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Seine Parteifreunde haben Larry Craig überraschend schnell fallen gelassen – sie haben Angst um ihre Wiederwahl.

Von Dennis Klein

Erleichterung unter den Republikanern: Senator Larry Craig hat seinen Rückzug bekannt gegeben – und beharrt gleichzeitig darauf, dass er sich auf der Flughafentoilette von Minneapolis nicht falsch verhalten hat. Senator Craig war – wie erst vor kurzem bekannt wurde – bereits im Juni von einem Undercover-Polizisten verhaftet worden, weil der offenbar Politiker Klappensex angestrebt hatte (queer.de berichtete).

Seine Kollegen im Kongress haben sich bereits im Vorfeld schnell von ihrem Parteifreund distanziert. In einem selbst für die rauen US-Sitten ungewöhnlichen Schritt haben die Republikaner Craig sofort aus den Parlamentsausschüssen ausgeschlossen – aus den Gremien also, in dem wirklich Politik gemacht wird. Denn zu groß ist die Angst, in den Skandal-Strudel hineingezogen zu werden und damit die Wiederwahl zu vermasseln.

Immerhin werden Abgeordnete des Repräsentantenhauses alle zwei Jahre gewählt – damit ist für sie immer Wahlkampfzeit (Senatoren werden dagegen nur alle sechs Jahre wiedergewählt). Und zu gut erinnern sich die Politiker an den Foley-Skandal im vergangenen Jahr, der mitverantwortlich dafür war, dass die Republikaner zum ersten Mal seit 1994 die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verloren haben. Der republikanische Abgeordnete Mark Foley hatte kurz vor den Wahlen zugegeben, dass er Sex-Chats mit jungen Kongress-Praktikanten hatte (queer.de berichtete).

Sogar Präsident George W. Bush, dessen Popularitätswerte derzeit nie gekannte Tiefen erreicht haben, freute sich über das politische Ableben des Senators, so ein Sprecher des Weißen Hauses. Bush habe den Senator angerufen und ihm alles Gute für sein weiteres Leben gewünscht, hieß es.

Für die Republikaner wird die Rückeroberung des Kongresses damit umso schwieriger. Zwar darf der republikanische Gouverneur einen Ersatz für die Amtszeit Craigs bestimmen – und wahrscheinlich werden die konservativen Wähler Idahos die "Grand Old Party" bevorzugen, komme was wolle. Aber in den sogenannten "Swing States", dem umkämpften Bundesstaaten, haben die Republikaner derzeit wenig Chancen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bush-Partei im kommenden Jahr 22 Senatorensitze für verteidigen muss – die Demokraten aber nur zwölf. Derzeit verfügt die demokratische Fraktion über 51 Senatoren (inklusive zweier assoziierter Parteiloser), die Republikaner stellen 49 Senatoren. Im Repräsentantenhaus stehen 233 Demokraten 202 Republikanern gegenüber.

Craig war Vollzeitpolitiker und hat derzeit keinen Job, auf den er zurückfallen kann. Der ehemalige Rancher war seit 1981 ununterbrochen Abgeordneter im Repräsentantenhaus und im Senat. Finanziell fällt er aber nicht ins Bodenlose: Seine staatliche Rente beläuft sich auf 11.000 Dollar pro Monat.

3. September 2007



Klappen-Republikaner Larry Craig gibt auf

Der amerikanische Ex-Senator Larry Craig kann seinen Namen nicht reinwaschen: Er wird nicht weiter gegen seine Bestrafung wegen eines Klappen-Ausfluges vorgehen, teilte sein Anwalt mit.
Klappen-Republikaner erfolglos

Die republikanischen Senatoren Larry Craig und Bob Allen haben beide ihren Einspruch gegen eine Bestrafug ihres Klappen-Ausfluges verloren.
Kaum Spenden für Klappen-Senator

Senator Larry Craig ist mit seinem Aufruf gescheitert, die Kosten für seine teuren Anwälte durch Spenden finanzieren zu lassen. Statt die benötigen Hunderttausende von Dollar gaben ihm treue Fans nur ein Almosen von 4.600 Dollar.

