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Ein Forschungsprojekt soll prüfen, inwieweit Arztpraxen zur Prävention beitragen können.

Von Carsten Weidemann

Empfehlungen von Ärzten haben Einfluss auf das Gesundheitsverhalten ihrer Patienten. Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen erscheint es daher nahe liegend, die Prävention von HIV/AIDS und sexuell übertragbaren Krankheiten in der Arztpraxis zu verstärken.

Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) hat beim Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaft (IMG) der Universität Bayreuth ein mehrmonatiges Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Hier soll beispielsweise festgestellt werden, welche Informationen sich Patienten und Ärzte wünschen und unter welchen Voraussetzungen die Arztpraxis der richtige Ort für Prävention sein kann. Für das Projekt erhält die Deutsche AIDS-Hilfe Unterstützung von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und vom Verband der Privaten Krankenversicherung.

Das Bild von HIV/Aids als lebensbedrohliche Krankheit hat sich in den letzten Jahren verändert. HIV-Positive haben dank der medizinischen Fortschritte heute eine wesentlich höhere Lebenserwartung. Dadurch ist allerdings die Angst vor einer HIV-Infektion aus dem Bewusstsein vieler Menschen verschwunden, und dies hat möglicherweise Einfluss auf ihr Schutzverhalten. Die Frage nach neuen, zusätzlichen Wegen in der Prävention besteht. Eine der zentralen Fragen des Forschungsprojektes ist: Können und sollen sich Ärzte stärker in die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen einbringen? Für die Beratung zu HIV/AIDS scheint die Arztpraxis bisher nur wenig genutzt zu werden. Man weiß wenig darüber, wie Gespräche zu diesem Thema überhaupt ablaufen, möglicherweise werden nur Basisinformationen vermittelt, ohne das persönliche Verhalten zu thematisieren.

"Ärzte und Patienten haben möglicherweise Hemmungen, über Sexualität zu sprechen, und Ärzte könnten Schwierigkeiten haben, Empfehlungen zu dem komplexen Thema der sexuell übertragbaren Krankheiten auszusprechen" sagt Dr. Luis Carlos Escobar Pinzón, Bundesgeschäftsführer der Deutschen AIDS-Hilfe. "In der Aidshilfe-Arbeit haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Beantwortung aller, gegebenenfalls intimer Fragen zu Sexpraktiken für das individuelle Risikomanagement und für gesundheitsbewusstes Verhalten wichtig ist. Dies gilt für Menschen mit HIV in gleichem Maße wie für HIV-Negative und Ungetestete", ergänzt Projektleiter Steffen Taubert.

Das Forschungsprojekt zielt vor allem auf die in Deutschland am stärksten von HIV betroffene Gruppe ab: Männer, die Sex mit Männern haben. Dabei sollen sowohl HIV-Positive wie auch -Negative Personen einbezogen werden. Um zu erfahren, welche Bedürfnisse Patienten und Mediziner hinsichtlich der Gespräche zu Fragen der Prävention haben, planen die Bayreuther Wissenschaftler persönliche Interviews sowie moderierte Diskussionsgruppen in Berlin und im Landkreis Bayreuth.

Die Fragen sind: Welche Informationen wünschen sich Patienten? Wie laufen Gespräche über Sexualität in der Arztpraxis ab? Wie zufrieden sind Ärzte und Patienten mit diesen Gesprächen? Wie kann der Arzt Fragen des gesundheitsbewussten Umgangs mit sexuellen Bedürfnissen im Sinne der Prävention aufgreifen? Der Verlauf der Gespräche wird aufgezeichnet und mit Methoden der qualitativen Sozialforschung ausgewertet.

Zeigt die Befragung, dass die Arztpraxis ein geeigneter Ort für die HIV/STD-Prävention ist, plant die DAH gemeinsam mit dem Kompetenznetz HIV/AIDS, den Dachorganisationen der HIV-Schwerpunktärzte (DAGNÄ und DAIG), der BZgA und der Kassenärztlichen Vereinigung ein Fortbildungsangebot für interessierte Ärzte zu entwickeln.

5. September 207



#1 Peter 2Anonym
  • 05.09.2007, 13:27h
  • Das Anliegen ist sicherlich nobel.....aber in einer Zeit, wo Ärzte kaum noch Zeit haben (da nicht so gut abrechnungsfähig), wird es wohl kaum zu Aufklärungsgesprächen kommen, außer der Patient bittet darum. Ärzte haben ja kaum die Zeit, dem Patienten die nötigen Vorsichtsmaßnahmen bei bestimmten medikamneten zu erläutern und man darf sich einfach den überlangen beipackzettel durchlesen.
    Und das kann üble Folgen haben.

    Und in Zeiten, wo Ärzte von den Krankenkassen geknebelt werden, keine alternativen methoden auszuprobieren (weiß ich aus eigener Erfahrung bei HIV) und nur diese therapien anbieten dürfen, die allgemein vorgeschrieben werden, wird wohl kaum ein Arzt bereit sein, hier zusätzliche Arbeit in die Prävention zu stecken. Hat ein Arzt dies nicht bereits bei anderen Krankehiten getan, so wird sich das bei HIV kaum ändern. Außer einem HIV-Test wird da nicht viel passieren. Wo finden den beratungen statt, wenn man mit Syphillis, Tripper usw. zum Urologen geht...da wird behandelt und weiter nichts...und ein HIV-test vorgeschlagen.

    Meiner Meinung nach wird hier zu viel geld verschleudert...statt sich um die zu kümmern, die eine alternative Therpaie anstreben (die meist ein zigfaches günstiger ist) aber vom Staat/Krankenkasse/AIDS-Hilfe allein gelassen werden....und alles selber zahlen können.

    Ärzte werden erst dann Prävention machen, wenn es eine Impfung gibt und Pharamunternehmen damit viel geld verdienen können.
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