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Buchenwald (queer.de) - Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten hat ungewohnt scharf den nach wie vor schwelenden Streit um die Ausgestaltung des Homo-Mahnmals kritisiert. Die Gedenkstätte soll in Kürze im Zentrum Berlins gebaut werden. "In dieser Auseinandersetzung rückt das Andenken an die homosexuellen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung offenbar immer mehr in den Hintergrund und auch die historischen Tatsachen werden gegenwärtigen und zukünftigen politischen Zwecken mehr und mehr untergeordnet", erklärte Arbeitsgemeinschaftssprecher Prof. Dr. Volkhard Knigge auf einer Sitzung in der Gedenkstätte Buchenwald. "Die Verzerrung der Vergangenheit für gegenwärtige Zwecke – und mag sie noch so gut gemeint sein – beschädigt und delegitimiert aber die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im Ganzen." Das sei eine "politische Instrumentalisierung des Gedenkens".

Kampagne der "Emma" zeigte Wirkung

Stein des Anstoßes: Bislang sollte man bei dem Denkmal durch ein kleines Fenster ein projiziertes Filmbild eines scheinbar endlosen Kusses zwischen zwei Männern sehen. In den letzten Monaten kritisierten vor allem Frauengruppen, dass Lesben beim Entwurf benachteiligt werden würden. Dieser war zwar Anfang 2006 ohne öffentliche Proteste von einer Expertenjury ausgewählt worden (queer.de berichtete). Erst ein gutes halbes Jahr später startete die Frauenzeitschrift "Emma" aber eine Kampagne gegen das Mahnmal. Es würde lesbische Opfer des Nationalsozialismus ausgrenzen, so die Begründung (queer.de berichtete). Das Künstlerpaar hatte daraufhin der "Emma" Populismus vorgeworfen (queer.de berichtete). Die Künstler regten an, dass man das Bild alle zwei Jahre austauschen könne und dann auch Frauen gezeigt werden könnten (queer.de berichtete). Das wurde von der "Emma" aber erst vor kurzem wieder kategorisch abgelehnt: "Wer garantiert, dass nach zwei Jahren tatsächlich die Frauen zum Zuge kommen?", kommentierte des Blatt den "grotesken Kompromiss". (pm/dk)



47 Kommentare

#1 Franky_EyesAnonym
  • 24.05.2007, 12:18h
  • Also langsam nervt diese Zeitschrift wirklich.

    Sorry mehr kann man eigentlich dazu nicht sagen.
    Die Leute dieser Zeitschrift geben wohl erst Ruhe wenn das Mahnmal aussieht wie ihre Klatschblatt.
    Die vergessen wohl das es nicht um den ihre Redaktion geht und ihre Redakteure zu lobpreisen.
    Es geht darum endlich mal ein Denkmal zu errichten das auch für sexuell verfollgte, vorallem Homosexuell verfolgte ist.

    Wenn die ein eigenes Denkmal haben wollen sollen sie es sich selbst finanzieren.
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#2 gerdAnonym
  • 24.05.2007, 12:30h
  • Ich stimme Prof. Dr. Volkhard Knigge ausdrücklich zu. Das Denkmal soll jetzt endlich gebaut werden.
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#3 wolfAnonym
#4 hwAnonym
  • 24.05.2007, 12:59h
  • @ gerd
    ..ja da stimme ich auch mal zu:
    " "Die Verzerrung der Vergangenheit für gegenwärtige Zwecke – und mag sie noch so gut gemeint sein – beschädigt und delegitimiert aber die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im Ganzen." Das sei eine "politische Instrumentalisierung des Gedenkens".
    begonnen hat sie listenreich mit:
    "der pazifismus machte auschwitz erst möglich". damit wird heute in mitteleuropäischen gefilden jeder staatsterrorismus als friedensdienst
    begründet und in katholischen epochen denkend, tritt der größte hetzer seit goebbels, der hier die instrumentalisierung
    förderte, heute nach erledigter arbeit, attac bei. der umsetzer lehrt in princeton. beide unermüdlich katholisch.
    "......und auch die historischen Tatsachen werden gegenwärtigen und zukünftigen politischen Zwecken mehr und mehr untergeordnet". erzkatholisch, vatikanisch.
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#5 AachenAnonym
  • 24.05.2007, 13:18h
  • @hw:

    Was willst Du dem geneigten Leser sagen?
    Bitte kurze Sätze, Punkt/Komma benützen und einen Sinngehalt einfügen..

    Danke.
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#6 seb1983
#7 SebiAnonym
  • 24.05.2007, 15:19h
  • @hw
    Bin immer froh, dass wenigstens einer hier 'nen Überblick bewahrt. Wenn hier jemand Geschichtsverzerrung betreibt, dann ist das gewiss nicht grad die EMMA.
    Beispiel Vatikan ist ziemlich gut. Wir sollen ja Glauben, dass der Katholizismus den Ostblock demokratisiert habe (wobei mitlerweile ja rausgekommen ist, dass kath. Priester für den polnisch-kommunistischen Geheimdienst gearbeitet haben). Wir sollen glauben, dass der Vatikan immer schon contra Holocaust gewesen sei (kürzlich hatten sich ja die Heiligen geweigert, den NS-Opfern zu gedenken, weil die Gedenkstätte Yad Vashem die Haltung von Pius XII als von Historikern umstritten bezeichnete, was noch untertrieben ist). Die Päpstin hat's angeblich auch nie gegeben. Völkermord an Inka & Maya, Inquisition, 30-jähriger Krieg...alles verjährt...usw.
    Zurück zum Denkmal: Ich hoffe, dass das Ding aufgehalten wird. Knutschende Männer sind hier einfach Pietätlos und zollen den Opfern keinen Respekt. Vor allem aber unterstreicht es die Haltung der Heten, dass wir nicht als NS-Opfer endlich einen angemessenen Schutz verdienen (wie ihn sich die Juden erkämpft haben -ohne Knutschphotos übrigens), sondern dass es uns nur darum gehe, wild und exhibitionistisch unsere Sexualität zur Schau zu stellen.
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#8 tuxAnonym
#9 hwAnonym
#10 SaschaAnonym
  • 24.05.2007, 16:25h
  • @wolf: Eben!

    Und ironischerweise hat die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft bis zum heutigen Tage weitaus mehr Probleme mit zwei sich küssenden Männern als mit zwei sich küssenden Frauen.

    Darum soll das Mahnmal jetzt endlich in der vorgesehenen Form realisiert werden, obwohl eine etwas offenere und stärker sichtbare Darstellung zweifellos wünschenswert gewesen wäre.
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