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Toronto (queer.de) - Ein kanadisches Gericht hat die Abschiebung eines schwulen Nikaraguaners angeordnet. Der Fall machte landesweit Schlagzeilen, weil der jetzt 22-jährige Alvaro Orozco bereits im Alter von zwölf Jahren aus seinem Heimatland geflohen ist. Zunächst sollte er Anfang des Jahres abgeschoben werden, weil er nicht beweisen kann, dass er bereits zum Zeitpunkt der Flucht schwul gewesen ist (queer.de berichtete). Daraufhin hat das Justizministerium nach öffentlichen Protesten entschieden, dass Orozco weiter im Land bleiben darf, um eine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen zu beantragen (queer.de berichtete). Das wurde jetzt abgelehnt.

Anwalt: Kein fairer Prozess

Orozcos Anwalt El-Farouk Khaki erklärte, sein Mandant habe keine faire Chance gehabt: "Der ganze Prozess war eine Farce. Mir schien es, als hätten die Richter sich schon ein Urteil gebildet, bevor sie ihn gehört haben", so Khaki. "Ich bin sehr besorgt darüber, was ihn in Nikaragua erwarten könnte. Hier könnte er von der Regierung oder der katholischen Gemeinschaft verfolgt werden. Ich fürchte um sein Leben in Nikaragua".

Über den Fall wurde in dem mittelamerikanischen Land ausführlich berichtet. "Jetzt kennen sie meinen Namen", erklärte Orozco gegenüber dem Fernsehsender CBC. "Wenn ich dort auf die Straße gehe, töten die mich."

Nikaraguas Regierung verurteilt Homosexualität

Die in Nikaragua regierenden linksgerichteten Sandinisten verurteilen Homosexualität als dekadent und kapitalistisch. Seit 1992 sind die Förderung und das Ausleben von gleichgeschlechtlicher Liebe laut Paragraf 204 verboten. Es drohen bis zu drei Jahre Haft. Das Gesetz wird allerdings selten angewendet.

Letzte Hoffnung: Die Einwanderungsministerin

Orozcos letzte Hoffnung ist Einwanderungsministerin Diane Finley (Konservative Partei). Sie hat das Recht, Abschiebungen aufzuschieben. Allerdings hat sich das Ministerium noch nicht zu dem Fall geäußert. (dk)



18 Kommentare

#1 MarcAnonym
  • 14.08.2007, 13:58h
  • "Hier könnte er von der Regierung oder der katholischen Gemeinschaft verfolgt werden."

    Wieso liest man eigentlich immer dort, wo Schwule in Gefahr sind, irgendwann das Wort katholisch (oder andere Religionen).

    Wie Elton John schon sagte:
    "Die Kirchen haben schon soviel Unheil über die Welt gebracht - die sollten verboten werden. Glaube sollte Privatsache sein und überall dort, wo er organisiert wird, geht es früher oder später nicht mehr um Glaube, sondern nur noch um Macht und Geld!"

    Zur Sache:
    Wie will man auch beweisen, dass man mit 12 schon schwul war? Das kann man nicht beweisen, genausowenig, wie die das Gegenteil beweisen können. Das finde ich aber auch unwichtig. Fakt ist, dass er jetzt schwul ist und in seiner Heimat deshalb Gefahren ausgesetzt ist.

    Deshalb sollte er auf jeden Fall Asyl bekommen. Das gebietet die Menschlichkeit!

    Ich hoffe, das Ganze nimmt ein gutes Ende!
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#2 ÜwchenAnonym
  • 14.08.2007, 14:57h
  • Nicaragua muss jetzt aber ein von dummen Islamisten regiertes Land sein wie nur Moslems ja Homosexuelle hassen und sie verfolgen und in Christlichen Ländern besteht ja keine gefahr. Laut dem Islamhasser User FRED und ich zitiere:

    nein, auch in süd und mittelamerika und asien gab es kolonien. seltsam,dass diese staaten alle im hier und jetzt angekommen sind,außer die islamischen staaten nicht. das ist kein zufall,sondern liegt an der religion.

