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In Berlin startet eine neue Flyerkampagne und ein Kreativ-Wettbewerb. Damit soll der Gewalt gegen Schwule vorgebeugt werden.

Von Carsten Weidemann

Ein Schimpfwort macht unliebsame Karriere, besonders unter Jugendlichen: "Schwule Sau!", laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Platz 1 der meistgebrauchten Schimpfworte in Deutschland. "Schwule Sau!", ein Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht und die auf Gleichheitsgrundsätzen aufbauende Solidargemeinschaft.

Sogar TV-Shows, Klamotten oder Mobiltelefone werden beliebig als "schwul" verschmäht, nur weil ihnen gegenüber Herabwürdigung, Verachtung und Entwertung ausgedrückt werden soll. "Schwule Sau!", für viele längst salonfähiger, gar harmloser Jugendslang. Kein Wunder also, dass Jugendliche sich nur selten trauen, offen zu sagen "Ich bin schwul, na und?!", obwohl es rein statistisch in jeder Schulklasse ebenso einen schwulen Jungen wie ein lesbisches Mädchen gibt. Zu groß die Angst, gemobbt zu werden oder "was auf die Schnauze" zu kriegen. Nicht ohne Grund: Jeden Tag werden Homosexuelle in Deutschland mit Beleidigungen und offener Gewalt konfrontiert.

Mit einer fünfteiligen Flyer-Serie greift in Berlin das Antigewaltprojekt MANEO dieses und weitere homophobe Schimpfworte auf und wirbt für den MANEO-Kreativpreis 'Hands of Courage' 2008. Ein Ideenwettbewerb für Teens und Twens.

Schüler und Jugendliche im Alter von etwa 14 bis 25 Jahre sind aufgerufen, sich kreativ mit dem Thema "Homophobie, Männlichkeit und Gewalt" auseinanderzusetzen und hierzu eigene Ideen zu entwickeln, umgesetzt z.B. in Kurzfilmen, Fotografien, Kurzgeschichten, Tanz- oder Musikvideos. Der Ideenwettbewerb versteht sich als Berlin-open, so dass auch Beiträge aus ganz Deutschland berücksichtigt werden. Eine unabhängige Jury sichtet alle bis zum 30.04.2008 eingereichten Beiträge und benennt die PreisträgerInnen der vier Wettbewerbskategorien. Die 20 interessantesten Beiträge werden nach Berlin eingeladen und auf einer großen Award-Party am 13.05.2008 präsentiert.

18.06.2007



19 Kommentare

#1 hwAnonym
#2 konradAnonym
  • 18.06.2007, 13:10h
  • Wie kann jemand so bescheuert sein, einen Flyer mit der Botschaft „Schwule Sau“ unters Volk zu bringen? Vermutlich auch noch mit meinen Steuergeldern mitfinanziert.
    Was soll dabei herauskommen?
    Das ist doch voll krank.
    Glaubt im Ernst jemand, wenn ich ein Schimpfwort den Leuten gedruckt unter die Nase halte, würde es weniger oft benutzt?
    Doch wohl eher umgekehrt. MANEO fördert genau das, was sie angeblich vermeiden wollen!!

    Ich muss das verstärken, was ich will und nicht das, was ich nicht will.
    Eine sinnvolle Botschaft wäre z.B. „Schwul – na und“, „Schwul ist prima“ oder so ähnlich.
    Aber doch nicht so ein Schwachsinn.
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#3 SaschaAnonym
  • 18.06.2007, 15:03h
  • Ein weiteres hervorragendes Projekt von MANEO!

    DAS sind die Themen, die über den Lebensalltag gerade junger Homosexueller wesentlich entscheiden!

    Es ist ein Skandal, dass die von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft gefundenen Ergebnisse nicht zu drastischen Konsequenzen in der deutschen Bildungs- und Antidiskriminierungspolitik führen. Wir brauchen endlich eine gezielte und entsprechend institutionalisierte Anti-Gewalt- und Antidiskriminierungspolitik in den Schulen, die junge Homosexuelle vor körperlicher und anderen, subtilen Formen der Gewalt schützt.

