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Prag (queer.de) - Die Zustimmung zu Eingetragenen Partnerschaften in der tschechischen Bevölkerung nimmt ein Jahr nach deren Einführung kontinuierlich zu. Nach einer von CVVM durchgeführten Umfrage befürworten nun 69 Prozent die Ehe light. Bei der Einführung im Juli 2006 waren es noch 62 Prozent. Allerdings wird die Öffnung der Ehe von 58 Prozent weiterhin abgelehnt; diese Zahl ist identisch mit der einer vor zwei Jahren durchgeführten Umfrage. Eine klare Mehrheit lehnt auch die Adoption durch schwul-lesbische Paare ab.

Das Parlament in Prag hat die Eingetragene Partnerschaft im März 2006 beschlossen. Die Abgeordneten hatten dabei ein Veto von Präsident Vaclav Klaus überstimmt (queer.de berichtete). Ende Februar war zudem innerhalb der Regierung eine Diskussion ausgebrochen, ob verpartnerten Paaren zukünftig die Adoption erlaubt werden soll (queer.de berichtete). Eine Entscheidung darüber ist bislang noch nicht gefallen. (dk)



15 Kommentare

#1 QaswaProfil
  • 13.06.2007, 17:11hBerlin
  • Wie geht das - 58 % dagegen, 69 % dafür?
    Solch genau differenzierte Meldungen liebe ich...
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#2 HeikoBYAnonym
  • 13.06.2007, 17:34h
  • Hi zusammen, es ist doch wunderbar, dass auch unsere tschechischen Nachbarn die Homoehe light nun immer stärker akzeptieren. Nur irgendwie geht das mit den Prozenten hier nicht ganz zusammen. Wie können denn 69% zustimmen und gleichzeitig 58% diese Lebensform ablehnen? Dachte immer mehr als 100% geht nicht?
    Gruß an die redaktion; vielleicht ist es ja nur ein Schreibfehler.

    69 Prozent stimmen Eingetragenen Partnerschaften zu, aber 58 Prozent lehnen die Öffnung der Ehe ab. Red.
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#3 SteffenAnonym
  • 13.06.2007, 18:12h
  • Die Tschechen sind super und nicht zu vergleichen mit ihren polnischen Nachbarn! Und dass aus Tschechien viele schöne Filmchen kommen wissen ja die meisten von uns ;)
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#4 Autonomes Schwulenreferat Uni BielefeldAnonym
  • 13.06.2007, 18:41h
  • Sehr witzig finde ich es nicht, hier ein antislavisches Fass aufzumachen, wobei Tschechen und Polen gewichtet werden, nachdem wir selbst den NS-175 gerade erst 30 und den 175 15 Jahre hinter uns haben. Letzeres eher ein Verdienst der späten DDR.
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#5 SebiAnonym
  • 13.06.2007, 19:10h
  • @Redaktion
    Danke, dass ihr das mit den Prozentrechnung klargestellt habt. Ich finds immer wieder toll, dass viele Leute total perplex und begriffsstutzig werden, sobald Prozentzahlen in nem Fließtext vorkommen. Hier musste man ja noch nicht mal kopfrechnen, einfach nur den Text RICHTIG lesen.
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#6 tuxAnonym
#7 Autonomes Schwulenreferat Uni BielefeldAnonym
  • 13.06.2007, 19:34h
  • Bielefeld liegt zwar noch nicht ganz in Grönemeiers Westen, aber im Osten doch auch nicht. Wenn es die Stadt denn gibt.
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#8 SaschaAnonym
  • 13.06.2007, 22:49h
  • @Autonomes Schwulenreferat:

    Komisch auch, dass ich über vergleichbare Umfragen hierzulande schon seit einer halben Ewigkeit nichts mehr gelesen habe. Aber dieses zentrale Menschenrechtsthema rangiert bei uns ja sowieso unter "ferner liefen"...

    Ich bin gespannt, wann der LSVD endlich einmal scharfe und massive Worte an die politischen Entscheidungsträger richtet. Man sollte dieses Thema mindestens wöchentlich immer wieder auf die Tagesordnung bringen, bis die aggressive Diskriminierung von Homosexuellen in diesem und in nahezu allen anderen Lebensbereichen endlich ein Ende findet.
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#9 Krzyszek
  • 13.06.2007, 23:30h
  • "Ich bin gespannt, wann der LSVD endlich einmal scharfe und massive Worte an die politischen Entscheidungsträger richtet. Man sollte dieses Thema mindestens wöchentlich immer wieder auf die Tagesordnung bringen, bis die aggressive Diskriminierung von Homosexuellen in diesem und in nahezu allen anderen Lebensbereichen endlich ein Ende findet." (Sascha)

    Ich bin sicher, der LSVD tut seinen Teil; mit Sicherheit ist er am Thema dran. Ich bezweifle allerdings, dass es unbedingt die von dir geforderten "scharfen und massiven Worte" sind, die hier zum Ziel führen. Das ist vielleicht öffentlichkeitswirksam, aber erfolgreiche politische Arbeit läuft wohl anders.
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#10 DragonwarriorAnonym
  • 14.06.2007, 07:55h
  • @ sascha...