    Gut also sind die süd und mittelamerikanischen staaten im hier und jetzt angekommen dann zurück mit dem typen nach nicaragua die guten christenmenschen dort werden ihn schon so behandeln wie er es in ihren augen verdient. wenn wir dann in 2 wochen lesen das der junge irgendwo ermordet aufgefunden wurde waren es bestimmt wieder die bösen moslems die ihn umgebracht haben und das in einem land wo es nur katholiken gibt. heilige scheisse sind die Moslems aber böse und die Christlichen länder fortschrittlich.
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#3 PoldiAnonym
  • 14.08.2007, 15:49h
  • ich denke, dass verfolgungen von homosexuellen in einem links regierten land doch mehr von der regierung ausgehen, als von der katholischen bevölkerung.
    es ist bedenklicher, wegen der sexualität vom staat als von einer kirche verfolgt zu werden. es ist pervers, deswegen überhaupt verfolgt zu werden.
    homosexualität sei dekadent und kapitalistisch oder homosexualität entspräche nicht dem schöpfungswillen gottes.
    schön, unter dem gesichtspunkt kann man sich´s also aussuchen, wer einen in die hölle befördert.
    da hätte ich die qual der wahl und entschiede mich vor ort für den gottlosen kapitalisten als das kleinere übel.
    in sachen moral versagen am häufigsten die"moralischten", weil sie offensichtlich die messlatte zu hoch gesteckt haben und im freiheitlichen denken und handeln homosexueller immer eine bedrohung ihrer macht erkennen.
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#4 hwAnonym
#5 PoldiAnonym
#6 OlafAnonym
  • 14.08.2007, 18:36h
  • @poldi

    Danke für den interessanten Link. Das beweist mal wieder, dass Extremisten nicht rechts oder links sind, sondern einfach nur Extremisten. Ich wünschte, dass "Linke" hier im Forum wie tux (aka Operator) das endlich einsehen und nicht immer wieder ihre Blindheit auf dem linken Auge auf dümmliche Art und Weise unter Beweis stellen. Als Demokraten sollten wir uns eigentlich zivilisierter unterhalten können.

    Zum Thema: Der Junge scheint eine lange Odyssee hinter sich zu haben. Er sollte nach so vielen Jahren wirklich in Kanada bleiben dürfen. Hoffentlich hat die Ministerin ein Einsehen.
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#7 hwAnonym
  • 14.08.2007, 18:49h
  • @ olaf

    genau so sehe ich das auch. in meinem alltag merke ich genau, welche extremisten mein leben und meine finanzen verändern
    und die meiner mitbürger verändern.
    ich unterscheide da in links, mitte und rechts, sowie fanatikern aller möglicher
    religionen und denkrichtungen.
    bei extremisten aus der mitte, ich meine jetzt nicht die energie-konzerne, hedge-fonds, fällt mir auf, dass sie auf beiden augen blind sind, wenn es um profite
    egal wo geht. deckt sich das mit deinen beobachtungen ? erschlagene gewerkschafter in kaliningrad, sklaven in china, jährlich 500 tote an der inneramerikanischen armutsgrenze,
    ca. 700.000 kriegsbedingte tote im irak und
    aghanistan, usw., usf. kann es an doppelten und dreifachen standards liegen ?
    poldi vorschlag war gut.
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#8 PoldiAnonym
  • 14.08.2007, 21:15h
  • @hw
    was würdest du sagen, wenn du am gemüsestand nach kartoffeln verlangst und die verkäuferin antwortet dir: kartoffeln gibt´s heute leider nicht, weil in den usa die benzinpreise gestiegen sind.
    möglicherweise würdest du dann entgegnen: dann trinke ich eben orangensaft.
    verkäuferin: frisch gepresst oder aus der flasche? hw: brasilianischer kaffee ist mir lieber.
    tut mir leid. so laufen diskussionen mit dir.
    ........in der schule nennt man das "thema verfehlt".
    manchmal frage ich mich, ob es überhaupt darin ein thema gibt, so wirr wie deine ausdrucksweise sich darstellt.
    die deutsche sprache erlaubt jede mögliche art des satzaufbaus, aber solch konfuse wortphrasen finde ich nicht intelligent, sondern ätzend.
    sorry.
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#9 hwAnonym
  • 14.08.2007, 21:45h
  • @ poldi

    da ich in geschichte und deutsch immer so meine 15 punkte hatte, kann ich das gut nachvollziehen. ich kenne das gewünschte.
    das kaprizieren auf den stil erfolgt in der regel oft dann, wenn ein beitrag starke unlustgefühle erzeugt. sei es durch form oder inhalt, am besten durch beides.
    extremisten der mitte kommt meine ausdrucksweise aber entgegen.
    sie wirken allein dadurch schon
    geist-, gehalt- und stilvoll.
    ich mag so etwas.
    vom thema habe ich nicht weg bewegt,
    sondern die errauner der üblichen, dämlichen, abrufbaren assoziationsketten.
    wenn die dann reißen, geht es über zum
    guten alten stil.
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#10 Yasmin de TunisieAnonym
  • 15.08.2007, 01:13h
  • also kommentieren hilft nicht weiter, besser ein Muster-Protest-Brief in französisch ( von der queer Redakion) nach Canada, und ein Protest-Brief in spanisch an das Regime in Nic.
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