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Hamburg (queer.de) - Der Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, versuchte nach Aussagen einer bayerischen Familie, sexuelle Übergriffe eines Geistlichen zu verschleiern. Gegenüber dem NDR-Politmagazin "Panorama" schilderte die Familie, der damals 17-jährige Sohn sei ein Jahr lang vom örtlichen Gemeindepfarrer Klaus-Peter K. zu sexuellen Handlungen gezwungen worden. "Er hat mich in die Ecke gedrängt, ich musste mich ausziehen, er hat mich zum Oralverkehr gezwungen", beschreibt das Opfer die Taten des Pfarrers. Einen Bericht über das Thema zeigt "Panorama" am Donnerstag, 16. August, um 21.45 Uhr im Ersten.

Schließlich bat der Junge, ein Ministrant, den zuständigen Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, um ein Gespräch und berichtete ihm von dem sexuellen Missbrauch. "Ich kann mich noch erinnern, dass er mir geraten hat, von einer Anzeige Abstand zu nehmen, damit das nicht so aufgewirbelt wird und damit nichts an die Öffentlichkeit gelangt", so der Junge, der anonym bleiben möchte, gegenüber "Panorama".

Dem Bistum Würzburg ist der Fall bekannt. Da Bischof Hofmann im Urlaub ist, nahm der zuständige Generalvikar Karl Hillenbrand gegenüber "Panorama" Stellung. Er betonte, die Kirche habe korrekt gehandelt, da sie sofort ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet habe. Dem Vorwurf, der Junge sei zum Schweigen gedrängt worden, mochte der Vikar nicht entgegen treten. Er verwies auf die schwierige Lage eines Bischofs in einer solchen Situation. Konkret mochte er sich aber nicht äußern, da er bei dem Gespräch nicht zugegen gewesen sei.

Da der Junge die Staatsanwaltschaft Würzburg dennoch heimlich eingeschaltet hatte, leitete die Behörde ein Ermittlungsverfahren gegen Pfarrer Klaus-Peter K. wegen sexueller Nötigung ein. Der Fall konnte aber nicht aufgeklärt werden, da der 55-jährige Pfarrer wenig später Selbstmord beging. Der Mann stürzte sich vor einen Zug. Nach dem Tod des Pfarrers wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt. Nach Angaben des Generalvikars soll sich der Verdacht gegen den Geistlichen im kirchenrechtlichen Verfahren aber erhärtet haben. Dem offenbar missbrauchten Jungen und seiner Familien sei in der Folge keine Unterstützung des Bistums Würzburg angeboten worden, klagt die Mutter des Jungen.

Dabei hatte die Deutsche Bischofskonferenz 2002 Leitlinien "Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche" beschlossen. Darin wurde unter anderem festgelegt, dass "dem Opfer und seinen Angehörigen menschliche, therapeutische und pastorale Hilfe angeboten" werden soll. Auch hatten sich die Bischöfe verpflichtet, die Öffentlichkeit "angemessen" zu informieren. Generalvikar Karl Hillenbrand bestritt die Vorwürfe der Familie. Das Opfer habe ein Therapieangebot der Kirche abgelehnt. (ots)



33 Kommentare

#1 AlfonsoAnonym
  • 16.08.2007, 17:01h
  • Ich habe mich einmal bei meinen Arbeitskollegen umgehört:

    Von denen würde KEINER mehr seine minderjährigen Söhne mit einem katholischen Priester in ein Ferienlager schicken...

    Unter der Oberfläche von Frömmelei, Doppelmoral, Gefasel von "Nächstenliebe"
    kommt eine Kloake zum Vorschein!

    In der katholischen Kirche war es bisher seit Jahrhunderten eine gute Tradition, sexuelle Übergriffe von Priestern totzuschweigen. Gott-sei-Dank ist die Öffentlichkeit jetzt alarmiert und werden diese "Stellvertreter Gottes" genau beobachtet!
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#2 ThommenAnonym
  • 16.08.2007, 17:10h
  • Ich finde es auch schlimm, zu sexuellen Handlungen gezwungen zu werden! Aber offenbar hatte der Junge zuwenig Informationen, um sich von Anfang an zu wehren!
    Daher finde ich eine Schadenersatzforderung von der Mutter gegenüber der Kirche unerhört! Es ist Mode geworden, dass Eltern Geld verlangen dafür, dass sie ihre Kinder ungenügend erzogen haben!

