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  • 22. September 2007, noch kein Kommentar

Der schwule Redakteur Florian Fremdling erweist sich als Querdenker: Jürgen Friedenbergs Roman "Nach Redaktionsschluss"

Von Peter Kahlert

Die "queer.de"-Leser wissen es längst: Jürgen Friedenberg, zuletzt stellvertretender Chefredakteur einer großen Regionalzeitung, hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. In seinem Journalistenroman "Nach Redaktionsschluss" berichtet er von erheblichen Vorbehalten in den Medien gegen Homosexuelle. Freimütig schildert der Romanheld, der schwule Redakteur Florian Fremdling, seinen konfliktreichen Lebensweg vom braven, angepassten Bürgersohm zu einem eigenwilligen Querdenker.

Seine "Lebensreportagen" spiegeln persönliche Erfolge und Niederlagen, den redaktionellen Alltag und das Zeitgeschehen so anschaulich wider, als sei man selber dabei gewesen. Der erste Kontakt mit der schwulen Szene, später die anrührende Begegnung mit der großen, bereits "todgeweihten, aber erfüllten Liebe", schließlich die turbulente Affäre mit einem Zigeuner – all das gewinnt leibhaftige Gestalt. Und die folgenschwere Homophobie in der Redaktion treibt auch den Leser auf die Barrikaden.

Der Roman, mit leicht ironischem Unterton serviert, liest sich flüssig, er stimmt mal ernst, mal heiter, zumal ein im PC hausender "Schutzbengel" seinen Senf dazu gibt. Ein wichtiges Buch, das spannend unterhält und kompakt informiert.

Jürgen Friedenberg: Nach Reaktionsschluss. Lebensreportagen des Journalisten Florian Fremdling. ISBN 3-8380-2376-2. Frieling-Verlag Berlin. 160 Seiten. 8,90 €.

22. September 2007