11 Kommentare

#1 stromboliProfil
  • 03.09.2007, 15:52hberlin
  • gefallen einem die tiefen stürze der bigotten Pharisäer ,; bedenklich ist der umgang mit der sache : Wortprotokolle aus gerichtsverfahren oder polizeilichen vernehmungen zu veröffentlichen wiederspricht den seriösen gepflogenheiten . Mir bleibt ein schaler geschmack ...
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#2 SaschaAnonym
  • 03.09.2007, 15:55h
  • Ich wiederhole hier gern nochmal das, was ich an anderer Stelle schon gesagt habe:

    So sehr man es auch begrüßen mag, dass solche verlogenen Heuchler über eben die Homophobie stolpern, die sie als Politiker konsequent verbreiten, so unfassbar ist es, dass die Polizei einen derartigen Angriff auf die persönlichen Freiheitsrechte und die Privatsphäre von Homosexuellen praktizieren darf, ohne dass es irgend jemanden stören würde!

    Wenn Menschen auf einer öffentlichen Toilette einvernehmliche sexuelle Kontakte haben, ohne dass dabei irgend jemand gestört wird oder zu Schaden kommt (aus eigener Erfahrung kann ich sagen: das funktioniert!!!), dann geht das die Polizei oder sonstwen einen Sch*** an!

    Und genau das ist der eigentliche Skandal in diesem Fall!

    Übrigens kann auch ein offen und selbstbewusst lebender schwuler Mann durchaus einmal spontan Lust auf Sex an einem Ort wie einer öffentlichen Toilette haben.

    Das mag sich nicht mit dem Bild eines spießig-konservativen, gutbürgerlich angepassten Schwulen vereinbaren, aber das tangiert mich ehrlich gesagt nicht im geringsten.

    Wenn ich nämlich für irgend etwas kämpfe, dann für ein Ende der verlogenen
    "Sexualmoral" und Heuchelei, wie sie hier einmal wieder propagiert wird. Ich bin ganz sicher kein schlechterer Mensch oder Schwuler, nur weil ich meine Freizeit nicht immer und ausschließlich in beschaulichen Straßencafés verbringe, sondern vielleicht auch mal Sex an "ungewöhnlichen" Orten habe.

    Schon gar nicht sollten wir es uns bieten lassen, dass die Polizei derart dreist und unverschämt in die Privatsphäre und die persönliche Freiheit von Menschen eingreift.
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#3 luke12Anonym
  • 03.09.2007, 19:07h
  • @ Sascha

    Ich verstehe, was du meinst und ich stimme dir in weiten Teilen zu. Aber ich gebe dir folgendes zu bedenken. Diese Übergriffe sind in der Regel nicht gesondert auf Homosexuelle gemünzt, sondern Bestandteil einer Gesetzgebung, die sich mit Prostitution befasst. (Schlimm genug!!!) Das heißt eigentlich soll das kein Angriff im Speziellen auf Homosexuelle sein, sondern stellt das Aufspüren von Freiern und Prostituierten dar, weil Prostitution in vielen Staaten der USA illegal ist. Jeden Tag werden in den USA Freier aufgebracht, die die Dienste einer Prostituierten wahrnehmen, nur das ist keine Schlagzeile mehr wert. Es sei den der Freier heißt Hugh Grant. Man kann darüber denken wie man will, aber das ist nun mal geltendes, amerikanisches Recht. Der Einsatz von verdeckten Ermittlern in diesem Bereich ist übrigens ebenfalls üblich. Andere Länder, andere Gesetze und ein weiteres Beispiel für die Doppelmoral der Amerikaner.

    Was die Sache hier so brisant erscheinen lässt, ist halt die Tatsache, dass hier jemand, der eben solche Gesetze nicht nur befürwortet, sondern sich extrem für solche Gesetze stark macht, eben diesen zum Opfer fällt, aus eigener Blödheit. Da hält sich mein Verständnis echt in Grenzen. Natürlich hat jeder ein Recht auf Privatsphäre, aber dieser Mensch hat die Gesetze, die dieses Recht beschränken, mitgetragen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist der Begriff Freiheit halt sehr eigenwilligen Auslegungen unterlegen. Aber so kennen wir die Amis.
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#4 RalfSAnonym
  • 03.09.2007, 19:49h
  • @sascha: Nun da mag ich ein spießiger, vielleicht verklemmter Schwuler sein. Ich kann es zwar verstehen, dass man an ungewöhlichen Orten Sex haben will, aber da eine Forderung zur "Legitimation" dieser abzuleiten erscheint mir ziemlich verwegen. Außerdem macht es ja bei vielen gerade den Kick aus, etwas verbotenes zu tun :-).

