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Zürich (queer.de) - In einem Pilotprozess gegen eine Barbesitzer will das Zürcher Bezirksgericht klären, ob Darkrooms in der Schweiz sittenwidrig sind. Wie die "NZZ" berichtet hat der 41-jährige Besitzer des "Dynasty Club" gegen ein Bußgeld in Höhe von 300 Franken (180 Euro) Einspruch erhoben, das die Polizei wegen "Nichtaufrechterhaltens von Ordnung und guter Sitte durch Tolerieren von sexuellen Handlungen unter Gästen in den Lokalräumlichkeiten" verhängt hatte. Die Beamten hatten bei einer Razzia im September 2006 hinter einem Tarnnetz im Untergeschoss des Clubs zwei nackte, "stark behaarte" Männer beobachtet, die sich Zungenküsse gaben und offenbar nach mehr strebten.

Die Behörden berufen sich hierbei auf Paragraf 17 des Gastgewerbegesetzes, das besagt, dass der Besitzer in den öffentlichen Räumlichkeiten für "Sitte und Ordnung" zu sorgen habe. Der Wirt argumentiert, dass Darkrooms seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts von den Behörden toleriert wurden. Letztes Jahr griff die Polizei aber erstmals wieder hart gegen Homo-Clubs durch, angeblich wegen des ausufernden Drogenkonsums (queer.de berichtete).

Im August dieses Jahres hätten sich die Clubs und die Stadtverwaltung allerdings geeinigt, dass Darkrooms unter Auflagen betrieben werden dürfen, erklärte der Rechtsanwalt des Klägers. So müssten diese Räumlichkeiten abgetrennt sein, dürften erst ab 18 Jahren betreten werden, gewerblicher Sex sei verboten und außerdem müssten Kondome und Safer-Sex-Informationen ausliegen. "Wir führen einen Pilotprozess durch, den sich die Stadtpolizei wünscht, weil sie nicht weiß, ob sexuelle Handlungen in Darkrooms erlaubt sind oder nicht", so der Anwalt. Er forderte eine Aufhebung des Bußgeldbescheides und eine Entschädigung für seinen Mandanten. Darkrooms seien schließlich auch für die HIV-Prävention sinnvoller als wenn sich Homosexuelle in Parks oder Klappen treffen würden.

Die "NZZ" bezeichnet das Urteil, das in den nächsten Wochen gefällt werden soll, als einen "wichtigen Entscheid für die Schwulenkultur". (dk)



10 Kommentare

#1 TimoAnonym
  • 25.09.2007, 17:18h
  • Ich bin wirklich kein Freund von Darkrooms, aber solange da jeder freiwillig mitmacht und niemand zu etwas gezwungen wird (und das Ganze auch nicht von Passanten einsehbar ist), sehe ich keinen Grund einzugreifen.

    Ich sage immer "Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden"... Ich muss nicht alles verstehen oder gar teilen (z.B. Darkrooms, SM, Gruppensex, etc.), aber solange keiner gezwungen wird oder zu Schaden kommt und alles in gegenseitigem Einvernehmen geschieht, hat es mich nicht zu interessieren....
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#2 JohannesAnonym
  • 25.09.2007, 20:37h
  • Ich bin auch kein Freund von Darkrooms und finde es besonders schade, dass diese als Teil von der "Schwulenkultur" gesehen werden, da sowas mit Schwulsein an sich nichts zu tun hat und die wenigsten Schwulen sowas besuchen.

    Allerdings denke ich, dass hier vor allem Schwule in der Verantwortung sind, sich zu überlegen, ob es wirklich wert ist zu so welchen Lokalitäten zu gehen. HIV ist nicht die einzige Krankheit, welche man sich dort holen kann und es ist sicherlich sinnvoller selbst Hand anzulegen...
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#3 HampiAnonym
  • 26.09.2007, 02:37h
  • da ich selber Schweizer bin und zwar auf dem Land, aber nicht weit weg von Zürich wohne, meine Meinung: Darkrooms sind nun mal eine schwule "Erfindung", in denen schwule Männer Sex haben wollen. Ich finde es ziemlich verniedlichend wenn hier geschrieben wird, die wenigsten Schwulen würden solche Räume besuchen. Wenn dem so wäre dann gäbe es ja kaum Darkrooms, oder? Immerhin gibt es ja keine Darkrooms heterosexuelle Menschen, oder? Frauen stehen wohl die wenigsten auf anonyomen Sex mit Männern von denen sie nur den Schwanz, und nicht mal das Gesicht kennen....so gesehen halte ich den Prozess für lächerlich, entweder man toleriert Darkrooms als Ficktreffpunkte oder man verbietet sie ganz, womit man aber wohl wieder nur mehr Schwule zum Büschensex und Klappensex vertreibt, was ja in der Öffentlichkeit auch nicht gewünscht ist.
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#4 leftqueersAnonym
  • 26.09.2007, 08:57h
  • Na super! Schweiz eben.

