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Welchen Einfluss hat die in der schwulen Szene beliebte Schnüffeldroge auf das Immunsystem?

Von Christian Scheuß

Wer sich mit der Fragestellung befasst, ob der Gebrauch von Poppers möglicherweise einen negativen Einfluss auf das Immunsystem hat, der landet unweigerlich bei den so genannten Aids-Leugnern. Eine kleine Gruppe von selbsternannten Experten, die sich auch als "Aids-Dissidenten" oder "Aids-Skeptiker" bezeichnen. Sie glauben nicht an einem Zusammenhang von HIV-Infektion und Aids-Erkrankung und meinen, in ungesunder Lebensweise eine Ursache für die Immunschwächekrankheit gefunden zu haben. Der prominenteste der Aids-Leugner ist Professor Peter Duesberg. In einigen wissenschaftlichen Aufsätzen sagt er, das HI-Virus existiere zwar, aber es sei harmlos. Gefährlich sei dagegen die Einnahme antiretroviraler Aids-Medikamente. Gewarnt wird immer auch vor dem Gebrauch von Poppers.

Verursacht Poppers das Kaposi-Sarkom?

Siegfried Schwarze vom Verein "Projekt Information", der regelmäßig seriös über neue Entwicklungen bei HIV berichtet, hat in einem ausführlichem Artikel auf "hiv.net" über die Aids-Dissidenten auch die Poppers-These aufgegriffen: "Assoziation und Kausalzusammenhang werden immer wieder gerne verwechselt. Schönes Beispiel: Während der geburtenstarken Jahrgänge stieg auch die Zahl der Störche in Deutschland an. Es besteht also ein zeitlicher Zusammenhang (Assoziation) zwischen der Zahl der Störche und der Zahl der Geburten. Daraus aber einen ursächlichen Zusammenhang à la 'Der Storch bringt die kleinen Kinder' ableiten zu wollen, ist natürlich unzulässig. So gab es (vor der Ära der antiretroviralen Therapie) tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Poppers und der Entwicklung des Vollbilds Aids. Daher kam auch bei den etablierten Wissenschaftlern schnell die These auf, Poppers sei für Aids verantwortlich. Doch genauere Untersuchungen ergaben, dass beide Phänomene eine gemeinsame Ursache hatten: Schwule, die sexuell besonders aktiv waren, benutzten überdurchschnittlich oft Poppers und erkrankten überdurchschnittlich häufig an Aids."

Also noch mal im Klartext: Alle Quellen, die man zum Beispiel über eine Suche im Internet findet, in denen behauptet wird, Poppers verursache die Bildung von Kaposi-Sarkomen, einer Hautkrebsart, die bei Aids-Patienten häufiger auftrat, oder Poppers verursache gar Aids, sind veraltet oder verbreiten ein Märchen der Aids-Leugner.

Ob und welche Auswirkungen Poppers auf das Immunsystem des Menschen hat, ist bislang nicht erforscht. Bei Versuchen mit Mäusen konnte eine Verringerung der Anzahl der weißen Blutkörperchen festgestellt werden – doch lassen sich solche Experimente nicht einfach auf den Menschen übertragen.

Poppers kann bei unsafem Sex eine Infektion begünstigen

Klar ist lediglich: Poppers kann eine HIV-Infektion bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem Positiven zumindest begünstigen. Grund: Die Droge erhöht die Blutzirkulation auch im Po-Bereich. Zugleich unterdrückt das Amylnitrit einige Funktionen des Immunsystems, was eine Infektion auch mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten begünstigen kann.

Keine eindeutigen Antworten gibt es wiederum für HIV-Patienten, die sich gerade einer Kombiherapie unterziehen. Die Pillen haben zum Teil erhebliche Nebenwirkungen, zum anderen gibt es auch Wechselwirkungen, die den Therapieerfolg beeinträchtigen können. Knoblauch- oder Johanniskrautpräparate spielen da plötzlich eine Rolle, auch Viagra kann in Zusammenhang mit der Kombitherapie kritisch werden. Generell alle Drogen können die Wirkung von Medikamenten verändern, und damit wahrscheinlich auch Poppers.

Selbst die Deutsche Aids-Hilfe rät hier nur generell zu einem Gespräch mit dem Arzt und gibt speziell zu Poppers keine besondere Empfehlung.

12. Juni 2007

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42 Kommentare

#1 seb1983
  • 12.06.2007, 11:44h
  • Nach der häufigen Werbung für poppers hier mal ein für queer.de Verhältnisse einigermaßen kritischer Artikel für das Dreckszeug...
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#2 KonstantinEhemaliges Profil
  • 12.06.2007, 12:40h
  • @ seb1983: Die Bemerkung "Dreckszeug" zeugt allerdings nicht von einer kritischen Auseinandersetzung mit Poppers deinerseits. Wahrscheinlich gehörst du auch zu denen, die Raucher maßregeln möchten und Leute, die täglich einen Wein zum Essen trinken als Alkoholiker bezeichnest. Sex außerhalb der Beziehung ist "pfui" und alle Schwulen sind monogam. Träum weiter!
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#3 KonstantinEhemaliges Profil
  • 12.06.2007, 13:45h
  • p.s. @ seb1986: Kleiner Hinweis als Nachtrag. Das Leben an sich ist ungesund und endet IMMER tödlich! (Munkelt man)
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#4 martinAnonym
  • 12.06.2007, 14:45h
  • naja, wer gern lösungsmittel schnüffelt... da roll ich mir lieber einen. aber das ist wohl geschmackssache.
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#5 ThomasAnonym
  • 12.06.2007, 14:49h
  • Mann, ihr trottel! - egal ob poppers, alkohol oder zigaretten -

    die menschen die dass nehmen sind nicht echt -

    das ist total abturnend finde ich.
    wozu solldieser künstliche kruscht gut sein?