    Solange es aber eine Vielzahl von Moralisten wie mich gibt, wird es die öffentliche Befürwortung nicht geben. Schon gar nicht in USA. Die Gesetzgebung deck sich sehr oft mit den aktuellen Moralvorstellungen.

    Teil 2 der Story ist natürlich, das genau der Richtige erwischt wurde. Und das kann ich nicht mit der scheinbaren Diskriminierung von "Sex wo immer ich Lust habe" zusammenbringen. Ich freu mich, dass der - man verzeihe mir - Volldepp erwischt wurde. That's all.
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#5 stefanoAnonym
  • 03.09.2007, 22:24h
  • war sascha nüchtern, als er diese rechtfertigung seiner person und seines lebens ("ich bin kein schlechterer mensch") verfasst hat? so kannte ich den guten bisher ja gar nicht. saschi, raus mit der sprache, was war da los?
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#6 gerdAnonym
  • 03.09.2007, 22:43h
  • Wie verlogen und heuchlerisch doch die Republikaner in den Vereinigten Staaten sich geben. Da sind mir unsere konservativen Politiker in Deutschland oder Großbritannien im Jahre 2007 bedeutend lieber. Die Konservativen in West-/Nordeuropa sind ein bedeutendes Stück weiter; zwar wenden sie sich leider immer noch gegen die Gleichstellung zur Ehe und gegen das Adoptionsrecht, aber immerhin schaffen sie es in ihren Grundsatzprogrammen homosexuelle Paare erstmals zu erwähnen und deren, lebenslange Paarbeziehungen anzuerkennen und zu akzeptieren. An diesen Unterschieden erkennt man dann, auch wenn "nicht alles glänzt" bei den nord-/westeuropäischen Konservativen, dass West-Nordeuropa doch ein grosses Stück gesellschaftlich und politisch ehrlicher und gerechter im Umgang mit LGBT-Themen sind.

    So gesehen einmal ein Lob auf unser Euriopa; an den konservativen Republikanern in den Vereinigten Staaten erkennt man, wie es auch "sein könnte". Hoffentlich gewinnen die Demokraten in den USA.
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#7 HampiAnonym
  • 05.09.2007, 03:59h
  • @sascha: Oh Gott, spuckst Du hier wieder grosse Töne im Stil von "Ficken ist ein Menschenrecht"! Wenn Du so viel Mut hast, dass ich Dich einmal von meinem Handy aus anrufen kann (Nummer via Mailadresse) um mal zu schauen ob da mehr als heisse Luft dahinter steckt, dann schreib mir hier kurz ein o.k, und dann streiten wir mal echt und ungeschminkt per Telefon! Ich bin ganz sicher, dass ich dabei nicht den kürzeren ziehen würde. Hast Du soviel Mut, oder doch nur beim Schreiben? Geb Dir hier sogar öffentlich meine Handynummer,Du schickst mir ne SMS mit Deiner Nummer, ich ruf Dich auf meine Kosten zurück, und dann machen wir mal den rhetorischen Hosenlupf!
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#8 Peter 2Anonym
  • 05.09.2007, 14:50h
  • @ Hampi

    was geht denn hier ab?....
    das ähnelt sehr einem pubertären Pimmelvergleich...nur ist der unterhaltsamer.
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#9 HampiAnonym
  • 05.09.2007, 19:50h
  • @Peter2: Nein, kein pubertärer Pimmelvergleich,ich wollte nur mal schauen, ob Sascha auch den Mut hat, über sein ach so tolles Homoleben mit mir auch mal persönlich, das heisst telefonisch zu diskutieren. Aber da er sich nicht mehr meldet, so fürchte ich eben doch, er ist am PC ein Grossmaul, aber wenn es ums persönliche Gespräch gehen würde, doch eher ein Feigling.
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#10 kaseinAnonym