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Lübeck (queer.de) - Zwei SPD-Politikerinnen haben anlässlich des Lübecker CSDs erklärt, dass die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Deutschland wieder zunehme. Die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm und die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), Cornelia Östreich, warnten davor, angesichts der bereits erreichten rechtlichen Verbesserungen für Homosexuelle die Hände in den Schoß zu legen: "Nachdem auf der gesetzlichen Ebene in den vergangenen Jahren viele Diskriminierungen abgebaut wurden, scheint nun in Teilen der Gesellschaft ein ‚Roll-Back’ mit erheblichen Folgen für Schwule und Lesben zu erfolgen."

Laut einer aktuellen Studie sei der Anteil der Deutschen, die Homosexualität für unmoralisch halten, von 16,6 auf 21,8 Prozent gestiegen, erklärten die Sozialdemokratinnen. Es gebe auch mehr Übergriffe auf Schwule. Deshalb sei es wichtig, Homosexualität im Schulunterricht umfassend zu behandeln: "Es muss gewährleistet werden, dass sich jeder und jede in der Schule wohlfühlt und in keiner Weise Diskriminierung ausgesetzt wird", erklärten Hiller-Ohm und Östreich. (pm/dk)



24 Kommentare

#1 SaschaAnonym
  • 16.08.2007, 14:39h
  • Endlich bringt es einmal jemand auf den Punkt!!!

    Bleibt nur zu hoffen, dass ihre Partei und insbesondere der LSVD das Thema der aggressiven Homophobie und der daraus resultierenden dringenden Notwendigkeit einer umfassenden Anti-Gewalt- und Anti-Diskriminierungspolitik in den Schulen endlich ganz oben auf ihre Agenda setzen.

    Denn dort entscheidet sich das Leben vieler junger Homosexueller und damit auch die Frage einer wirklichen Gleichberechtigung von Homosexuellen in dieser Gesellschaft!!!
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#2 wolfAnonym
  • 16.08.2007, 14:42h
  • nachdem sich unsere gesellschaft, speziell die besserverdienende, wieder konservativen werten annähert, seit ca. 7 jahren, ist in allen lebensbereichen eine rückkehr zur kleingeisterei zu beobachten, warum sollte das vor uns halt machen ?
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#3 SaschaAnonym
  • 16.08.2007, 14:49h
  • Es sei mir gestattet, hier einen Auszug der oben verlinkten Pressemitteilung zu zitieren, da diese so ziemlich das Treffendste und Beste ist, was ich seit langem von irgendeinem politischen Akteur zu diesem Thema gelesen habe. Der LSVD sollte eigentlich jeden Tag solche Pressemitteilungen herausbringen:

    "Laut einer aktuellen Studie ist der Anteil der Deutschen, die Homosexualität für unmoralisch halten, von 16,6 auf 21,8 Prozent gestiegen!

    Am Arbeitsplatz haben drei Viertel aller Schwulen und Lesben bereits Diskriminierung erlebt, 10 Prozent sogar körperliche Übergriffe.

    Mehr als jeder dritte Schwule wurde in den letzten zwölf Monaten beschimpft, bedroht oder geschlagen. Bei Schwulen unter 18 waren es sogar 63 Prozent.

    Erschreckend ist, wie stark sich antischwule und lesbenfeindliche Ressentiments unter Jugendlichen etabliert haben: Zum meist gebrauchten Schimpfwort an Berliner Schulen zählt laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft der Ausspruch ‚schwule Sau’. Jugendliche, die sich zu ihrer Sexualität bekennen, müssen regelrecht Spießruten laufen.

    Wie massiv das Problem ist, zeigen einige Zahlen: 56 Prozent der homosexuellen Jugendlichen geben an, Gleichaltrige machen sich lustig oder reden schlecht über sie. 38 Prozent sind beschimpft worden. 27 Prozent der Betroffenen gaben sogar an, Lehrer hätten bei Schwulenwitzen mitgelacht. Die betroffenen Schülerinnen und Schüler werden mit ihrer Angst vor Übergriffen allein gelassen. Die Suizidrate ist unter homosexuellen Jugendlichen 7-mal so hoch wie unter Heteros.

    Umso wichtiger ist es, dass die entsprechenden Themen im Unterricht umfassend und als Querschnittsaufgabe behandelt werden. Das sollte in den Lehrplänen festgeschrieben werden. Die Schulen sollen objektiv und wertfrei darüber aufklären, dass Homosexualität eine Ausprägung menschlicher Sexualität ist, die weder eine Krankheit, noch eine Perversion oder gar ein Verbrechen darstellt.

    In den Schulen werden junge Menschen auf das Leben vorbereitet. Hier sollen sie lernen, wie man in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft miteinander umgeht und dass Vielfalt keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung für ihr Leben darstellt. Es muss gewährleistet werden, dass sich jeder und jede in der Schule wohlfühlt und in keiner Weise Diskriminierung ausgesetzt wird.“
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#4 rudolfAnonym
  • 16.08.2007, 14:53h
  • Für den Rückschlag sind auch schwule Publizisten mitverantwortlich, v.a. indem sie ihn verniedlichen.

