Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?7477

Warschau (queer.de) - Eine schwule Internetseite aus Polen hat eine Liste von homofeindlichen Politikern veröffentlicht. Auf gaylife.pl sollen Kandidaten für das nationale Parlament benannt werden, die sich gegen schwul-lesbische Rechte aussprechen. Derzeit findet sich unter anderem der ehemalige Bildungsminister Roman Giertych von der Liga Polnischer Familien wieder, aber auch Oppositionspolitiker wie Anita Blochowiak and Wojciech Olejniczak vom Bund der Demokratischen Linken.

"Bald wird eine Parlamentswahl stattfinden”, erklärte Marek Ryszard von gaylife.pl. "Wir wollen der Community die Möglichkeit geben, eine informierte Entscheidung zu treffen. Die Politiker auf der Liste hindern uns daran, unsere Ziele zu erreichen." Die Entscheidung, wer alles auf die Liste kommt, sollen die Leser der Seite haben.

Menschenrechtsgruppe kritisiert Liste

Professor Andrzej Rzeplinski von der International Helsinki Federation for Human Rights kritisiert die Aktion, weil auch Politiker darauf erscheinen würden, die sich mit dem Thema Homosexualität nicht befassen: "Wenn es keinen Beweis für das homophobe Verhalten von Politikern gibt, dann ist die Einbeziehung in eine solche Liste ein Verbrechen”, so Rzeplinski. "Solche Kampagnen werden die schon kaum vorhandene politische Kultur noch weiter in den Dreck ziehen.” Er sagte, manche Politiker seien lediglich deswegen in der Liste aufgenommen worden, weil sie sich geweigert hätten, über die Homo-Ehe zu sprechen. (dk)



14 Kommentare

#1 redforceAnonym
  • 24.08.2007, 13:45h
  • Finde ich nicht so gut. Ich finde, man sollte vor allem Parteien nennen und nur Namen derjenigen, die sich auch wirklich aktiv gegen die Akzeptanz der Homosexualität einsetzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SaschaAnonym
  • 24.08.2007, 13:59h
  • Unsinn!

    Jeder, der sich - noch dazu in einem Land, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten werden - nicht aktiv und ausdrücklich für die Gleichberechtigung homosexueller Menschen einsetzt, ist in der Tat unwählbar, und das sollte auch in aller Deutlichkeit so gesagt werden.

    Wenn irgendein Politiker unberechtigterweise in diese Liste aufgenommen wurde, sollte er ja kein Problem damit haben, dies durch eine klare öffentliche Positionierung in Sachen Menschen- und Homo-Rechte klarzustellen, oder???

    Was erlauben sich eigentlich manche, den Menschenrechtsbegriff derart ad absurdum zu führen???
  • Antworten » | Direktlink »
#3 wolfAnonym
  • 24.08.2007, 15:36h
  • was treibt sich herr rzeplinski eigentlich in der organisation für menschenrechte herum, gerade er als pole müsste doch am besten wissen worum es bei ihm zu hause geht, wie ist der an den job gekommen ?
    es spricht doch für sich, wenn politiker sich nicht mit homosexualität befassen , oder nicht mal einen kommentar abgeben wollen, schliesslich vertreten sie das volk, also auch homos, oder gehören die nach seiner meinung schon nicht mehr dazu ?
    nach der entsetzlichen entwicklung in polen, finde ich diese aktion absolut spitze, zumindest müssen die betroffenen endlich farbe bekennen !
    wäre auf unsere verhältnisse übertragen auch nicht schlecht, um die nicht informierten, die nur party machen, zu unterrichten.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 PatriotAnonym
  • 24.08.2007, 15:39h
  • Als polnische Homo-Aktivisten (Biedron,Niemiec) auf die REDWATCH-Liste gekommen sin, waren sie empört und sprachen von Verfolgung.Jetzt machten Homosexuelle das gleiche.Verlogen?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SaschaAnonym
  • 24.08.2007, 15:50h
  • @wolf:

    Völlig richtig! Denn angesichts der dreisten Diskriminierung von Homosexuellen auch hierzulande brauchen wir nicht - wie einige Politiker - immer nur nach Polen oder Russland zu blicken, um uns empört in Szene zu setzen!

    Eine Liste von Politikern, die Diskriminierung befürworten und Menschenrechte verweigern oder zumindest nicht aktiv dagegen vorgehen (und die sind in Wahrheit genauso schlimm), ist auch bei uns schon lange überfällig.