    An geeigneten Ansätzen und Beispielen aus anderen Ländern mangelt es da wahrlich nicht, wohl aber an politischem Willen!!!
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#4 Luckylion
#5 tuxAnonym
  • 18.06.2007, 19:28h
  • @Chris: danke für den link, nur kann man sie da nicht vergrößern oder als *.pdf abspeichern;-(

    Kennst Du einen Link, wo es die als Download/Druckvorlage gibt?

    @Konrad: Wenn Du wüsstest, was sonst noch alles ( vor allem sinnloses) von "Deinen" Steuern finanziert wird, dürfte dich dieses Projekt nicht mehr jucken...
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#6 Luckylion
  • 19.06.2007, 12:41h
  • Ne, da kann ich dir leider auch nicht weiter helfen. Hab es nirgends als Download gefunden. Vielleicht kommt es aber ja noch auf die Homepage drauf

    Zu der Kritik: Ich denke, dass die meisten Schülern der Ausdruck "Schwule Sau" etc. sehr häufig hören und Sinn der Flyer soll ja sein, ihnen einen Denkanstoß zu geben, wenn sie es das nächste Mal leichtfertig vor sich hin sagen, dass sie dann an den Flyer denken. Ich find es ne tolle Aktion...
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#7 SaschaAnonym
  • 19.06.2007, 16:32h
  • @Chris:

    Die konkrete politische Forderung, die sich mit dieser Aktion verbinden sollte, lautet:

    Jede verbale Beleidigung und Verunglimpfung von Homosexuellen muss - wie in einigen Ländern bereits üblich - explizit unter Strafe gestellt und mindestens mit einem sofortigen Bußgeld geahndet werden.

    Solche Maßnahmen machen deutlich, dass es sich hier nicht um ein "Kavaliersdelikt" handelt, das gewissermaßen sogar zum guten Ton gehört, sondern um eine Straftat, die gesellschaftlich geächtet ist.

    "Homophobie ist ein Verbrechen" lautet ein entsprechender Slogan der Homo-Bewegung in Brasilien, den wir auch bei uns dringend ins öffentliche Bewusstsein rücken sollten!
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#8 seb1983
  • 19.06.2007, 17:25h
  • Frage:

    Ist der Spruch nicht bereits abgedeckt über das Verbot andere zu beleidigen??

    Ich darf ja nun auch nicht rumlaufen und jeden auf der Straße als Arschloch titulieren.

    Nachprüfbar ist das Ganze natürlich ohnehin rein gar nicht
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#9 SaschaAnonym
  • 19.06.2007, 20:24h
  • @seb1983:

    Es geht allein schon um die Verwendung des Begriffes "schwul" mit negativer Konnotation. Diese muss - wie beispielsweise in Großbritannien und wie alle anderen direkten oder indirekten Formen der verbalen Gewalt - endlich explizit unter Strafe gestellt und am besten mit einem Bußgeld belastet werden.

    In den Schulen geht es natürlich nicht vorrangig um "Bußgelder", sondern vielmehr um von den Schülern selbst organisierte oder mitbestimmte Gremien und Gruppen, die Diskriminierung und Gewalt gegen junge Homosexuelle ahnden und fortlaufende Projekte zur sexuellen Vielfalt realisieren. Einige hervorragende Beispiele für solche Maßnahmen im Schulbereich finden sich u.a. im US-Bundesstaat Kalifornien.
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#10 tuxAnonym
  • 19.06.2007, 21:51h
  • Ich arbeite zur Zeit in einem Gymnasium, also einer Schule, wo man eigentlich erwarten dürfte, das die Schüler über Sonderschulniveau hinaus kommen.

    Das kann man aber denken, soviel man will, die Realität sieht anders aus.

    Da werden wir als Gebäudereiniger als "Euro-jobber" herabwürdigend bezeichnet oder wir ernten so sprüche wie: " so ein scheiss schwules fenster krieg ich auch sauber". Oder: "Du machen Schwule farbe von fenster - ich machen heute nacht wieder schwule farbe drauf"....
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