    Leider gibt es nämlich illoyale schwule Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie den Journalisten Jens Bisky, der kürzlich seinen Lesern in der 'Süddeutschen Zeitung' erklärte, es sei illiberal von Katholiken und Moslems zu verlangen, Homosexualität NICHT zu verdammen und die statist. Umfragen, auf die sich die SPD-Frauen beziehen, somit ausdrücklich verharmloste.

    Ich kenne genug Muslime und Katholiken, die Schwule akezptieren. Sind die für überangepaßte Schönredner wie Herrn Bisky überhaupt noch muslimisch oder katholisch?
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#5 MarkHBAnonym
  • 16.08.2007, 15:11h
  • Eine ganz einfache Erkenntnis, die ich auch durch meine eigene Arbeit erkannt habe: 'Wir' haben zwar viel erreicht, aber es wird niemals auf diesem Stand bleiben, wenn wir unsere Position nicht ständig verteidigen.

    Klar gibt es noch einen großen Katalog von Dingen die wir erreichen wollen/müssen. Aber eines darf dabei nicht vergessen werden: Sobald Schwule und Lesben aufhören 'Flagge zu zeigen' rutschen große Teile der Gesellschaft wieder in alte Denkstrukturen zurück. An diesem Beispiel wohl leicht zu erkennen...
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#6 wolfAnonym
  • 16.08.2007, 16:14h
  • @markHB
    du hast recht, aber wir zeigen zu wenig flagge und machen zu wenig druck.
    ausser toleranzgefasel, mieser gesetzesänderungen und lippenbekenntnisse, hat sich in 50 jahren nicht viel getan, um unsere lebenssituation in der praxis positiv zu verändern.
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#7 AlfonsoAnonym
  • 16.08.2007, 16:26h
  • Meines Erachtens liegt ein(!) Grund für die Verschlechterung der Situation in der jahrzehntelangen Hetze von Josef Ratzinger alias Benedikt XVI. gegen Schwule und Lesben.

    Die Schiene Rom - Bayern - CSU - katholische Bischofskonferenz - CDU funktioniert gut...

    Man beobachte nur, wie die CDU in den letzten ein bis zwei Jahren wieder ein Stück konservativer geworden ist.
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#8 hwAnonym
  • 16.08.2007, 16:29h
  • rudolf hat da auch ein bißchen recht. ich habe aber das gefühl, dass die derbsten an- und übergriffe nicht zwingend aus dem milieu der leser der süddeutschen zeitung kommen.
    die sozial sichereren milieus der skandinavischen länder, in denen das leben kalkulierbarer ist, lassen dann wohl auch das mehr aushalten von widersprüchen und vielfalt zu. einige der an-und übergreifer werden wohl das gefühl sehr dumpfe gefühl haben, wieso wird da gegeben und uns genommen, die nehmen die vorgänge nicht als nachholen gegen benachteiligung wahr.
    ansonsten ist der frühstmögliche einsatz in den prägeinstanzen der gesellschaft notwendig. eine sozial gerechtere gesellschaft ist dafür aber voraussetzung, s. skandinavien. insofern wünsche ich dem
    treibenden treiben der partei des vaters von jens bisky alles gute. das hilft auch dem richtigen ansatz der damen aus der spd.
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#9 rudolfAnonym
  • 16.08.2007, 16:57h
  • @hw

    Recht hast Du. Nebenbei: viele ziemlich bedeutende Väter haben ziemlich eigenartige Söhne...

    Gottseidank hat Lothar ja noch den Norbert mit seinen netten Bildchen... ;-)
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#10 splattergayAnonym
  • 16.08.2007, 17:06h
  • @Alfonso

    Päpstin Benedikta ist bestimmt eine treibende Kraft der Intoleranz, aber längst nicht die Einzige. In den vergangenen Jahrzehnten ging es immer aufwärts mit Rechten und Toleranz. Aber das muß man sich auch klar machen. Dort wo eine Minderheit (auch vom Staat) diskriminiert wird, hat sie auch immer einen Mitleidsbonus. Diese Zeiten sind vorbei, weil viele Leute die rechtliche Stellung von Schwulen schon zu weit geht. Der Aufwärtstrend ist vorbei, es geht wieder rückwärts, wenn auch langsam und eher im gesellschaftlichen Klima, als in der Gesetzgebung, wo es so schnell keine rechtliche Schlechterstellung geben wird. Aber die Diskussion auch in anderen Bereichen, wie Frauenrechte, demographischer Faktor u.s.w. zeigen, das Selbstverständlichkeiten wieder in Frage gestellt werden. Daran ist m. Meinung nach zum großen Teil eine neue Religiösität in der Gesellschaft schuld, nicht nur die kath. Kirche. .
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