Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?7665

Der Bällchensender zeigt alle Folgen der ersten Homo-Sitcom eines US-Networks – inklusive der letzten Staffel in Erstausstrahlung.

Von Dennis Klein

Als "Will & Grace" am 21. September 1998 um 21:30 Uhr zum ersten Mal im Sender NBC über den Äther ging, wurden der Serie kaum Chancen eingeräumt, über die erste Staffel hinauszukommen. Denn ein US-Network hatte noch nie zuvor eine Serie mit einer schwulen Hauptfigur gestartet. Es wurde befürchtet, dass die Werbepausen nicht zu füllen sind, da Sponsoren vor "kontroversen" Sendungen gerne zurückschrecken. Immerhin war damals in Teilen der USA Homosexualität noch eine Straftat.

Doch es kam anders: Nach einem holprigen Start avancierte "Will & Grace" zu einem der Zugpferde von NBC und lockte in Spitzenzeiten 20 Millionen Amerikaner vor den Fernseher. Ab der dritten Staffel sendete der Kanal die Serie donnerstags in seinem "Must See TV"-Reihe. An diesen Tag platziert NBC traditionell seine stärksten Zugpferde wie die "Bill Cosby Show", "ER" oder "Friends". Nach acht Jahren und unzähligen Emmy- und Golden-Globe-Awards war dann 2006 Schluss.

Nischenprogramm in Deutschland

In Deutschland lief "Will & Grace" meist im Wochenend- oder Nachmittagsprogramm von Pro Sieben. Auch auf Sat.1 ist der US-Import weit von der Prime Time entfernt. Ab November soll wochentäglich "Will & Grace" um 0:15 Uhr ausgestrahlt werden – diese Zeit wurde durch die Absetzung der Spätnachrichtensendung "Sat.1 News – Die Nacht" frei. Dabei wird der Sender zunächst alle 170 Folgen der ersten sieben Staffeln wiederholen und danach in deutscher Erstausstrahlung die achte Staffel zeigen.

In der Serie geht es um den schwulen Anwalt Will, der (meistens) mit seiner heterosexuellen Busenfreundin Grace zusammen lebt. Die ruhigeren Charaktere werden von zwei extrovertierten Figuren unterstützt: Dem ausgeflippten schwulen Künstler Jack und der omnisexuellen und steinreichen Drogenfreundin Karen. Dabei geht es in typischer Sitcom-Manier um Beziehungen, Verwechslungen und insbesondere doppeldeutige Dialoge.

Herausragend ist hierbei, wie sehr auch schwule Lebensweisen in die Serie einfließen. Zwar erscheint "Will & Grace" im Vergleich zu "Queer as Folk" als bieder – allerdings läuft diese aus Großbritannien kopierte US-Serie nur im Pay-TV, das keine Regulierung und keine Werbekunden kennt und sich ohnehin nur an eine Minderheit wendet.

Biederer Start

Zum Ende vom "Will & Grace" trauen sich die Autoren immerhin auch mehr. So durfte Will am Anfang kaum Boyfriends haben (geschweige denn One-Night-Stands) – und auch einen Homo-Kuss wollte man den Zuschauern in Iowa oder South Carolina nicht zumuten. Den ersten nichtplatonischen Kuss durfte Will erst in der dritten Staffel haben. Diese Zurückhaltung hat sich mit jedem Jahr gelockert. Zudem war die Serie in Hollywood so populär, dass sich die Stars in Gastrollen die Klinke in die Hand gaben. So spielten unter anderem Matt Damon, Glenn Close, Elton John, Demi Moore, Sharon Stone, Joan Collins und Madonna mit. Cher trat gleich mehrmals auf – sie spielte sich selbst.

Nicht alle Schwulen waren begeistert

Es gab aber auch Kritik innerhalb der Gay Community an der Serie. Gerade Jack würde als stereotyper Schwuler dargestellt, meinten viele Aktivisten. Außerdem würde der sexuelle Aspekt bei den schwulen Figuren fast ausgeblendet, während sich Heterosexuelle wie Grace mit ihren Geliebten im Bett wühlen dürften. Dennoch erhielt "Will & Grace" etliche Auszeichnungen von Homo-Gruppen wie der GLAAD. Die Befürworter argumentierten, dass "Will & Grace" gerade für Schwule in ländlich-religiösen Gegenden zeige, dass sie "normal" sind. Außerdem sei die Serie auch unter vielen Konservativen populär – und würde deren Vorurteile abbauen. Schwule würden damit als Menschen wahrgenommen, nicht als "Perverse".

Wie dem auch sei – "Will & Grace" ist sehr lustig. Auch die Synchronisation ist – anders als bei US-Serien wie "Friends" - gelungen und überträgt viel von dem Wortwitz ins Deutsche. Insbesondere die letzte Folge wartet zudem mit einigen Überraschungen auf. Wer nicht auf die Sat.1-Geisterstunde warten will, kann sich aber schon mit DVDs der Serie eindecken. Auf Deutsch erscheint derzeit die dritte Staffel – auf Englisch sind bereits alle Folgen erhältlich.

26. September 2007



#1 JürgenAnonym
  • 27.09.2007, 10:04h
  • Hallo Dennis Klein,

    hat denn SAT1noch die Bällchen? Ich schaue diesen Sender nie, aber bitte mal überprüfen, sonst sind die jüngeren Leser verwirrt! Ansonsten danke für die Nachricht, auch mit dem Hinweis auf die letzte Staffel. Jürgen
  • Antworten » | Direktlink »
#2 mvsAnonym
  • 28.09.2007, 01:07h
  • erwähnenswert wäre noch - wenn man richtig recherchiert hätte - dass die produzenten für die rolle des will einen in real life schwulen darsteller abgelehnt hatten, weil er ihnen zu hetero war. dieser feiert jetzt erfolge in "dr. who". so kanns gehen ...

    abgesehen davon - seicht aber hin und wieder nett, kein champagner, aber sekt prickelt auch. hin und wieder.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Ikaiko
  • 28.09.2007, 19:24h
  • Bällchen mag SAT1 haben, aber keine Eier. Sonst würde "Will And Grace" nicht im Nachtprogramm versteckt werden.

    Die sind genauso homophob wie PRO 7, die "Queer As Folk" wegen "schlechter Einschaltquoten" nur noch Donnerstagmorgen um 01:20 Uhr ausstrahlen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 bertAnonym
  • 30.09.2007, 12:08h
  • endlich wieder mein "geliebtes" Will & Grace"....ich habe euch vermisst.......
    aber warum 0.15 uhr....ein bisschen fürher wäre nicht schlecht gewesen.....bis november nur noch ein monat.....
    wusste gar nicht, dass es noch eine ungesendete staffel gibt, umso besser......freue mich drauf...
  • Antworten » | Direktlink »