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Schwule und Lesben versammeln sich trotz Verbots und in einer Atmosphäre voller Hass. Das verdient Respekt!

Von Christian Scheuß

"Tod den Schwulen!" brüllen Neonazis auf der Straße. Orthodoxe Priester segnen die Schreihälse in den Springerstiefeln. Ein Schwuler wird von den Faschos zu Boden geworfen und getreten, ein alter Mann beugt sich über ihn und bespuckt ihn. Das berichtet Spiegel Online. MdB Volker Beck beschreibt ausführlich, wie rüde ihn die Milizen behandeln, und zwischendurch nochmal die Bahn freimachen, damit ihn Passanten mit Eiern bewerfen können. Der britische Homoaktivist Peter Tatchell bekommt einen Faustschlag mitten ins Gesicht. Es herrschte die Angst vor unter denen, die trotz Verbots der Demonstration am 27. Mai in Moskau zusammen gekommen waren.

Die meisten von uns sind hierzulande früher oder später zum CSD dazu gestoßen und fanden sich damals wahrscheinlich unheimlich mutig. Heute überlegen sich manche bereits, ob sie sich die Parade nicht eigentlich schenken können, da sich etwas wiederholt, was sie die Jahre davor schon gesehen habe. Richtige Angst um Leib und Leben musste hierzulande seit Beginn der neuen deutschen Schwulenbewegung in den Siebzigern keiner haben. Wenn auch das Volk auf der Straße gegen einen war, zumindest konnte man sich darauf verlassen, das die Polizei einen schon schützt.

In Russland ist nicht einmal dieses Vertrauen vorhanden. So wie es die Augenzeugen beschreiben, ist das Gegenteil der Fall. Der Staat hat kein Interesse daran, Homosexuelle zu schützen, und stellt sich klammheimlich auf die Seite des Pöbels. Sich gerade dann dennoch auf die Straße zu trauen, um sich zu zeigen, das zeugt von außerordentlicher Zivilcourage.

Es ist zudem gut, dass sich die Community aus den europäischen Nachbarländern solidarisch zeigt, das auch Europapolitiker und Parlamentarier Flagge zeigen. Sie sorgen mit dafür, das nichts Schlimmeres passiert. Die internationalen Medien schauen zu, wenn geprügelt wird, und kein Moskauer Politiker kann das zu einer inneren Angelegenheit erklären. Es ist perfide und bösartig, zu behaupten, die Politiker seien einzig nach Moskau gefahren, um sich zu profilieren. Wer so etwas äußert, wie in en vergangenen Tagen geschehen, der möge sich das nächste Mal selber dieser Hass-Atmosphäre aussetzen, und er wird merken, wie absurd ein solcher Vorwurf ist.

Wir haben den größten Respekt vor den Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transgenderpersonen und Freunden, die an diesem Gay Pride in Moskau teilgenommen haben, und verleihen ihnen allen den Homo-Orden!

29.05.2007



15 Kommentare

#1 DerBastiAnonym
  • 29.05.2007, 16:57h
  • Man koennte eigentlich mal eine Gay-Miliz aufbauen, die in Russland die Leuts mal ein bischen aufmischt. 500-1000 schlagkraeftige, trainierte und ausgebildete Gays.
    Wenn man in grossen Deutschen und Russischen Staedten einige Kampfsportausbildung anbietet (schwule Polizisten und BW-Soldaten koennten da bestimmt nutzbringend ihr Wissen weitergeben), nach Moskau zum naechsten CSD mal mit 5000 Leuten anreist kann man einigen rechten Idioten mal zeigen, dass Schwuchteln auch was anderes als Handtaschen schwingen koennen. Auch wenn man von den Bullen eins auf die Nase kriegt lohnt es sich wahrscheinlich aufgrund des Lerneffekts. Ich denke nicht, dass Putin&Co die Leute laenger als 24h ohne diplomatische Konsequenzen im Knast behalten koennen.
    Das ganze sollte man dann regelmaessig alle 2-3 Monate organisieren. Man kann ja rundum anreissen, Februar kommt Deutschland, im April Belgien/Holland, Juni Frankreich, August England, Oktober Italien/Spanien und im Dezember Polen/Ungarn/Tschechien/Slowakei. Waer doch fun
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#2 KonstantinEhemaliges Profil
#3 tuxAnonym
  • 29.05.2007, 18:05h
  • @konstantin: Ähm, hiess das nicht mal heten kneten?
    www.sommersturm.de/main.html

