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Berlin (queer.de) - Der Grünenpolitiker Volker Beck bezichtigt den Iran in der Frage der Hinrichtungswelle der Lüge. Das iranische Außenministerium hatte zuvor eine Beschwerde der Europäischen Union zurückgewiesen, in der es hieß, die Islamische Republik exekutiere systematisch Regimegegner.

"Der Iran lügt: Die gegenwärtigen Hinrichtungen und die Verhängung der Todesstrafe richten sich nicht nur – wie der iranische Außenamtssprecher sagt - gegen Schwerstverbrecher, sondern auch gegen Oppositionelle und Homosexuelle", erklärte Beck. "Die Todesurteile gegen die kurdischen Journalisten Adnan Hassanpour und Abdolwahed Boutimar wegen angeblicher Versündigung gegen Gott und den Islam sind der beste Beweis, dass es hier nicht um Kapitalverbrechen sondern um schlichtes Meinungsstrafrecht geht." Er beschuldigte den Iran, gegen internationales bürgerliches und ziviles Recht, dessen Bestimmungen das Land als verbindlich anerkennt. In Artikel 6 Absatz 2 des Paktes ist die Todesstrafe überhaupt nur im Fall von besonders schwer wiegenden Verbrechen zugelassen.

"Auch die Vorschriften der Scharia werden von der iranischen Justiz noch nicht einmal eingehalten", beschwerte sich Beck. "So darf bei Homosexualität nur verurteilt werden, wenn 4 unbeteiligte Männer die Tat bezeugen können. Auch auf diese hohe Beweishürde wurde nach Erkenntnissen von Menschenrechtsorganisationen regelmäßig verzichtet."

CDU/CSU, SPD, FDP und Linke haben sich zu dem Thema bislang nicht geäußert. (pm/dk)



21 Kommentare

#1 operaTORAnonym
  • 06.08.2007, 15:49h
  • "Die Kirche rollt durch die neue Zeit dahin wie ein rohes Ei. So etwas von Empfindlichkeit war überhaupt noch nicht da. Ein scharfes Wort, und ein ganzes Geheul bricht über unsereinen herein: Wir sind verletzt! Wehe! Sakrileg! Unsere religiösen Empfindungen... Und die unseren-? Halten Sie es für richtig, wenn fortgesetzt eine breite Schicht des deutschen Volkes als "sittenlos", "lasterhaft", "heidnisch" hingestellt und mit Vokabeln gebrandmarkt wird, die nur deshalb nicht treffen, weil sie einer vergangenen Zeit entlehnt sind? Nehmt ihr auf unsere Empfindungen Rücksicht? Ich zum Beispiel fühle mich verletzt, wenn ich einen katholischen Geistlichen vor Soldaten sehe, munter und frisch zum Mord hetzend, das Wort der Liebe in das Wort des Staates umfälschend - ich mag es nicht hören. Wer nimmt darauf Rücksicht?"

    "Das Christentum ist eine gewaltige Macht. Daß zum Beispiel protestantische Missionare aus Asien unbekehrt wieder nach Hause kommen: das ist eine große Leistung."

    beides von kurt Tucholsky
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#2 HannibalEhemaliges Profil
  • 06.08.2007, 17:08h
  • Kurt Tucholsky
    Der Mensch

    Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.

    Der Mensch ist ein Wirbeltier und hat eine unsterbliche Seele, sowie auch ein Vaterland, damit er nicht zu übermütig wird.

    Der Mensch wird auf natürlichem Wege hergestellt, doch empfindet er dies als unnatürlich und spricht nicht gern davon. Er wird gemacht, hingegen nicht gefragt, ob er auch gemacht werden wolle.

    Der Mensch ist ein nützliches Lebewesen, weil er dazu dient, durch den Soldatentod Petroleumaktien in die Höhe zu treiben, durch den Bergmannstod den Profit der Grubenherren zu erhöhen, sowie auch Kultur, Kunst und Wissenschaft. Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören. Man könnte den Menschen gradezu als ein Wesen definieren, das nie zuhört. Wenn er weise ist, tut er damit recht: denn Gescheites bekommt er nur selten zu hören. Sehr gern hören Menschen: Versprechungen, Schmeicheleien, Anerkennungen und Komplimente. Bei Schmeicheleien empfiehlt es sich, immer drei Nummern gröber zu verfahren als man es gerade noch für möglich hält. Der Mensch gönnt seiner Gattung nichts, daher hat er die Gesetze erfunden. Er darf nicht, also sollen die anderen auch nicht.

    Um sich auf einen Menschen zu verlassen, tut man gut, sich auf ihn zu setzen; man ist wenigstens für diese Zeit sicher, daß er nicht davonläuft. Manche verlassen sich auf den Charakter.

    Der Mensch zerfällt in zwei Teile:
    In einen männlichen, der nicht denken will, und in einen weiblichen, der nicht denken kann. Beide haben sogenannte Gefühle: man ruft diese am sichersten dadurch hervor, daß man gewisse Nervenpunkte des Organismus in Funktion setzt. In diesen Fällen sondern manche Menschen Lyrik ab.