    Aber was mich wundert: Wenn alle keine freunde von Darkrooms sind, wovon leben dann deren Betreiber??
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#5 bastianAnonym
  • 26.09.2007, 09:07h
  • @ all

    Ich muss Johannes zustimmen. Darkrooms sind definitiv nicht jedermanns Sache!

    Ihr vergesst immer wie viele Schwule es gibt, vor allem wie viele Schwule, die mit der Szene garnichts zu tun haben. Wenn man dann den Prozentsatz nimmt, die dann auch wirklich Szenelocations etc. besuchen, dann muss man da auch nochmal eine Menge Leute abziehen, die definitiv NICHT solche Darkrooms besuchen! Ich persönlich habe nichts gegen Darkrooms, wer den Kick braucht und sich mit "irgendwem und irgendwas" anonym vergnügen möchte, Bitteschön! Aber in meinem ganzen Freundeskreis (und der ist nicht unbedingt klein) ist mir keiner bekannt, der auf sowas steht...

    PS: So lange es die Darkrooms in geschlossenen Räumen etc. gibt finde ich daran nichts verwerfliches oder gar illegales...
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#6 wipkingenAnonym
  • 26.09.2007, 09:41h
  • Dieser eine Fall existiert zwar. Aber die Sache mit den Darkrooms ist wohl nicht mehr ganz aktuell.
    Vor einem Jahr, wurde das alles erst publik, als es die Sache mit dem "Labyrinth" gab. Drogenfahnder, haben wohl, nachdem sie fündig geworden waren und selbst einer der Chefs dealte, den Laden auseinandergenommen und fanden sich in einem Darkroom wieder. ( Es wurde denen wohl nichts "Gutes" angetan :-) )
    Das ganze hatte hohe Wellen geschlagen. Es gab selbst öff. Diskussionen mit der Polizeipräsidentin.
    Dann gab es die Auflage, Darkroom und Gastraum getrennt. Das gültige Gastgewerbegesetz lässt wohl so etwas nicht zu.
    Jetzt nur noch akustisch und visuell getrennt.
    Und wie ich auf schweizer Seiten lese, ist alles wieder nahe beim alten Zustand. Es wird wohl still geduldet. Unter Auflagen.
    Ich vermute mal, man konnte die Behörden überzeugen, das sich keine Familie mit Kind, so ganz zufällig in einen schwulen Club verirrt.
    Aber hier gibt es einen aktuellen Link dazu.

    www.zuerigay.ch/de/index.php

    Artikel: Rückkehr zur Vernunft und andere.

    @Hampi. Enttäuscht ?
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#7 JohannesAnonym
  • 26.09.2007, 09:43h
  • @Hampi: Wie Basti geschrieben hat: Du hast wohl vergessen wie viele Millionen Schwule es in Deutschland gibt (genaue Statistiken gibt es ja nicht) und wie wenige Darkrooms.

    In die Darkrooms gehen nunmal nur ein minimalster Bruchteil. Es gibt zudem sehr viele Schwule fernab der Scene und welche zudem auch nicht im Internet auf entspr. Schwulenseiten surfen. sie somit für Statistiken nur willkürlich schätzbar sind.

    Für Heteros gibts auch Swinger-Clubs (zumindest etwas ähnliches) aber auch nur von einem minimalsten Bruchteil der Bevölkerung besucht.

