Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?7681

Washington (queer.de) - Nach dem Repräsentantenhaus hat auch der US-Senat das "Matthew-Shepard-Gesetz gegen Hassdelikte" verabschiedet. 60 der 100 Senatoren stimmten dafür, das Gesetz im Huckepackverfahren an das "Defense Authorization Bill" anzuhängen, mit dem die milliardenschweren Verteidigungsausgaben gebilligt werden. Damit wollen die Demokraten und einige Republikaner verhindern, dass Präsident George W. Bush sein Veto gegen die Erweiterung des Begriffs Hassdelikte einlegt. Das Gesetz besagt, dass Verbrechen, die aus Homophobie begangen werden, härter bestraft werden müssen als "normale" Verbrechen. Bislang gibt es bundesweit eine derartige Regelung für die Merkmale Rasse, Hautfarbe, Religion und nationale Herkunft. Das Gesetz muss nun im Vermittlungsausschuss mit der im Repräsentantenhaus verabschiedeten Version in Einklang gebracht werden. Danach geht es ans Weiße Haus.

Mehrere Republikaner kritisierten, dass das Huckepackverfahren mit dem Gesetz über Verteidigungsausgaben die nationale Sicherheit gefährdeten. Würde der Präsident sein Veto einlegen, müsste das Verteidigungsbudget im Parlament neu aufgerollt werden. Der republikanische Senator Orrin Hatch aus Utah nannte den Beschluss "unklug, unnötig und verfassungswidrig". Damit würde eine Gedankenpolizei eingeführt. Andere Republikaner kritisierten nicht das Gesetz, sondern nur die Verknüpfung mit den Verteidigungsausgaben, während ein halbes Dutzend nach einer eindringlichen Rede des demokratischen Senators Edward Kennedy zustimmte.

Gegen das Gesetz sprach sich der republikanische Senator Larry Craig aus. Der Konservative kam in die Schlagzeilen, weil er auf einer Flughafentoilette mit einem Undercover-Polizisten Geschlechtsverkehr haben wollte - der 62-Jährige hat angekündigt, sein Mandat niederzulegen (queer.de berichtete).

Das Gesetz ist nach Matthew Shepard benannt. Der Student wurde 1998 im Alter von 21 Jahren in Colorado von zwei Männern brutal misshandelt und ermordet. Daraufhin kämpften Shepards Eltern jahrelang dafür, dass Hassdelikte gegen Schwule und Lesben gesetzlich geregelt werden. Nach Angaben des FBI ist eines von sechs Verbrechen aus Hass gegen Homosexuelle gerichtet.

Das deutsche Recht kennt keine Hassdelikte, die Intention der Täter kann aber ins Strafmaß einfließen. (dk)



10 Kommentare

#1 luke12Anonym
  • 28.09.2007, 16:22h
  • "Das deutsche Recht kennt keine Hassdelikte, die Intention der Täter kann aber ins Strafmaß einfließen."

    Aber klar doch. Wenn ein Täter angibt, er hätte sich von einem Schwulen provoziert gefühlt und das hätte ihn zum Töten bewogen, dann wird aus einem Mord ganz schnell ein Totschlag mit Todesfolge bzw. eine Affekthandlung, für die ein Täter nicht in vollem Masse verantwortlich ist, werden kann. Damit kann dann nicht mehr 'lebenslänglich' ausgesprochen werden. Vor einigen Jahren haben drei Männer einen meiner Freunde so lange geschlagen, bis er bewußtlos zusammenbrach. Im Krankenhaus starb er nach einer Woche, ohne dass er noch mal erwachte. Die drei Täter, zur Zeit der Tat alle über 18, aber unter 21 Jahre alt, haben zwischen 4 und 6 Jahren Haft bekommen (Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht). Mein Freund hat angeblich einen von ihnen angebaggert. Die Richter am zuständigen Landes- und Oberlandesgericht werteten diese unbewiesene Behauptung als strafmildernd. Alle drei sind bereits wieder auf freiem Fuß. Sie wurden frühzeitig entlassen.Tja soviel zum Thema - die Intention der Täter kann aber ins Strafmaß einfließen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Diz!Anonym
#3 GeorgAnonym
  • 28.09.2007, 17:43h
  • Nachdem Matthew Shephards von diesen Schwulenhassern ermordet worden war, haben Baptisten auf einer Website ihrer Kirche (Westboro Baptist Church) ein Foto von Matthew veröffentlicht, unter dem ein Feuer brennt. Daneben ein Zähler, der die Tage anzeigt, "in der Matthew wegen seiner Homosexualität schon in der Hölle schmort"...