    Damit geht die Diskussion dann am wichtigsten Problem vorbei und nichts muss sich ändern...
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#3 WolfgangAnonym
  • 16.08.2007, 17:33h
  • Tja so ist sie die kath. Kirche und so wird sie auch bleiben...

    Die Menschen machen Ihre Augen eh nicht auf....von daher..

    Übrigens:

    Es soll ca. 450 Priester geben, dehnen sexueller missbrauch vorgeworfen wird. Dabei sind die bereits aus dem Dienst ausgeschiedenen und die unter dem Tisch gefallenen nicht eingezählt. Außerdem gibt es ja noch eine Dunkelziffer

    Bei 40.000 Priester sind dies über 1 %... und ich denke mal, dass genau so viele unter den Tisch fallen....und da soll noch mal einer Sagen Schwule wären pervers
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#4 KatrinAnonym
  • 16.08.2007, 18:05h
  • Sollte die Anschuldigung wahr sein, ist der Priester ein Verbrecher unabhängig von seinem Amt als Priester. Der Bischhof ist Mitwisser von dem Verbrechen und somit auch ein Verbrecher, der gerichtlich belangt werden muss. Dem Jungen steht Schmerzensgeld zu. Die Kirche hat klare Richtlinien denen nicht entsprochen wurde und somit kann man der Kirche nichts vorwerfen.
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#5 thomasAnonym
  • 16.08.2007, 20:19h
  • Zunächst: wenn die Sache wirklich stimmt, denn in einem Rechtstaat gilt die erst, und die gilt für jeden Menschen, gleichgültig, um wen es sich handelt, die Unschuldsvermutung, ist es eine ausgemachte Schweinerei und ich bin als Katholik und Schwuler entsetzt. Der Bischof ist Vorgesetzter des Priesters und hat, wenn er auch zumindest nicht strafrechtlich handeln kann, so doch die Pflicht zur Einleitung eines kirchlichen Verfahrens. Dies wurde beispielsweise damals im Fall Kardinal Groer gemacht, der ja hinreichend bekannt ist. Insofern ist da tatsächlich en Versäumnis des Bischofs zu sehen, dem er schleunigst nachzukommen hat. Die Familie ist aber nicht nur finanziell zu entschädigen, sondern auch die seelischen Qualen und Verstümmelungen müssen geheilt werden. Auch dazu kann die Kirche ihren Beitrag leisten, durch Bezahlung etwa eines Psychologen.

    Andererseits gibt es auch Fälle, in denen die Kirche gelernt hat, so etwa im Fall der Diozesse Chicago, von der kürzlich mehrere Millionen Euro Schadensersatz an die Opfer pädosexueller Priester gezahlt wurden und in denen der ortsansässige Kardinal sich nicht nur entschuldigt hat sondern garantiert hat, so etwas würde nicht wieder passieren. Eine Entschuldigung des Bistums Würzburg wäre also hier das mindeste.

    P.S: Weder der Papst noch die Priester sind "Stellvertreter Gottes" auf Erden, sondern "Statthalter Christi", das ist theologisch ein gewaltiger Unterschied!
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#6 operaTORAnonym
  • 16.08.2007, 21:29h
  • "....von einer Anzeige abstand zu nehmen...." Da würde ich sagen; JETZT ERST RECHT!

    Wo leben wir denn, das derart Treiben verschleiert wird? Wenn dann konkrete Aufklärung der Bevölkerung über alle Schweinereien die die Katholische kirche zu verantworten hat!
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#7 cole12Anonym
  • 16.08.2007, 23:43h
  • "Dem Bistum Würzburg ist der Fall bekannt. Da Bischof Hofmann im Urlaub ist, nahm der zuständige Generalvikar Karl Hillenbrand gegenüber "Panorama" Stellung. Er betonte, die Kirche habe korrekt gehandelt, da sie sofort ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet habe."

    Am Ende dieses Verfahren steht die Versetzung des Päderasten in eine Gegend, in der er keinerlei Verfolgung durch die Behörden bei ähnlichen Verbrechen zu befürchten hat. Zur Not nimmt ihn auch der Vatikan mit offenen Armen auf. Das wäre nicht das erste Mal. Das ist nach wie vor, trotz vieler Beteuerungen immer noch gängige Praxis dieser scheinheiligen Organisation.