    Nur weil du sowas besuchst und wahrscheinlich die Leute, die du kennst, müssen das nicht auch andere machen...
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#8 DavidAnonym
  • 26.09.2007, 10:30h
  • Meine Meinung: Bordelle sind nun mal eine männlich-heterosexuelle "Erfindung", in denen heterosexuelle Männer Sex haben wollen. Ich finde es ziemlich verniedlichend wenn hier geschrieben wird, die wenigsten Männer würden solche Orte besuchen. Wenn dem so wäre dann gäbe es ja kaum Bordelle, oder?
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#9 karl-heinzAnonym
  • 26.09.2007, 17:40h
  • @ hampi

    Also ich bin auch froh, daß es diese Dinger gibt.
    Deine Überlegungen sind vollkommen richtig.
    Da kümmert man sich um die Rechte schwuler Gierhälse rund um den Erdball und der bodenständige Schwule bleibt
    mal wieder auf der Strecke. Unsere Existenzängste interessiert mal wieder niemanden.Meine Mutter zum Beisppiel tobt zu Recht immer rum, wenn ab Frühjahr die ersten fetten Stadtschwulen mit ihren magersüchtigen Boys aus dem Tal zu uns hochgebrettert kommen.
    Unsere Milchwirtschaft im Hochodenwald hat auch eine große Streuobstwiese. Das ist nicht lustig, wenn unsere armen Viecher beim Peitschenknallen, denken, sie müßten zum Stall zurück, obwohl es noch gar nicht Abend ist. Das bringt Durcheinander
    für den ganzen Tag. Wenn man mehrmals im Monat dem Schlüsseldienst den Weg zeigen muss, weil die brünftigen alten Säcke zu blöde sind auf die Schlüssel für die Handschellen aufzupassen.
    Dass bei den ganzen Sauereien auch die Rinden der Bäume beschädigt werden, ist denen egal ! Wir sitzen zu allem Überfluss auch noch auf denTiearztrechnungen, wenn Berta oder Kuni mal wieder
    mehrere Präser verschluckt haben !
    Wer ersetzt uns den Schaden ?
    Ich kann die Viecher ja nicht immer fisten, um das Geschlabber raus zu holen ? Oft komm ich da gar nicht ran ! In unserem Honig wurden schon Poppers, Pheromone und Duftmoleküle nachgewiesen. Was soll ich mit dem Zeugs nun machen ?
    Mir ein Ledekäppi aufziehen und das ganze mit Ledergeschirr auf dem Wochenmarkt als Body-Lotion verkaufen ? Oder eine teure Anzeige bei queer schalten:"odenwald bears viagra-honey, nur äusserlich, direkt vom Erzeuger" ?
    Wäre ja auch schon wieder gelogen und bestimmt drei Zeilen lang, was die Sache ja auch nicht billiger macht. Soweit käm´s noch. Früher war alles besser. Da hat hinten im Nutzwald mal ein Ast geknackt und wenn man mal Zwei mit hochrotem Gesicht erwischt hat, bekam man wenigstens noch eine schöne Geschichte erzählt. Von klopfenden Spechten und röhrenden Hirschen, die sich aber schon verzogen hätten. Aber diese Zeiten sind wohl vorbei.
    Da hat es Hampi schon besser. Letztens las ich im Swiss Quarterly, soweit ich es verstanden habe, mein Englisch ist noch nicht so gut, dass es in der Schweiz noch unberührte Täler geben soll. Na ja, man weiß, wie lange noch. Der Gipfel hier ist ja immer, dass versucht wird, die letzten normalen Schwulen als hinterwäldlerisch abzustempeln und sie zu Dingen zu treiben, die sie über kurz oder lang in allen denkbaren Ruin bringen. Gibt es denn kein Gewissen mehr ? Warum sind denn immer alle so aggressiv, wenn man sie daran erinnert, dass es auch noch normale Schwule gibt ?
    Ja, das wäre mal ein Thema. Das wäre ehrlicher, als immer den Hampi herunterzuputzen.
    Beim Putzen sollte man immer vor der eigenen Tür beginnen. Das mach ich auf unserem Hof auch so.
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#10 wolfAnonym
  • 27.09.2007, 08:08h
  • jedem das seine, nur als schwulenkultur sollte man das nicht bezeichnen. diese räumlichkeiten gibt es nun seit ca.35 jahren in schwulen kneipen und zur kultur haben sie nun mit sicherheit nicht beigetragen. eher im gegenteil, meistens in lokalitäten untergebracht in denen einem sprichwörtlich die hosenbeine flattern, dank der technobässe, also kommunikation unmöglich ist. auf kosten gemütlicher bars, die wohl vom aussterben betroffen sind.
    aber es gibt leute, die auf ihrer geburtstagsparty, in ihrer 2-zimmerwohnung, im schlafzimmer einen darkroom einrichten, das möchte wohl kultur sein.
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