    Wohlverstanden: Nicht die Mörder schmoren in der Hölle, nein, der Ermorderte, weil er schwul war!

    Man lese die Website (Westboro Baptist Church, Godhatesfags).

    Ein Beispiel, wie gefährlich Baptisten ("Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden") sein können! Gott sei Dank gibt es von denen nur ca. 80.000 in Deutschland.
    Aber, seien wir wachsam!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stromboliAnonym
#5 BjörnAnonym
  • 29.09.2007, 01:07h
  • Pardon, aber ich fürchte, das ist mal wieder so ein typisch amerikanischer Quatsch - der dann sicher, wie aller Ami-Blödsinn, früher oder später auch über uns kommen wird.

    Wenn ich einen fetten, weißen, christlichen Hetero umbringe, vielleicht weil ich Fette nicht mag, ist das dann weniger schlimm als wenn ich einen Schwarzen, einen Schwulen oder einen Juden töte? In unserem Rechtssystem gibt es die "niederen Beweggründe", das reicht. Welcher Art diese sind, braucht man nicht weiter zu definieren.

    Außerdem verhindert ein solches Gesetz nicht automatisch, daß Gerichte die Ausrede "Der Homo hat mich angemacht, da hab ich mich so geekelt, daß ich ihn totschlagen mußte" schlucken. Der Skandal, daß so ein Quatsch noch immer zieht, ist leider ein anderes Thema.

    Letztlich führt dieses tolle neue, angeblich homofreundliche Amigesetz doch nur dazu, daß dort noch mehr Leute im Knast sitzen, obwohl die USA diesbezüglich ohnehin schon eine monströs hohe Rate haben, auch wenn man es dort bekanntlich ganz dufte findet, den Staat öfter mal Kriminelle umbringen zu lassen.

    Es wäre viel hilfreicher, würde man sich um einen Abbau der - gerade in den USA teils staatlich geförderten - Diskriminierung und Homophobie bemühen. Damit es erst gar keine Verbrechen aus Homohaß gibt. Zumal ich fürchte, daß sich kein Schwulenhasser durch so ein Gesetz von seinem Tun abhalten läßt. Aber Abbau von Diskriminierung und Homophobie wäre natürlich viel schwieriger, auch schwieriger politisch durchzusetzen. Da macht man doch lieber wieder irgendein Gesetz, das nett gemeint ist, aber wenig bringt, und bildet sich dann ein, ganz viel erreicht zu haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 HampiAnonym
  • 29.09.2007, 02:37h
  • @luke12: Aber könnte es nicht doch sein, dass Dein Freund einen der drei Täter angebaggert hat? So abwegig ist das nicht, "stehen" doch viele Schwule heimlich auf Typen, die nach gewaltbereitem Testosteron "schmecken" und entsprechend aussehen, aggressive Männlichkeit pur.....leider sind eben genau viele dieser Typen eben nicht nur nicht schwul, sondern reagieren auch entsprechend gewaltsam auf "Annäherungsversuche". Es ist die Krux mit dem sich viele Homos rumschlagen: Man fühlt in seinem Innersten ein männliches Defizit, und fühlt sich daher durch extreme Männlichkeit angezogen, um den in sich selbst gefühlten Mangel an echter Männlichkeit auszugleichen, auch mir geht es so, nur sagt mir mein Kopf, Finger weg, wenn Dir Dein Leben lieb ist., denn zuviel Testosteron im Gegenüber drin heisst auch, zuviel Gewalt! Jeder Mensch weiss, wenn man seiner Geilheit ungezügelten Lauf lässt, dann steigt halt auch das persönliche Lebens-Risiko, das man eingeht, habe gerade beim Onkel Doktor gelesen, dass es beim Analverkehr, auch mit Gummi, immer zu kleineren Blutungen im Darm kommt, die sieht man von aussen zwar nicht, können aber auch schon mal, allerdings selten, zum Tod führen, aber wer halt viel Sex im Leben haben will, der muss halt auch ein gewisses Risiko in Kauf nehmen, natürlich ist abstinent beten und wohnen im Kloster wesentlich gesünder, wenn auch möglicherweise langweiliger....(steht aber auch nirgends geschrieben, der Mensch sei zum möglichst viel Ficken oder Spass haben geboren worden....)
  • Antworten » | Direktlink »
#7 JanXAnonym
  • 29.09.2007, 10:23h
  • @Hampi: Mal wieder kann ich deiner Denkweise überhaupt
    nicht folgen. Wieso spekulierst du darüber, ob der Ermorderte
    jemanden angebaggert hat oder nicht? Wieso ist das relevant?
    Der ursprüngliche Post kritisierte doch lediglich, dass das
    strafmildernd überhaupt von Bedeutung ist. Und dem stimme ich
    zu. Ich kann doch anbaggern wen ich will. Seit wann ist dass
    denn Grund jemanden umzubringen? Also wirklich, wer sich so
    schlecht im Griff hat, der gehört in eine psychiatrische Klink und
    nicht auf die Straße, auch nicht nach 6 Jahren. Ich kann das
    Wort "provoziert" wirklich nicht mehr hören. Das muss ja wirklich
    in letzter Zeit für alles herhalten. Zeichnet in Dänemark jemand
    Karikaturen, randaliert der unterbelichtete Mob mit brennenden
    Puppen auf der Straße und die Medien sind auch noch so blöd
    und fragen pseudo-intellektuell: Hat da jemand provoziert? Das
    ist auf Ur-Menschen Niveau! M.E. sollte da hart durchgegriffen
    werden, wenn sich Menschen in Bestien verwandeln, um
    normale Bürger zu schützen.

