hat langs Version viel zu viel Studio-Bombast abbekommen. Was bleibt ist die tolle Stimme. Die hat ohne Zweifel auch Annie Lennox, aber ihre "Ladies Of The Canyon" machen höchstens Lust auf die sparsame Instrumentierung von Mitchell. Am Ende der zwölf Songs bleibt ein zwiespältiger Eindruck und die Erkenntnis, dass vielleicht der vereinzelte (legale) Download für dieses gut gemeinte Werk von Vorteil ist.

23. Mai 2007



#1 mvsAnonym
  • 26.05.2007, 04:01h
  • shawn colvin schreibt in den liner notes zu ihrem ersten album steady on (glaube ich, es könnte aber auch fat city sein, ich kann grad nicht nachschauen) über mitchell: you master, me whimp.

    was für eine schwachsinnige untertreibung - colvin und ihr produzent/fast-ehemann/seelenpartner john leventhal bringen gemeinsam musik und texte zustande, die besser sind, als alles, was mitchell je geschrieben hat.

    diese art von heldenverehrung für mitchell ist mir äußerst suspekt. zwar besteht kein zweifel daran, dass sie gut ist, überhaupt keiner - aber sie ist nicht wesentlich besser als colvin. sie ist nur heiliger.

    wesentlich interessanter sind aber damen wie karen dalton oder kate wolf, die heute kein schwein mehr kennt - völlig zu unrecht untergegangen unter den "markt" mit compilations und schein-heiligkeit zuschüttenden mitchells (oder verwertungsgesellschaften).

    und es hat schon einen grund, warum nanci griffith auf ihrem coversongs-album "other voices, other rooms" zwar songs von kate wolf, malvina reynolds, bob dylan oder frank christian singt, aber nichts von joni mitchell.

    die besseren covers sind ohnehin:

    a case of you - tori amos

    river - naja, eigentlich gibt es davon kein gutes cover, auch sarah mclachlan hat es versaut, am ehesten robert downey jr. oder allison crowe

    interessant wäre noch tracy chapman gewesen.
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#2 mvsAnonym
  • 26.05.2007, 04:04h
  • ach ja, holly mcnarland wäre auch interessant gewesen (wenn ich an ihr atemberaubendes cover von phil collins in the air tonight denke)
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#3 mvsAnonym
  • 08.09.2007, 17:18h
  • ist es eigentlich bedauerlich oder erschreckend, dass außer mir niemand einen kommentar hierzu verfasst? *traurig guckt*
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