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  • 13. September 2007, noch kein Kommentar

Mit Mistgabel und Federboa zugleich kann Farmer John umgehen. Das wunderbare Porträt eines unangepassten Mannes in den USA.

Von Carsten Weidemann

"Farmer John" ist die epische Geschichte des einzelgängerischen Bauern John Peterson und seines Hofes "Angelic Farms"in Caldedonia, im US-Bundesstaat Illinois, im Mittleren Westen der USA unweit von Chicago. Obwohl in der ländlichen Heimatgemeinde als von Gerüchten umwitterter Außenseiter misstrauisch beäugt und fälschlicherweise für schwul gehalten, stemmt sich Peterson sein Leben lang als Einzelkämpfer in 3. Generation auf dem Hof seiner Familie furchtlos gegen Wirtschafkrisen und das große Farmensterben. Seine künstlerische Ader, stets aktiv von ihm in Szene gesetzt, und die daraus entstehenden persönlichen und wirtschaftlichen Zäsuren bringen ihn mehrmals an den Rand des persönlichen Ruins. Doch seine Wertschätzung für Land, Bauernarbeit, Obst und Gemüse geben ihm immer wieder die Kraft, den Mut und die Energie ein neues Kapitel seines Lebens aufzuschlagen. Sei es als Künstler oder als Bauer.

Als Peterson für sich erkennt, dass seine einzig wahre Bühne nicht im Theater sondern auf den Feldern einer ökologischen Landwirtschaft liegt wird der einst verfemte Freigeist zur Leitfigur für ein neues Selbstbewusstsein im Bauernstand des Landes. Heute ist der Hof "Angelic Organics" eine der größten "Community Owned Farms" (also ein aus betriebswirtschaftlicher Sicht von Familien auf Anteilsbasis betriebener Direkt-Erzeugerhof) in den USA, die Woche für Woche mehrere tausend Familien im Großraum von Chicago mit frischem, organisch erzeugtem Gemüse versorgt.

In sehr intimen Interviews, ausdrucksstarken Bildern und dank einer 50jährigen Familiengeschichte von Filmdokumenten erzählt Regisseur Taggart Siegel die bewegende, faszinierende, berührende und intensive Lebensgeschichte von John Peterson eindringlich und überzeugend. Ein rundweg positiver Film – mit jedem Bild Statement für den eigenen Weg. Und für die Gewissheit, dass es im Leben immer weiter geht, das kein Abgrund zu tief zu durchqueren, kein Weg zu weit zu gehen ist.

13.09.2007