    Tja, und das Hate-Crime-Gesetz: Finde ich auch nicht so
    sonderlich sinnvoll. Besser wäre eine konsequente Verfolgung
    solcher Straftaten unabhängig von der Person, aus den oben
    von mir angeführten Gründen. Wenn es wenigstens für einen
    Teil solcher grausamen Verbrechen erstmal eine Straferhöhung
    gibt, so ist mir das sehr Recht. Die Strafe für Verbrechen an
    Weißen, Heterosexuellen sollte aber genau so erhöht werden.
    Die Gesellschaft muss ein Zeichen setzen, dass so etwas
    unakzeptabel und unentschuldbar ist.

    Und zum Schluss noch ein Wort zum Senator: Da steht mir der
    Mund offen vor Erstaunen. Der äußert sich ernsthaft noch
    irgendwo, ausgerechnet zum Thema Schwulenrechte? Hammer.
    Das da überhaupt noch jemand sitzt und sich den anhört. Wo ist
    denn da bitte noch ein Funken Glaubwürdigkeit? Dem ist ja
    wirklich nichts zu peinlich. Nur noch grotesk das ganze.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 luke12Anonym
  • 29.09.2007, 10:30h
  • @ Hampi

    Klar, das Opfer ist Schuld. Sollte er wirklich einen der Täter angebaggert haben, dann hätte der allein ihm das klar machen können, dass er das nicht will. Aber ich kannte meinen Freund sehr gut und kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass er niemals einen jungen Mann in gerade der Gegend, in der es passiert ist, auf offener Strasse angebaggert hätte. So viel zu deiner Theorie.

    Davon abgesehen rechtfertigt das auf keinen Fall, dass 3 fast erwachsene, kräftige Männer einen eher schmächtigen jungen Mann derart misshandeln. Das hätte ins Urteil Eingang finden sollen, hat es aber meiner Meinung nach nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Linu86Anonym
  • 29.09.2007, 14:02h
  • @Luke:

    Das ist ja furchtbar!!! Also mir ist gottseidank noch nie was passiert, weder körperlich, noch verbal so wirklich...

    Warn es Nazis oder Muslime? (bevor einer auf die Idee kommt mir Rassismus vozuwerfen: JA, ich BIN Islamophob, und NEIN, Islam ist keine Rasse, sondern einer Weltanschauung...)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 luke12Anonym
  • 29.09.2007, 14:17h
  • @ Linu86

    Weder noch. Es waren Jungs hier aus unserer Gegend. Jungs der sogenannten Mittelschicht, die noch zur Schule gegangen sind oder eine Lehre absolvierten. Vielleicht hatten sie einfach nur Langeweile. Sie haben sich nie wirklich zu der Tat geäußert, halt nur Andeutungen bzw. diese haltlose Beschuldigung, mehr war aus diesen 'eigentlich anständigen Jungs' (O-Ton eines Verteidigers) nicht heraus zu bekommen.
  • Antworten » | Direktlink »