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Washington (queer.de) - Homofreundliche Städte sind auch wirtschaftlich erfolgreicher als konservative Orte. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Richard Florida von der George-Mason-Universität in Washington, die derzeit in den Medien für Aufregung sorgt. Der Professor argumentiert in seiner wissenschaftlichen Abhandlung "There Goes the Neighborhood", dass "künstlerische, unkonventionelle und schwul-lesbische Bevölkerungsgruppen" große Auswirkungen auf den Wert von Häusern und die technologische Innovationsfreudigkeit haben. Ein großer Bevölkerungsanteil von Schwulen und Lesben sowie eine tolerante Politik gegenüber Minderheiten führe nachweislich auch zu höheren Einkommen in einer Region, argumentiert Florida.

Je höher der "Bohemian-Gay Index" sei, desto eher ziehen gut ausgebildete junge Akademiker in bestimmte Städte, erklärte er letzte Woche in einem Interview in der CNN-Sendung "In the Money". "Orte, die offen gegenüber Schwulen und Lesben sind, sind nicht nur attraktiv für kluge junge Menschen, sondern auch für indische und chinesische Einwanderer, die viele High-Tech-Firmen gründen", erklärte der Professor. Außerdem zögen sie Künstler und Querdenker an, die ebenfalls die wirtschaftliche Entwicklung beschleunigten. Als Beispiel nannte er Boom-Städte wie Seattle oder San Francisco.

Florida hat seine These ansatzweise bereits im 2002 veröffentlichten Buch "The Rise of the Creative Class" dargestellt. Das Buch ist bislang nicht auf Deutsch erschienen. (dk)



10 Kommentare

#1 BondageTopMAAnonym
#2 FloAnonym
  • 04.07.2007, 13:09h
  • Das sollten sich die Ewiggestrigen mal durch den Kopf gehen lassen! Da bei denen Argumente und Fakten nichts bringen und sie nur die Sprache des Geldes verstehen, sollten sie wenigstens dies bedenken...
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#3 PeterAnonym
  • 04.07.2007, 13:34h
  • Ich weiß jetzt nicht, ob ich mich freuen oder heulen soll. Irgendwie beides.
    Einerseits erfreut es das schwule, bisher von der gesellschaft immer noch abgelehnte Herz, da wir dadurch eine gesellschaftliche Daseinsberechtigung bekommen, aber ich weigere mich auf der anderen Seite, dies als Argument zu benutzen, daß wir dadurch von der gesellschaft akzeptiert werden. Oder anders gesagt: sind die Heten nun allgemein Wirtschaftsbremsen? Was ist wenn die Heten sich nun langsam ändern uns ihre kreative Ader entdecken, dann ist unsere Vormachtstellung in Gefahr......und dann dürfen wir wieder in die schwulen getthos?.....
    Aber ich will es nicht so schwarz malen, denn dieses Buch bestätigt im Prinzip, daß wir nicht krank sind, sondern einen wichtigen Beitrag leisten.......aber wir sollten uns davor hüten, daß als Argument für die schwule befreiung zu benutzen (schwul=kreativ=wirtschaftsboom).....denn sonst grenzen wir uns gegenseitig noch aus: "meine Liebe, wie unkreativ du doch bist, also wirklich eine Schande für die Gesellschaft, brauner gekachelter Sofatisch....also wirklich...wie bei einer Hete."........;-)
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#4 rudolfAnonym
  • 04.07.2007, 14:14h
  • Irgendwie erinnert mich das ganze an das philo- bzw. antisemitsche vom intelligenten (oder eben gerissenen), tüchtigen (oder eben kalt ehrgeizigen) Geld- bzw. Kulturjuden. Sicher haben gays soziologisch mit säkularen Juden vieles gemeisam, aber beide Minderheiten sollten auch die Gefahren solcher Klischees sehen.
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#5 rudolfAnonym
#6 hwAnonym
#7 PeterAnonym
  • 04.07.2007, 15:34h
  • @rudolf

    genau diese Gefahren sehe ich auch....wollte es nur nicht so drastisch darstellen....Der von Dir benutzte Vergleich ist passend.....und ich warte nur noch darauf, daß die Heterosexuellen neidisch werden....oder denken, wir würden ihnen Jobs wegnehmen oder bevorzugt werden.....dann könnte es gefährlich werden....wie die Geschichte zeigt.
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#8 tuxAnonym
  • 04.07.2007, 19:39h
  • Hm, toll! Und? Was bringt das nun konkretes für uns?

    Solange die Reallöhne nicht steigen, wirds auch mit dem "aufschwung" nicht lange anhalten.

    Den größten Aufschwung gibt es doch derzeit nur in den Kassen und Taschen derer, die eh schon massig Geld haben.

    P.S.: Auf die BRD bezogen...
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#9 SaschaAnonym
  • 06.07.2007, 02:08h
  • @tux:

    Das hättest du auch auf die USA oder fast alle anderen westlichen Industrieländer (bemerkenswerte Ausnahme: Skandinavien) sowie auf die Mehrzahl der Entwicklungs- oder Schwellenländer beziehen können, denn die "Logik" des globalen Kapitalismus basiert gerade auf einer immer extremeren Einkommens- und allgemein sozialen Ungleichheit.
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#10 tuxAnonym
  • 08.07.2007, 17:06h
  • @Sascha: Nicht nur Skandinavien(Norwegen, Finnland, Schweden, Island) zeigt, das es funktioniert. Nein, auch Länder, wie Niederlande, Dänemark, Belgien,......

    Komischerweise haben all diese länder Mindestlöhne.

    und, bei island kommt noch hinzu, das Island den erneuerbaren Energien einen besonderen Stellenwert zumisst. Dort werden diese besonders gefördert, egal ob es sich dabei um die Autos oder das Heizen der Häuser handelt. Dieser Wirtschaftbereich ist dort ganz besonders stark am Boomen.
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