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Shanghai (queer.de) - Die kommunistische Stadtregierung von Shanghai empfiehlt Immobilienbesitzern, Appartements, Wohnungen oder Häuser nicht mehr an schwul-lesbische Paare zu vermieten. Wie die Zeitung "Beijing News" berichtet, bereitet die Stadt derzeit eine Anordnung vor, in der Vermieter aufgefordert werden, Ehepaare oder Einzelpersonen zu bevorzugen. Die genauen Details der geplanten Richtlinie sind noch nicht bekannt. Die Zeitung gab zudem nicht an, ob auch die Vermietung an allein lebende Schwule und Lesben eingeschränkt werden soll. Hintergrund der Anordnung ist Beobachtern zufolge eine Moralkampagne der Regierung. Außerdem soll die Überbelegung von kleinen Wohnungen verhindert werden. "Es wird Beschränkungen geben für nicht verheiratete Freundinnen oder Freunde sowie für gleichgeschlechtliche Partner", erklärte "Beijing News". (dk)



#1 VinceAnonym
  • 30.08.2007, 15:45h
  • Wie man einigen Zeitungsberichten entnehmen kann, will die Stadt anscheinend klassisch und im konservativen Sinne wünschenswerte Einwohner anziehen. Um ein gutes Image abzugeben, sollten die Einwohner verheiratet, arbeitend, gesund und den Moralvorstellungen entsprechend sein.
    Dass man daraus sogar eine offizielle Linie macht, und das an Vermieter der Stadt weitergibt, ist typisch chinesisch und erinnert an kommunistischere Zeiten der vergangenen Jahrzehnte. Shanghai alleine würde innerhalb weniger Jahre eine offene Weltstadt aus sich machen und hat dazu nach meiner persönlichen Erfahrung viel Potenzial, aber die kommunistische Regierung in Beijing versucht häufig mit Anordnungen von oben die Liberalität dieser 14-Millionen Stadt einzuschränken. Meist geschah dies im wirtschaftlichen Sinne, nun sind Moralvorstellungen einiger machtinnehabender Beamten durchgedrungen. Diese Anordnung spiegelt also meiner Meinung nach nicht den wahren Geist dieser wunderschönen Stadt da.

    Liest man nun aber den Artikel bei 365gay.com (
    www.365gay.com/Newscon07/08/082907china.htm),
    sieht das ganze gleich anders aus und ist für mich als Hobby-Sinologe auch viel wahrscheinlicher: Es geht nicht darum irgendwelche Minderheiten aktiv zu diskriminieren, sondern die Regierung will verhindern, dass Wohnungen übervölkert werden mit Wanderarbeitern. Blickt man in chinesische Haushalte auch in Deutschland und England z.B. sieht man immer wieder, dass fünf Chinesen kein Problem haben, sich in eine Einzimmerwohnung zu stopfen. Ehrlich gesagt sind beide meiner Nachbarn chinesische Großfamilien im Einzelzimmer (wohne in London)!
    Das soll nun in Shanghai vermindert werden und somit wird gesagt, dass man am besten eine Wohnung mietet, wenn man verheiratet ist, dann ist klar mit wem man wohnt. Ansonsten kann man ja ohne weiteres 4 Wanderarbeiter aufnehmen und ein bisschen die Nebeneinkünfte aufstocken. Mit der Ehepartnerregelung ist dies so am besten zu kontrollieren.
    DASS DARAUS SOMIT eine Diskriminierung für Schwule und Lesben wird, haben sie die Behörden aber wahrscheinlich kaum überlegt. Für die meisten Festlandchinesen ist Homosexualität immer nur noch eine Randerscheinung und kaum bemerkenswert.

    Wenn man diese Story nun so beleuchtet, finde ich es sehr schwach von queer.de und auch anderen Homo-News Seiten, die Geschichte gleich und ohne Hinterfragen als homophobe Meldung darzustellen. Mal die Hintergründe beleuchten, liebe Redakteure! Und nicht einfach los schreiben, wenn man die Meldung nicht einmal richtig verstanden hat. Diese Unprofessionalität, tse tse
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#2 hwAnonym
  • 30.08.2007, 17:21h
  • @ vince

    "....Blickt man in chinesische Haushalte auch in Deutschland ..."
    so kenn ich es auch. mein freund ist chinese, von daher konnte ich das
    verschiedene male selbst erleben.
    er kommt aus kunming, und zum thema
    die "die alten" in der partei, gilt auch in dieser relativen provinz: peking ist weit.

    www.newsmekong.org/straight_talk_makes_headway_in_hiv_and_ai
    ds


    mittlerweile werden, homosexualität, rechtliche stellung, diskriminierung, homo-ehe offen
    im tv thematisiert. verglichen wird mit den zuständen in europa, den arabischen ländern und amerika. thamatisiert der umgang mit schwulen durch faschisten und fundamentalisten. möglichkeiten
    für die chinesische gesellschaft werden angedacht, natürlich auch der vorzug der natürlichen geburtenkontrolle durch schwule, um die sache auch für jene schmackhaft zu machen, die interessiert
    die auseinandersetzungen mit den "traditionalisten" betreiben.

    www.aibai.cn/info/open.php?id=17021

    schön ist dabei auch der einsatz der sexualwissenschaftlerin li yinhe, die vor einem jahr noch meinte, ich geb auf, ich mach nichts mehr.

    www.aibai.cn/info/open.php?id=17079

    hier mit Zheng Yuanjie, erfolgreicher kinderbuchautor. er spannte den bogen von hitler bis zu den christlichen fundamentalisten.

    www.chinadaily.com.cn/english/doc/2004-05/10/content_329434.
    htm


    alles fließt....
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#3 hwAnonym
#4 PoldiAnonym
  • 30.08.2007, 19:31h
  • @vince
    ja, ja, das ist schon klar. diskriminieren tun uns immer nur die durchdringenden moralvorstellungen und nie die wunderschönen städte rom, teheran, frankfurt, jerusalem usw.
    vielleicht lässt sich dann die diskriminierung in deutschland wegen vorenthaltener steuervorteile auch ähnlich erklären, denn die regierung hat bei der ausschließlichen förderung der ehe bessere kontrollmöglichkeiten, dass kinder begünstigt werden.
    und der gute herr koch hat sich bei seiner letzten aussage sicher nicht überlegt, dass sich einige dadurch diskriminiert fühlen werden.
    mich erstaunt, mit welchen fadenscheinigen argumenten homosexuelle zurücksetzungen normalisiert werden.
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