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  • 11. Juli 2007, noch kein Kommentar

Ein Reisebericht der etwas anderen Art: Vom gescheiterten Versuch den Weltstar einmal live zu sehen.

Von Jan Gebauer

Es wäre auch zu schön gewesen! Einmal im Leben die Streisand leibhaftig zu singen zu hören! "How Lucky Can You Get?" Da nimmt man als Fan auch vorschnell die immens übertriebenen Eintrittspreise, eine mühselige Anreise und jede andere Unannehmlichkeit in Kauf. Allein die Tatsache, dass irgendwann wirklich Termine für Kontinentaleuropa angesetzt wurden und die Tickets nicht innerhalb von zehn Minuten ausverkauft waren, versetzte mich in einen rauschartigen Zustand.

Dabei kratzte ich gerade noch so viel Vernunft zusammen, dass ich nur eine 170-Euro-Karte für das Konzert in Wien bestellte und nicht etwa die Luxusvariante mit erste-Reihe-Platz, opulentem Dinner und Füßeküssen hinter den Kulissen. Ich hielt mich an das Lied aus ihrem ersten Album - "Keepin' Out Of Mischief Now"!

Schnell noch ein paar günstige "Billigflüge" für 230 Euro organisiert und kurzfristig eine billige Absteige in der Nähe von Schloss Schönbrunn gebucht, passenderweise direkt gegenüber eines abendlichen Straßenstrichs, schon hieß es Abflug nach Wien. 35 Grad und eine Schwüle wie auf Streisands dampfenden Album-Cover "Wet" hätten mich stutzig machen sollen. Spätestens als gegen 15:00 Uhr ein Orkan aufzog – eben ganz "A Piece Of The Sky" – schlug meine Sorge in nackte Panik um.

Und kurz vor 19:30 Uhr bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen: Das Konzert wurde abgesagt bzw. auf den kommenden Tag verschoben. Nur hatte ich bereits einen fixen Rückflug in der Tasche. Das Nachfragen beim Flugunternehmen brachte mir die Information ein, dass ich für läppische 200 Euro extra ohne Weiteres einen Flug am darauf folgenden Tag bekommen könnte.

Jetzt reichte es! "No More Tears (Enough Is Enough)"! Keine noch so begnadete Sängerin der Welt ist es wert, sich dafür bis in alle Zeiten zu verschulden. Schlimm genug, dass die Streisand und die Veranstalter beim Veranschlagen der Eintrittspreise jeglichen Sinn für Anstand verloren hatten (nur böse Zungen behaupten natürlich, dass die Konzerte in Rom und Stockholm deshalb abgesetzt wurden), aber irgendwann hört so manches Fanherz eben auf zu schlagen.

So freute ich mich wenige Tage später drüber, dass ein guter Pressekontakt die aktuelle Doppel-CD der Streisand ins Haus flattern ließ: "Live in Concert 2006". Beim Anhören der Hochglanz-Aufnahmen bleibt natürlich ein bitterer Beigeschmack, vor allen Dingen weil ich immer noch auf die Erstattung der Kartenkosten warte. Aber immerhin werde ich beim Anhören nicht nass, verliere keine Nerven durch die Anreise und kann die immer noch beachtliche Stimme der Streisand in all ihrer Pracht genießen (trotz kleiner Alterserscheinungen) – "Happy Days Are Here Again"!

11. Juli 2007