    Der Begriff "Feinde" ist hier sicherlich unpassend, denn es geht uns ganz bestimmt nicht um Feindschaften (das überlassen wir denen, die uns diskriminieren), wurde aber auch von der Homo-Initiative in Polen so meines Wissens nicht verwendet!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 hwAnonym
  • 24.08.2007, 15:53h
  • @ wolf

    ..ja.. und wenn ich bei solchen figuren dann schon human rights lese, oder agency bekomme ich das kotzen.
    die polnische politik ähnelt seit jahren in teilen ja schon einem von oben angestrengten gerichtsverfahren.

    vielleicht sollte man die quotennutte mal auf einen text von ihm hinweisen:
    "Wenn die Annäherung an die Grenze des Erträglichen nicht bewusst gemacht wird, bringt sie eine Pathologie hervor, in der die Opfer "ruhiggestellt" werden und narrative Techniken zum Einsatz kommen, auf die ich im weiteren noch eingehen werde. Das Ignorieren der Stimme der Opfer ist auch in der Justiz gang und gäbe. Man kann das deutlich am Beispiel des Gerichtsverfahrens gegen die Mörder von Jedwabne sehen, über das Andrzej Rzeplinski schreibt: "Die Geschädigten treten in ihm überhaupt nicht auf. Auch wenn ein Opfer sich im Gerichtssaal befindet, wird es vom Gericht nicht als Opfer behandelt."[35] Das "Vermeiden von Einseitigkeit" und das "Streben nach vollständiger Objektivität" hat also seinen Preis. Im Laufe des Gerichtsverfahrens findet das Ignorieren der Stimme der Opfer schließlich seine Zuspitzung im Ignorieren der Opfer selbst. Dazu Andrzej Rzeplinski: "Es fand keine Exhumierung statt. Es gab in diesem Gerichtsverfahren keine Opfer. Das Verbrechen soll nur darin bestanden haben, dass die Bewohner von Jedwabne und Umgebung die Juden auf den Marktplatz getrieben und dort eine Weile bewacht haben. Im Urteil ist vom Verbrennen der Juden keine Rede."
    ...
    Das Ignorieren der Stimme der Opfer, besonders dann, wenn sie einer Minderheit angehören, ist nicht nur für die polnische Geschichtsschreibung kennzeichnend. Die konservativen Schulen der Geschichtsschreibung, die sich im 19. Jahrhundert in Deutschland und in anderen europäischen Ländern konstituiert haben und die an der Bildung und Stärkung nationaler Identitäten maßgeblich beteiligt waren, zeigten keine Bereitschaft, den Opfern eine Stimme zu verleihen. Zu einer Kritik dieser Identifizierung der Historiker mit dem Stärkeren waren nur Denker vom Format eines Walter Benjamin fähig, der in seinem berühmten Text Über den Begriff der Geschichte die Frage aufwarf, "[...] in wen sich denn der Geschichtsschreiber des Historismus eigentlich einfühlt". "Die Antwort lautet unweigerlich in den Sieger. [...] Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein. Und wie es selbst nicht frei ist von Barbarei, so ist es auch der Prozeß der Überlieferung nicht, in der es von dem einen an den andern gefallen ist."

    eigentlich müßte er die seite sponsern...
    quelle:

    www.eurozine.com/articles/2003-05-30-tokarska-de.html
  • Antworten » | Direktlink »
#7 SaschaAnonym
  • 24.08.2007, 16:06h
  • @hw:

    Ja, es scheint wieder sehr stark in Mode zu kommen, OPFER von Gewalt und Diskriminierung, die sich allen Ernstes erdreisten, sich dagegen zur Wehr zu setzen, zu Tätern machen und als "die Bösen" hinstellen zu wollen.

    Auch die aktuelle Bushido-Debatte ist in diesem Zusammengang ja mehr als bezeichnend...und erschreckend, was das Rechts-/Unrechtsbewusstsein mancher junger Leute angeht!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 RalfAnonym
  • 24.08.2007, 16:25h
  • Ich halte es für gut und richtig, solch eine Liste zu erstellen, auch in Deutschland. Jede(r) Wähler(in) soll wissen, wer sich wofür einsetzt, wenn es um die Bürgerrechte von Lesben und Schwulen geht. Dass eine solche Liste sehr gründlich recherchiert sein muss, versteht sich allerdings von selbst.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 gerdAnonym
  • 24.08.2007, 17:16h
  • Die Liste ist teilweise gut und teilweise falsch.
    Natürlich muss ein Typ wie der polnische Bildungsminister da auf die Liste drauf...der Mann "geht gar nicht" und seine Aussagen sind extrem homophob.

    Aber es sollten auch wirklich nur Politiker drauf, die massiv aufgefallen sind. Ansonsten bekommt das ganze einen "faden" Beigeschmack, da eine solche Liste für jeden Leser entsprechend überprüfbar sein muss. Letzteres ist die Liste aber nicht mehr, wenn da "Hören-Sagen" ausreicht, um auf der Liste aufgenommen zu werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 operaTORAnonym
  • 24.08.2007, 17:41h
  • ".....Jeder, der sich - noch dazu in einem Land, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten werden..." Welches Land meinst Du?
  • Antworten » | Direktlink »