    @ thommen
    "Ich finde es auch schlimm, zu sexuellen Handlungen gezwungen zu werden! Aber offenbar hatte der Junge zuwenig Informationen, um sich von Anfang an zu wehren!
    Daher finde ich eine Schadenersatzforderung von der Mutter gegenüber der Kirche unerhört! Es ist Mode geworden, dass Eltern Geld verlangen dafür, dass sie ihre Kinder ungenügend erzogen haben."

    Hallo, geht's noch! Ich finde, dass die Kirche dafür bis in alle Ewigkeit blechen sollte und zwar an jedes Opfer, egal wie alt. Diese pädophilen Herren machen vor niemandem Halt, nicht mal vor behinderten Jugendlichen, die in ihrer Obhut sind.

    Die Eltern haben ihren Sohn also nicht richtig erzogen? Klar, die Eltern sind Schuld, dass ein Mann in einer Vertrauensstellung, genau dieses Vertrauen ausnutzt hat, um den Sohn zu missbrauchen. So kann nur jemand reden, der keine Ahnung hat, welche Macht diese Typen über ihre Opfer haben. Das gleiche Argument könntest du auch auf eine vergewaltigte Ehefrau anwenden. Wäre die richtig von ihren Eltern erzogen worden, wäre sie nicht von ihrem Mann vergewaltigt worden. Das Opfer und seine Angehörigen sind Schuld, dass es zum Verbrechen kam! Wo leben wir eigentlich?
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#8 SchorschAnonym
  • 17.08.2007, 00:18h
  • Na, super - gut gemacht! Ein Pfarrer, der nur ein bisschen Spaß haben wollte, wird von verklemmten bzw. sexuell frustrierten Eltern und ebensolchen Staatsanwälten, die sich zu Sittenwächtern aufspielen, in den Selbstmord getrieben. Der hatte weiß Gott an den Neurosen, die ihm die religiöse Erziehung und klerikale "Ausbildung" als Bürden mitgegeben haben, schon genug zu tragen. Nach einem ganz ähnlichen Modell (frustrierte Eltern wollen ihren Kindern per Gericht verbieten, was sie selbst auch nicht gekriegt haben) wird ja derzeit auch dieser Marco W. in einem türkischen Gefängnis zugrunde gerichtet. Traurig, wie weit wir noch von einem freien Umgang mit Sexualität entfernt sind. Und noch erschreckender ist, dass sogar die Kommentare hier in die gleiche Kerbe des gesunden Volksempfindens schlagen.
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#9 SchorschAnonym
  • 17.08.2007, 00:24h
  • Nachdem ich die Kommentare alle wirklich komplett gelesen habe, muss ich noch mal nachlegen: Mädels, wo lebt ihr eigentlich? Der Junge war nicht 7 sondern 17! Der hat verdammt genau gewusst, was er tut bzw. tun lässt und was ihm Spaß macht. Und er sieht im nachhinein eine Chance, sich noch mal wichtig zu machen und als Opfer zu stilisieren. Oder vielleicht stecken auch einfach nur die Eltern dahinter, die mit seiner Hilfe noch ein bisschen Kohle abzocken wollen. Wer sagt überhaupt, dass nicht der arme Bengel vielleicht den bösen Pfarrer verführt hat? Schließlich bestand umgekehrt kein Abhängigkeitsverhältnis: Es war nur ein Pfarrer, kein Lehrer, kein Arbeitgeber usw.
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#10 RabaukeAnonym
  • 17.08.2007, 10:01h
  • Also heute meld ich mich mal unüblicherweise, radikal zu Wort. Okay, der Pfarrer hat sich das Leben genommen, ist im Eimer. Feige Sau kann ich ihm da nur hinterher ruuufen. Grundsätzlich, ob nun die "feine" Kath. Kirche oder eine andere "Schäfcheneinrichtung". Die Herrschaften sollten sich endlich mal outen und Schluß machen, mit ihrem verdadderten Priester/Pfarrer-Dahsein!!!!!
    Dann gäbe es solche Meldungen nicht mehr. Dennoch: Wer jemanden mißbraucht oder gar vergewaltigt.........Schwanz ab!!!!!! Entschuldigt, musste mal raus.

    Schönes WE euer Rabauke
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