    aba mal im ernst: hatte das mal erlebt. da meinten ein paar hobby-hitler, so ca. 20 stück, sie müssten mal schwule klatschen gehen. zu dumm das ausgerechnet an dem abend die lederjunx da waren...
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#4 StefanAnonym
#5 HampiAnonym
  • 29.05.2007, 22:14h
  • aber sind es denn nur Vorurteile, wenn in Moskau die Meinung vorherrscht, Schwule seien eben gottlos, da sie die Bibel nicht respektieren und nur an Arten von Sex interessiert sind welche nicht der Fortpflanzung dienen? Es soll eben gerade im Osten noch eine ganze Anzahl von Menschen geben die alles sexuelle verdammen das nicht der Zeugung von Leben dient, damit verdammen sie natürlich auch die künstliche Fortpflanzung. Es sind doch sicher nicht nur Neonazis und orthodoxe die so denken? Dieser Hass auf Homos muss tiefer wurzeln, und reicht sicher auch viel weiter zurück als nur bis zu Hitlerdeutschland, immerhin gab es auch im 17., 18. und 19. Jahrhundert keinen einzigen Darkroom und keine Ledersklaven oder -meister, obwohl Leder als Material schon längst erfunden war. Ok, es gab "Marquis de Sade", aber diese literarische Legende war auch nicht gerade in vielfacher Ausführung vorhanden...
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#6 RemoAnonym
  • 30.05.2007, 10:49h
  • @Stefan: Gerne, aber dann nur mit Hampi als Lockvogel.
    Schweizer haben im Moment sicher andere Probleme, nämlich wie sie am 1.August Rechtsradikale von einer Kuhweide fernhalten. Aber das ist ein anderes Kapitel.
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#7 KonstantinEhemaliges Profil
#8 Böse MöseAnonym
  • 01.06.2007, 17:25h
  • @ Konstantin: Kann ich nur bestätigen: Vor vielen vielen Jahren im alten Schulz (Bismarckstr.) zu Köln: Über irgendwelche Kanäle war die Drohung, dass die Glatzen das Schulz stürmen / beschädigen wollten, dorthin durchgedrungen. Also alamierten die aufgebrachten Tunten, den damals dort ansässigen Lederclub. Der dann nicht kam. So harrte denn ein (mehr oder weniger) tapferer (auf jeden Fall kontinuierlich bessoffenerer Kreis) von Tunten und Bewegungs-Schwestern idie Nacht m Schulz aus. Wo die Lederjungs geblieben sind, ist bis heute unbekannt....
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#9 RabaukeAnonym
  • 07.06.2007, 11:31h
  • Gepflegt den Glatzen von Moskau in die Fresse treten???? Ich bin dabei und das nicht nur mit der Klappe. Also wenn da wo wer was gründet, ich bin dabei.
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#10 Markus MildnerAnonym
  • 11.06.2007, 21:15h
  • Sehr geehrte Mithomosexuellen,

    hiermit möchte ich mein Bedauern aussprechen, für derart dürftige Argumentation insache "Gewalt gleich Gegengewalt". Oder wie hier gewisse Personen es als "Hetenklatschen" bezeichen, zeigt die banale Dürftigkeit der leider weitverbreiteten, homosexuellen Denke. Zumindest bei, wie ich meine, ungebildeten Tunten mit dem Hang zur Koste-es-was-es-wolle- Profilierung!
    Man kann auf der einen Seite sichlerich Zustimmung verlauten lassen, wenn "prominente Persönlickeiten" an einer pro-schwulenrechtlichen Demonstration teilnehmen. Man ist geradezu versucht zu sagen: "Da brauchen wir mehr von...!"

    Doch was passiert, wenn das Militär oder die rohe Polizeistaatsgewalt dem Treiben ein brutales Ende setzt und Menschen werden verletzt? Ja dann ist wieder jeder schlimm betroffen... Wie immer! Anstatt nach einer verblödeten Schwulen-Miliz zu schreien, sollte man aktiv werden und zwar im eigenen Land. Wer in dieser Art und Weise nölt, kann auch positive Bewegungen fürs Schwulenrecht unterstützen!!!

    Nur wer vor der eigenen Haustüre sauber kehrt, darf sich ein fremdländisches Urteil erlauben. Und nicht immer aus der kunterbunten, schrillen und so kuschlig-geilen Hintergassenbumskneipe die großten Scheißhausparolen werfen!

    Und somit sage ich abschließend: "Homo-Orden für Moskau ist gerechtfertigt". Und wenn man etwas zum Abschuß freigeben sollte, sind es gewaltfördernde Parole...

    Markus Mildner (29) aus Heilbronn
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