    das ist doch nur für weicheier!
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#6 tuxAnonym
#7 OlafAnonym
  • 12.06.2007, 15:37h
  • Interessant wie hier wieder das Spiel "Gute Drogen, schlechte Drogen" gespielt wird. Lasst doch jeden selbst entscheiden, was er/sie macht. Wenn jemand gerne raucht, säuft, schnüffelt oder kifft und das unter Kontrolle hat, ist das doch eine schöne Sache, wenn's glücklich macht. Meiner Meinung nach ist Sex nach einem Joint ab und an mal eine geniale Sache, aber von Poppers krieg ich nur Kopfschmerzen. Wenn jemand anders es toll findet, dann ist das doch auch eine schöne Sache!

    Noch zu meinem speziellen Freund @tux:
    Wie können wie von Dir behauptet im Jahr 6 Millionen Menschen an Alkohol sterben, wenn pro Jahr insgesamt nur rund 850.000 Menschen in Deutschland den Löffel abgeben? Die Logik musst Du mir mal genauer erklären.

    Da würde ich an Deiner Stelle lieber die Rauchgewohnheiten überdenken. Zitat: "In Deutschland sterben nach jedes Jahr rund 140.000 Menschen an den Auswirkungen des Tabakkonsums. Das sind mehr Todesfälle als durch Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen."
    Quelle:
    www.aktiv-rauchfrei.de/article.php?id=728

    Aber wenn Dir Rachen Spaß macht, bitte! Wir leben dankenswerterweise in einem freien Land! Ich halte mich aber lieber an Alkohol und illegale Drogen! PEACE!
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#8 seb1983
  • 12.06.2007, 15:41h
  • @Konstantin

    Warum soll ich mich mit so einem Zeug kritisch auseinandersetzten?? Es ist ne Droge und fertig.
    "...leben endet immer tödlich" klingt nach der typischen selbstzerstörerischen Verantwortungslosigkeit die viele Schwule an den Tag legen... Lieber alles in sich reinschütten und reinspritzen was geht, dann mit 40 drogen- alkohol- und tablettensüchtig an aids sterben.

    @tux

    Wie wärs dann damit die nächste Sucht zu bekämpfen?? Bei Alkohol halte ich es so: Ein Bier oder Wein alle paar Tage ist in Ordnung, aber eben nicht jeden Abend. Von harten Sachen dagegen möglichst die Finger lassen.

    Gegen Raucher habe ich nichts, sobald es exzessiv wird werden die mir aber einfach unsympathisch: Gelbe Zähne und Finger, immer dieser Gestank nach altem Qualm... ein ziemlicher abturner...
    Als Kontaktlinsenträger sind mir einige Kneipen zusätzlich ein Dorn im Auge und ich sehne mich nach Zuständen wie in Irland wo man ein T shirt auch mal zwei Abende anziehen kann ohne dass es eingeräuchert stinkt.
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#9 seb1983
  • 12.06.2007, 15:51h
  • @Olaf
    Es waren laut Statistischem Bundesamt 2006 sogar nur 821.635 Menschen.

    Also streichen wir mal Nullen:
    600.000?? auch n bischen viel oder...
    60.000?? könnte sein bei 140.000 Rauchertoten...
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#10 OlafAnonym
  • 12.06.2007, 16:20h
  • @seb1983
    Das könnte hinhauen, ist aber natürlich schwierig zu messen. Bei Recherchen im Internet trifft man auf ganz unterschiedliche Zahlen:

    16.000 Tote laut Statistischem Bundesamt:

    www.abendblatt.de/daten/2007/03/28/714434.html

    42.000 Tote laut Bundesregierung vor ein paar Jahren:
    www.abendblatt.de/daten/2002/07/26/50861.html

    Eins ist klar. Alles, was so starken Einfluss hat, ist natürlich in Übermaßen ungesund. Aber ich hätte viel weniger lustige Erinnerungen, wenn es diese Drogen nicht gäbe.

    Um zum Artikel zurück zu kommen: Poppers bereitet Leuten doch bei minimalem Risiko Freude. Nur weil ein paar es übertreiben, kann man den anderen den Spaß doch nicht verbieten. Es ist ja nicht mal illegal in Deutschland, darf nur nicht ohne Rezept gekauft werden. In England gibt es das dafür an jeder Straßenecke als "Room Odouriser".
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