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Endlich mal ein Reggae-Musiker, der die Homophobie seiner Kollegen nicht mitmacht und sie offen kritisiert.

Von Carsten Weidemann

Der Reggae-Sänger Gentleman sieht sich als Kämpfer gegen die deutschen Porno-Rapper. "Ich spüre eine Verantwortung. Gerade weil in meinem Publikum viele junge Leute sind, sollen meine Texte ein Gegensatz zu dem sein, was im deutschen Hiphop sonst gerade abgeht", sagte Gentleman im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Den Medien wirft der Sänger "Doppelmoral" im Umgang mit Pornorappern vor: "Wenn es nur noch um Provokation geht, wenn Frauen in Songtexten vergewaltigt werden und die Leute, die das geschrieben haben, von den Medien auch noch gehyped werden. Dann frag ich mich, was ist das für eine Doppelmoral?" Gleichzeitig würden Künstler aus Jamaika von Festivals ausgeladen, die vor Jahren vereinzelt schwulenfeindliche Texte gesungen hätten.

Homophobie sei in der jamaikanischen Gesellschaft tief verankert. "Diese Schwulenfeindlichkeit stört mich extrem", sagt Gentleman. "In meinen Texten werden keine Minderheiten gedisst, sondern unterstützt."

Gentleman, 32, gilt als einer der erfolgreichsten Reggaemusiker der Welt. Für sein Album "Journey to Jah" erhielt er 2003 den Musikpreis Echo, den er 2005 als "Bester nationaler Künstler" erhielt für seine Alben. Sein Album "Confidence" stieg 2004 in Deutschland auf Anhieb auf 1 und verkaufte sich weltweit. Auch in Jamaika, im Mutterland des Reggae, ist Gentleman anerkannt. Sein neues Album "Another Intensity" kommt am 24. August auf den Markt.

Da Gentleman der erste Reggae-Sänger ist, der sich so deutlich von Sexismus und Homophobie distanziert hat, erhält er von uns den Homo-Orden.

20.08.2007



27 Kommentare

#1 classlessAnonym
  • 20.08.2007, 14:30h
  • Zumindest nach dem, was hier im Artikel von Gentleman zitiert wird, spielt er die Homophobie von jamaikanischen Künstlern herunter ("vor Jahren vereinzelt schwulenfeindliche Texte") und erklärt sie zum Nebenproblem angsichts der deutschen Pornorapper.

    Letztere sind durchaus ein Problem, aber im Zusammenhang mit einem offenen Auftreten gegen Homophobie find ich diese Äußerungen dubios.

    www.classless.org/2006/12/10/hure-babylon/
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#2 stefanoAnonym
  • 20.08.2007, 17:39h
  • ganz genau, ich schließe mich meinem vorredner an. auch ich hatte eigentlich einen etwas anderen artikel nach dieser überschrift erwartet. lieber gentleman, ICH finde es ganz gut, dass diese typen ein auftrittsverbot bekommen haben.
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#3 SaschaAnonym
  • 21.08.2007, 00:02h
  • @Vorredner:

    Eben!

    Der Fehler besteht nicht darin, dass homophoben Reggae-Sängern aus Jamaika ein Auftrittsverbot erteilt wurde, sondern dass deren deutschen Kollegen und Gesinnungsgenossen angesichts ihres Sexismus und ihrer Homophobie kein solcher erteilt wird!!!

    Es wäre eigentlich Aufgabe eines tatsächlich ernstgemeinten, wirkungsvollen Anti-Diskriminierungs-Gesetzes, Homophobie in Pop und Medien ebenfalls explizit mit harten Strafen zu versehen!

