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  • 29. September 2003, noch kein Kommentar

Am Anfang stand der Streit. Darüber nämlich, was denn überhaupt ein schwule Kultur sei, und was denn bitteschön ein schwules Auge anders sieht als ein heterosexuelles? Ausgefochten wurde die hitzige eMail-Diskussion zwischen einem Fotografen und den Herausgebern des Bandes, die ihn um einen Beitrag für ihr Projekt gebeten hatten. Der Debatte irgendwann überdrüssig und fast trotzig versichern Mathias Trostdorf und Anja Müller dem störrischen Künstler, dass sie sicherlich ein schönes Buch produzieren würden.

Sie haben Recht behalten. Was der Dokumentation des eMail-Wechsel folgt, der anstelle eines Vorwortes am Beginn des Buches steht, ist vom Feinsten und vom Geilsten. Angelehnt an die seit Jahren erfolgreiche Lesebuchreihe "Mein heimliches Auge" und an die beiden Bände "Mein lesbisches Auge" war es an der Zeit, auch dem schwulen Auge einen intimen Blick zu gönnen.

Die bekannten Größen der Fotografenszene wie u.a. Raymond Angeles, Andreas Fux, Jörn Hartmann, Rinaldo Hopf, Kobi Israel, Martin Kautter, Kingdome 19, Anja Müller oder Ingo Taubhorn zeigen Männer beim Sex mit sich und anderen, Aktfotografien mit eindeutigen sexuellen Regungen. Dazwischen jede Menge vergnügliche, anregende und erregend erotische Geschichten. Sei es Wilfried Reßler, der "Das große Kopulierum" durchdekliniert oder Michael Sollorz, der "Briefe nach Moabit" schickt. Sei es Stephan Niederwieser, der seinem "Sehnsuchtszyklus" folgt oder Frank Goyke, der sich nach Fabrice sehnt.

"Mein schwules Auge" ist eines der geilsten Lesebücher mit Anspruch, das seit langem erschienen ist.