    Der Mensch ist ein pflanzen- und fleischfressendes Wesen; auf Nordpolfahrten frißt er hier und da auch Exemplare seiner eigenen Gattung; doch wird das durch den Faschismus wieder ausgeglichen.

    Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen haßt die andern Klumpen, weil sie die anderen sind, und haßt die eignen, weil sie die eignen sind. Den letzteren Haß nennt man Patriotismus. Jeder Mensch hat eine Leber, eine Milz, eine Lunge und eine Fahne; sämtliche vier Organe sind lebenswichtig. Es soll Menschen ohne Leber, ohne Milz und mit halber Lunge geben; Menschen ohne Fahne gibt es nicht.

    Schwache Fortplanzungstätigkeit facht der Mensch gerne an, und dazu hat er mancherlei Mittel: den Stierkampf, das Verbrechen, den Sport und die Gerichtspflege. Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden. Doch hat noch niemand sich selber beherrscht; weil der opponierende Sklave immer mächtiger ist als der regierungssüchtige Herr. Der Mensch ist sich selber unterlegen.

    Wenn der Mensch fühlt, daß er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm und weise; er verzichtet dann auf die sauren Trauben der Welt. Dieses nennt man innere Einkehr. Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander für verschiedene Rassen: Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, daß sie alt sind, und Junge begreifen nie, daß sie alt werden können.

    Der Mensch möcht nicht gerne sterben, weil er nicht weiß, was danach kommt. Bildet er sich ein, es zu wissen, dann möchte er es auch nicht gern; weil er das Alte noch ein wenig mitmachen will. Ein wenig heißt hier: ewig.

    Im übrigen ist der Mensch ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen läßt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.

    Neben den Menschen gibt es noch Sachsen und Amerikaner, aber die haben wir noch nicht gehabt und bekommen Zoologie erst in der nächsten Klasse.
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#3 FloAnonym
#4 FredAnonym
#5 gomschAnonym
  • 06.08.2007, 19:19h
  • da sieht man was die weiterentwicklung vom mensch gebracht hat.es gibt nichts schlimmeres als der mensch.ein tier tötet zum überleben,man kann nur hoffen das es irgendwann ein knall gibt,so das es alles auslöscht und das es wieder von vorne anfängt und hoffentlich das nächstemal besser.
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#6 antosAnonym
  • 06.08.2007, 19:47h
  • Texte zitieren? Wie hübsch. Dann auch dies:

    "Die Familie Tocqueville ist versammelt. Man vernimmt jedoch plötzlich in der abendlichen Stille das Kanonenfeuer der Bourgeoisie gegen die Rebellion aufständischer Arbeiter - ferne Geräusche vom rechten Seineufer. Die Tischgesellschaft erschaudert, ihre Mienen verdunkeln sich, Jedoch entschlüpft der jungen, soeben von Faubourg Saint-Antoine gekommenen Dienerin, die bei Tisch serviert, ein Lächeln. Sie wird auf der Stelle entlassen."

    web.peykeiran.com/net_ir_img/ghzi_moghadas_3.jpg

    [A. Negri: The Specter's Smile, in Michael Sprinker (ed.) Ghostly Demarcations. A Symposium on Jacques Derrida's Specters of Marx. New York/London 1999, S. 15, zit. nach Peter Sloterdijk: Zorn und Zeit. Frankfurt am Main 2006...usw. usf.]
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#7 alhartAnonym
#8 OlafAnonym
  • 06.08.2007, 21:11h
  • @alhart
    Man kann ja den Vatikan weiß Gott kritisieren, gerade wenn es um unsere Rechte geht. Die katholische Kirche lehnt aber schon seit 1968 die Todesstrafe kategorisch ab und hat sich oft dazu geäußert

    Beispiel: "Die Tötung eines Schuldigen ist kein Weg, Gerechtigkeit wiederherzustellen und eine Gesellschaft zu versöhnen"

    aus:
    www.n-tv.de/748638.html

    Auch wenn's nicht ins Feindbild passt: Bitte immer bei den Fakten bleiben!
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#9 seb1983
  • 06.08.2007, 21:18h
  • @alhart

    Sorry, ist das jetzt die typische schwule Übertreibung??
    Ohne jetzt seitenweise über den Vatikan und die katholische Kirche abzulästern:

    Die katholische Kirche ist gegen die Todesstrafe.
    Die Katholische Kirche verurteilt Homosexualität "nur", und fordert zu Respekt und Mitleid auf. Das ist auch noch ziemlich blöd, tut aber keinem weh...
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#10 HannibalEhemaliges Profil
  • 06.08.2007, 21:36h
  • Es geht primär doch gar nicht um die Todesstrafe. Die gibts in den USA auch noch teilweise. Es geht um Diskriminierung Homosexueller! Und da ist der Vatikan keinen Furz besser als der Iran.
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