    mal wieder die übliche leier:

    ich beantworte sie mit der üblichen gegenfrage:

    was tust DU ganz konkret, um die arbeit des LSVD zu unterstützen?

    soweit ich weiß, reinweg garnichts.

    ein verband kann nur so stark sein, wie die mitglieder die sich in ihm finanziell oder durch arbeit engagieren.

    eine öffnung der ehe ist im moment nicht durchsetzbar, denn dazu braucht es entsprechende mehrheiten im parlament.

    jede/r politiker/in will erstmal überzeugt sein. dies jedoch geschieht nicht durch "mindestens wöchentliche" "scharfe und massive worte"... und es dauert bei einigen leider sehr lange...

    mit wöchentlichen scharfen und massiven worten so ein thema promoten zu wollen, heißt, es in den abgrund zu fahren... den spätestens nach nem monat landen deine emails, deine briefe, deine presseerklärungen in der nullablage...

    und selbst die dem thema mehr oder minder geneigte schwul-lesbische community wird dir nach spätestens zwei monaten nicht mehr zuhören.

    der LSVD gilt ohnehin vielen schon als zu ehe-lastig. und - ich sagte es in einem anderen thread: - politische arbeit in gruppen läuft anders, du musst leute bewegen.

    @ krzyszek
    jepp, der LSVD ist am thema dran. zur zeit an zwei baustellen gleichzeitig:
    zum einen durch die steuerkampagne.
    zum anderen durch die kampagne zu artikel 3 grundgesetz.

    beide haben nicht die öffnung der ehe zum ziel, wohl aber gleiche rechte.

    das die volle glechberechtigung damit nicht erreicht ist ist dem LSVD klar, weshalb die öffnung der ehe auch weiter ein ziel des LSVD bleibt.

    werfen wir einen blick auf die situation vor der eingetragenen lebenspartnerschaft:

    das für mich persönlich unerträglichste war die tatsache, dass ich mehrfach zusehen musste, wie binationale partnerschaften zerbrochen wurden, weil ein partner oder eine partnerin ausgewiesen wurde. das war für mich damals eine sollbruchstelle.
    eine andere war eine gleichstellung im angehörigenrecht und im erbschaftsrecht (ich sag nur pflichtanteile von noch lebenden eltern aids-kranker partner, die erst nach dem tot - dann aber mit erstaunlicher geschwindigkeit und präsenz aus der versenkung auftauchten um sich das erbe unter die finger zu reißen und den noch lebenden partner, der sich bis zuletzt rührend und aufopfernd um seinen partner kümmerte, von der beerdigung auszuschließen).

    beides ist heute nicht mehr möglich.

    hätte der LSVD - und die anderen verbände, die an den diskussionen mit däubler-gmelin beteiligt waren -damals "alles oder nichts" gefordert, hätten wir "nichts" bekommen, es sei denn, es wäre ihm irgendwie gelungen, heimlich in den bundestag und den bundesrat einzudringen, und die arme der politikerInnen zu heben, deren stimmen wir gebraucht hätten.

    das wäre wohl kaum gegangen...

    an dieser stelle musste man sich dann auch vor augen halten, dass das mit stolz-trotzig erhobenem haupt vorgetragene "dann lieber 'nichts'" bedeuted hätte, dass die ausweisungen und die ganze erbrechtsscheisse so weitergegangen wäre...

    und das hätte ich dann gerne sascha überlassen: sich vor die paare und witwer hinzustellen und zu sagen: "sorry, aber dieses angebot mussten wir ablehnen, denn es geht uns um das wort "ehe" und um absolut gleiche rechte."

    der LSVD - und andere verbände - sind immer wieder massiv und deutlich. und sie haben das ziel nicht aus den augen verloren.

    es ist vielleicht wie beim bergsteigen: manche gipfel erklimmt man nicht in einem marsch vom tal bis zum gipfel, sondern man errichtet ein zwischenlager, sichert routen mit felshaken und karabinern, zieht sich etwas zurück, wenn das wetter etwas umschlägt, kommt wieder zu kräften und lernt die gunst der stunde zu nutzen.

    das ist nicht populär für vertreter von saschas sorte. das ist mir relativ egal. entscheidend ist, dass wir weitergekommen sind und weiterkommen.

    andere mögen uns überholt haben, spanien etwa. das was zapatero durchsetzte war unglaublich. ein zeichen politischer entschlossenheit - aber: auch wieder die gunst der stunde, nämlich die möglichkeit es durchsetzen zu können.
    die hatte schröder damals nicht, weil ihm in der eigenen partei die entschlossenheit fehlte. und selbst bei den grünen gabs menschen (frau vollmer) die die gefolgschaft verweigert hätten... vermutlich war schröder das thema nicht wichtig genug, um es wirklich zur chefsache zu machen.

    an der stelle freue ich mich, - anstatt den kopf in den sand zu stecken, weil die spanier uns überholt haben - mittlerweile merkel und konsorten fragen zu können, warum das, was im katholischen spanien geht, hier nicht funktionieren soll...

    und zuguterletzt: in foren wie diesem ständig zu lamentieren und die ins kreuz zu treten, die versuchen etwas zu bewegen ziemt sich nicht, wenn man selbst den arsch nicht hochbekommt.
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