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  • 14. August 2007, noch kein Kommentar

Köln (queer.de) - Die Große Strafkammer des Landgerichts Köln hat die Transsexuelle Verona D. wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu neun Jahren Haft verurteilt. Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Die 50-Jährige hat den befreundeten 35-jährigen Ali R. Ende September letzten Jahres mit einem Messer lebensgefährlich verletzt.

Für Richter Heinz Hemmers war das Verfahren ungewöhnlich. Er sagte in der Urteilsbegründung, dass er zunächst nicht gewusst habe, wie "eine Transsexuelle auf dem Weg vom Mann zur Frau", anzureden sei. Außerdem habe das Gericht von etlichen Zeugen aus der "Schwulen-, Lesben- und Transen-Szene" Details gehört, "die für den normalen Bürger zumindest ungewohnt sind".

Das Gericht ist zu der Überzeugung gelangt, dass Verona am 30. September zu Ali R. gekommen sei, der mit seinem Lebenspartner - einem 30 Jahre älteren Augenarzt – in Köln zusammen wohnt. Scheinbar sollte noch ein bemittelter Manager vorbeikommen, der angeblich für Veronas und Alis sexuelle Dienste mehrere tausend Euro zahlen wollte. Dieser tauchte aber nicht auf. Verona rief nach einer Suchaktion, dass sich der ängstliche Mann im Treppenhaus aufhalte. Als Ali ihn begrüßen wollte, wartete Verona mit einem Messer auf ihr Opfer, rief "Du Bastard!" und schlitzte ihm den Hals auf. Ali konnte sich noch zurück in die Wohnung retten und anschließend im Krankenhaus bei einer Notoperation gerettet werden. Das Messer hat die Halsschlagader nur um wenige Millimeter verfehlt.

Grund für die Tat soll Eifersucht gewesen sein. Angeblich soll Ali eine Affäre mit einem Mann gehabt haben, in den die Transsexuelle verliebt gewesen sei.

Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Er mutmaßte, dass das Opfer einen Selbstmordversuch unternommen hatte und diesen vertuschen wollte. Außerdem habe Ali so stark unter Kokain-Einfluss gestanden, dass Wahnvorstellungen möglich gewesen seien. (dk)