    Leider ist alles, was hierzulande unter dem Stichwort "AGG" aber nur eine absolut unverschämte und dreiste Farce!
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#4 tebe berlinAnonym
  • 21.08.2007, 14:53h
  • Eine Ehrung die auch mich überrascht. Ich war vor einiger Zeit schon neugierig auf die Haltung Gentlemans zu diesem Thema und bin bei meinen Recherchen nur auf ziemlich schwache Rechtfertigungsversuche gestoßen - da wurden dann Armut, soziale Spannungen und ähnliches als Entschuldigung für Homophobie angeführt und erklärt, dass man dieTexte ja eher metaphorisch betrachten müsse (gähn). Als ich jetzt diese Überschrift las, war ich gespannt, ob da mal etwas Deutlicheres kommt, finde die Äußerungen aber insgesamt recht dünne - die "Warum dürfen die armen Jamaikaner nicht, was deutsche Pornorapper auch dürfen?"-Nummer ist jedenfalls eher peinlich als mutig.

    Aber ok, in der Relation zu anderen Künstlern muss man Gentleman wohl trotzdem fast als Revoluzzer seines Genres betrachten. Insofern ist der Hintergedanke der Ehrung sicher eher, ihn zu ermutigen und bei der Pflicht zu nehmen. Vielleicht klappt das ja und Gentleman verdient sich diese Ehrung zumindest rückwirkend... Als Dancehall-Fan wünsche ich mir jedenfalls händeringend, dass sich da endlich mal was bewegt.
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#5 BärliAnonym
  • 21.08.2007, 21:48h
  • Schwule gehören nicht in diese Gesellschaft.Die sind abnormal krank und müßen von der Gesellschaft kontrolliert und geächtet werden.Aber die Zeiten werden wieder kommen,dann regelt sich alles von selbst .....................................nicht wahr?
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#6 genitalrastalöckchenAnonym
  • 22.08.2007, 12:06h
  • ...auch gut:

    Kulturrelativismus und konzerneigene Hassprediger

    In Jamaika wurden in den vergangenen Jahren zwei der prominentesten Schwulenrechtler ermordet: Brian Williamson und Lenford Harvey. Die Verbrechen waren allerdings nur insofern etwas besonderes, als die beiden Opfer prominent waren und die meisten Morde an Schwulen auf der Karibikinsel nicht heimlich geschehen, sondern durch einen Lynchmob.
    ....
    Doch während andere Hassprediger abgeschoben werden, darf Massiv bleiben - weil der Bertelsmann-Konzern mit ihm Geld verdienen will. Unter anderem dafür ließ der Konzern mit der "Urheberrechtsreform" gerade eben wieder seine Monopolrechte ausbauen.

    www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25996/1.html
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#7 JandanAnonym
  • 01.09.2007, 20:48h
  • Irgendwie traurig, dass allein schon diese Tat für einen Homo-Orden ausreicht. Ich will damit auf keinen Fall sagn, dass ich sie nicht schätze, aber es is ja jez auch net soooooooooooo viel. Naja aber immerhin. Ich hoffe ihm werden noch einige folgen und dass er Einfluss auf die Menschen hat.
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#8 didi von schwubisAnonym
  • 28.09.2007, 13:44h
  • da kann ich nur den hut ziehen und danke sagen, dass es dich gibt!! bist ein echter gentleman....!!! mehr davon!!
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#9 egonAnonym
  • 08.10.2007, 12:18h
  • muss mich auch wundern, dass er diesen orden erhält. habe erst kürzlich gelesen, dass er einen song mit sizzla aufnehmen will. dann kann er das alles doch gar nicht so schlimm finden. der einzige unterschied ist, dass er deutscher ist und genau weiß, was die leute hören wollen, damit sie seine platten kaufen.
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#10 anonymAnonym
  • 12.10.2007, 17:14h
  • Kann mich da meinem Vorredner nur anschließen. Ich glaube zwar nicht, dass seine Schwulenfreundlichkeit geheuchelt ist, aber ich denke diese ganze Geschichte gehört in die Kategorie "Wischi-Waschi-Tolleranz". Man findet wie die Mehrheit der Deutschen, dass "alle sich lieb haben sollen" und das Homophobie "blöd" ist, aber besonders viel Herzblut scheint da nicht hinter zu stecken...
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