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  • 10. September 2007, noch kein Kommentar

Bei den Filmfestspielen in Venedig wurde erstmals ein schwul-lesbischer Preis verliehen. Eine Premiere mit Startschwierigkeiten.

Von Carsten Weidemann

Als Anfang August bekannt in Venedig gegeben wurde, dass es bei den altehrwürdigen Filmfestspielen erstmals einen queeren Filmpreis geben würde, war das Erstaunen groß. Im katholisch geprägten Italien gibt es seit über 20 Jahren in Turin ein großes Filmfestival für den schwul-lesbischen Film, und mit dem Teddy Award in Berlin auch bereits einen beachteten Preis bei einem sogenannten A-Festival, also einem wichtigen internationalen Filmfest. Warum jetzt also noch ein Löwe, der nicht, wie die anderen goldene Schwingen besitzt, sondern dessen Flügel regenbogenfarben leuchten.

Festivaldirektor Daniel Casagrande verriet zumindest, dass es vier Jahre Vorbereitungszeit gebraucht habe, um diesen Nebenpreis installieren zu können. Ob er damit vier Jahre Überzeugungsarbeit meinte, sagte er nicht. Besucher des Filmfestivals sahen auf jeden Fall eine etwas zaghafte Umsetzung, um dem neuen Preis für eine sexuelle Minderheit gerecht zu werden. Es mangelte schlicht an Filmen, die sich eindeutig mit queeren Themen beschäftigten.

In "Sleuth", der nominiert war, treten Jude Law und Michael Caine auf, die bereits in homophilen Rollen zu sehen waren. Hier geht es aber eigentlich um eine heterosexuelle Dreiecksbeziehung. Und "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" mit Brad Pit ist sicher ein Hingucker für Männer, die Kerle mögen. Aber auch hier ist es eher eine Männerfreundschaft ohne homoerotische Färbung.

Gewonnen hat den Preis nun der Film "The Speed Of Life" von Ed Radtke. Erzählt wird darin die Geschichte eines 13-jährigen Jungen, der in New York lebt und sich mit den Diebstählen von Videokameras von Touristen über Wasser hält.

10.09.2007