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Los Angeles (queer.de) - Das posthume Outing des vor gut einer Woche verstorbenen amerikanischen Entertainers Merv Griffin hat zu Irritationen geführt. Kolumnist Ray Richmond vom "Hollywood Reporter" hatte Griffin, den Erfinder von Spielshows wie "Glücksrad" und "Jeopardy!", geoutet und geschrieben, das Multitalent habe ein Doppelleben geführt. Die Agentur Reuters, die die Kolumne verbreitet, hatte am Freitag nach wenigen Stunden den Text wieder zurückgezogen. Er entspeche "nicht unseren nachrichtlichen Ansprüchen", so die offizielle Begründung. Auch auf der Website des "Hollywood Reporter" wurde sie entfernt. Daraufhin forderte der Homo-Aktivist und Radio-Kommentator Michelangelo Signorile seine Hörer auf, sich bei der Fachzeitschrift zu beschweren. Daraufhin schaltete der "Hollywood Reporter" die Kolumne wieder frei; bei Reuters bleibt sie aber verschwunden.

Richmond schrieb: "Merv Griffin war schwul. Warum ist es so unbehanglich, das zu lesen? Warum ist es so schwer zu schreiben? Warum sind wir immer noch so nervös, dieses Thema im scheinbar so liberal eingestellten Hollywood des Jahres 2007 anzusprechen?". Der beliebte Star hätte Richmond zufolge mit einem Coming-out zu Lebzeiten viel für die Akzeptanz von Schwulen tun können.

Griffins Homosexualität war in Amerika ein offenes Geheimnis. 1991 sorgten zwei Gerichtsverfahren für Aufsehen: Ein Moderator verklagte die TV-Legende wegen "sexueller Belästigung" und ein Assistent wollte als ehemaliger unverheirateter Lebensgefährte Unterhaltszahlungen in Höhe von 200 Millionen Dollar erstreiten. Beide scheiterten.

Der Fernsehmoderator ist am 12. August im Alter von 82 Jahren an Krebs gestorben. (dk)



#1 wolfAnonym
  • 22.08.2007, 16:26h
  • hätte er mal zu seinen lebzeiten was getan, wenns auch nur mit einem outing gewesen wäre !
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#2 SaschaAnonym
  • 22.08.2007, 16:30h
  • Ein weiterer eindrucksvoller Beleg dafür, wie homophob und massiv heteronormativ die angeblich so liberale und fortschrittliche Welt von Film, Fernsehen und Pop in Wahrheit immer noch ist...

    Wenn es uns nicht gelingt, den Menschen verachtenden Status quo gerade in diesem Bereich zu verändern, werden wir in unserer medial geprägten Welt niemals wirkliche Gleichberechtigung erlangen können!
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#3 ThommenAnonym
  • 22.08.2007, 16:45h
  • outing = wenn jemand einen Schwulen outet

    coming out = wenn jemand selber "herauskommt"
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#4 luke12Anonym
  • 22.08.2007, 17:14h
  • "Warum sind wir immer noch so nervös, dieses Thema im scheinbar so liberal eingestellten Hollywood des Jahres 2007 anzusprechen?"

    Weil Hollywood alles andere als liberal ist! Mal ehrlich, wie viele offen homosexuelle Stars gibt es denn in Hollywood? Bis heute ist James Deans Homosexualität in vielen Biographien k e i n Thema. Im Gegenteil, seine 'Freunde' bestreiten es öffentlich, obwohl es mehr als handfeste Beweise dafür gab. Pink, Madonna, Drew Berrymore koketieren offen mit ihrer Zuneigung zum eigenen Geschlecht, sind und waren aber immer oder meistens nur mit Männern öffentlich zu sehen. Arnold Schwarzenegger hat zu Beginn seiner Karriere sehr gern Schwulenclubs besucht. Heute kämpft er mit allen Mitteln gegen die Einführung der Homoehe und steht fest hinter George Bush jr.. Es gibt nur ein paar Aushängeschilder und meistens sind es Frauen (Melissa Etheridge, Ellen DeGeneres, Jodi Foster usw). Schwule Stars mit internationalem Erfolg sind dünn gesäht. Warum wohl?

    Hollywood ist genau so bigott, wie ein nicht unerheblicher Teil der amerikanischen Gesellschaft. Auch nach Filmen wie Brokeback Mountain oder Serien wie L-Word oder Queer as Folk sind die Darsteller immer tunlichst bemüht zu betonen, dass es absolut das gleiche ist vor der Kamera als ob man das gleiche Geschlecht küsst oder das andere. Klar, wenn man in solchen Rollen immer nur die schnuckeligen Heten besetzt, die dann regelmäßig mit der Freundin knutschend in den Klatschspalten erscheinen. Also wird wohl nach wie vor nach dem Motto verfahren: Willst du in Hollywood Karriere machen, solltest du die Klappe halten!
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#5 gerdAnonym
  • 23.08.2007, 15:25h
  • In den letztem Jahrzehnt seines Lebens hätte Griffin den Schritt zum Outing vollziehen können, wenn er es gewollt hätte. Andere Schauspieler in Hollywoood wie beispielsweise George Takei haben dies auch vollzogen. Daher so homophob ist Hollywood in den letzten Jahren nicht mehr gewesen: in früheren Jahrzehnten mit Sicherheit aber in den letzten Jahren ist dies definitiv nicht der Fall. Erinnert sei auch an ein Film wie Brokeback Mountain.

    Vielmehr dürfte es wohl daher nicht an Hollywood gelegen haben, sondern der Schritt sich nicht zu outen, liegt wohl bei Merv Grifffins innerer Einstellung zu sich selbst. Warum er dies so entschied, entzieht sich bisher unseren Erkenntnissen. Dazu bedüfte es eines Tagebuches oder einer posthum veröffentlichten Autobiographie, die es anscheinend nicht gibt.
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#6 DannyAnonym
  • 25.08.2007, 11:57h
  • Offen zu leben ist viel entspannter- alles andere ist ohnehin kein "Leben".

    Es ist ein Zerrbild seinerselbst.
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