Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?703
  • 02. März 2004, noch kein Kommentar

Kairo Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet von mehreren hunderten Festnahmen von Homosexuellen in Ägypten innerhalb von zwei Jahren. Viele der Inhaftierten wurden gefoltert, heißt es in dem am Montag in New York vorgestellten Bericht. Die Polizei würde mit Undercoveragenten gezielt auf die Jagd nach Schwule gehen und auf entsprechende Kontaktanzeigen im Internet eingehen, so die Organisation, die Ägypten aufforderte, antihomosexuelle Gesetze außer Kraft zu setzen und die "Ermittlungs"-möglichkeiten der Polizei einzuschränken. "Die Regierung findet es nützlich, diese Gruppe Menschen zu dämonisieren, um von anderen Problemen abzulenken", sagte der Exekutivdirektor von Human Rights Watch, Kenneth Roth. Die ägyptische Regierung wollte sich Medienberichten zufolge nicht zu den Vorwürfen äußern. Von Human Rights Watch befragte Inhaftierte gaben an, man habe sie festgebunden und in schmerzhaften Stellungen aufgehängt, ausgepeitscht, mit eiskaltem Wasser überschüttet, Zigaretten auf ihnen ausgedrückt und ihnen Elektroschocks an Gliedmaßen, Genitalien oder Zunge versetzt. Gefängniswärter hätten zudem gezielt Häftlinge aufgefordert, sie zu vergewaltigen. Human Rights Watch seien 179 Männer bekannt, gegen die seit Anfang 2001 nach dem einschlägigen Gesetz Anklage erhoben worden sei. Die Dunkelziffer bei Festnahmen ohne Anklage sei hoch, mehrere hundert Menschen seien auf diesem Wege ebenfalls gefoltert worden, vermutet die Organisation. Der ausführliche Bericht inklusive Zeugenaussagen ist auf Englisch im Internet verfügbar. (nb)