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Berlin (queer.de) - Staatsministerin Professor Dr. Maria Böhmer (CDU) hat dem TV-Sender RTL2 vorgeworfen, Vorurteile gegen Zuwanderer und Homosexuelle zu schüren. Anlass der heftigen Kritik der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration ist die neue Doku-Soap "Willkommen in der Nachbarschaft". Darin bewerben sich fünf Familien um ein Haus im Wert von 250 000 Euro – wer einziehen darf, entscheiden am Ende die Nachbarn.

Damit die Serie nicht konfliktfrei bleibt, schickt RTL2 vorwiegend Minderheiten ins Rennen um das Haus, darunter auch ein lesbisch-transsexuelles Paar mit Kind, und konfrontiert die Bewerber mit einer sehr spießigen Nachbarschaft. In der ersten Folge, die heute Abend um 20:15 Uhr ausgestrahlt wird, zieht beispielsweise der Schwarzafrikaner Kopa mit seiner deutschen Frau Veronika und drei Kindern ins Haus. "Dass er ein Farbiger ist, kann ich gerade noch ertragen", kommentiert ein Nachbar.

"Ein Experiment mit einem lohnenswerten Preis", ist RTL-2-Programmdirektor Axel Kühn laut "Bild" von dem Konzept überzeugt. Die Kandidaten würden "zu Randgruppen der Gesellschaft stilisiert und in einem künstlichen Wettbewerb gegeneinander ausgespielt", meint dagegen Professor Dr. Böhmer. "Das ist diskriminierend und menschenverachtend."

Schützenhilfe bekommt Böhmer vom Vertreter des Bischofs im Dekanat Weinheim, Fritz Ulmer: "Solche Sendungen sollten verboten werden. Auch die Freiheit der Medien sollte ihre Grenzen haben." (cw)

Soll die Doku-Soap abgesetzt werden? Beteilige dich an der neuen queer.de-Umfrage (rechte Spalte)!



61 Kommentare

#1 SvenAnonym
  • 01.10.2007, 11:54h
  • Dass das Format völlig bekloppt ist, darüber sind wir uns wohl alle einig.
    Allerdings zeigt es auch wie tief der Fremden- und der Schwulenhass in der Gesellschaft sitzt.
    Mit dem AGG könnten eigentlich die Farbigen und die Homosexuellen sich einklagen, wenn sie verlieren, da sie nur auf Grund ihrer sexuellen Orientierung bzw. ihrer Hautfarbe das Haus nicht bekommen haben.
    Ich hoffe mal, dass es teuer wird für RTL2 :-)
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#2 GeorgAnonym
#3 thomas, kölnAnonym
  • 01.10.2007, 13:21h
  • Das kommt dabei raus wenn man rein auf Werbeeinnahmen angewiesen ist und um jeden Preis Quote machen muss. Ein weiteres Beispiel für den Erhalt der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Notwendigkeit der Rundfunkgebühren um eine unabhängige Finanzierung zu sichern.

    Sollten sich mal die schwulen/lesbischen Anhänger der "Pünktchen-Partei" FDP hinter die Ohren schreiben. Wenn´s nach denen ginge in diesem unserem Lande (was hoffentlich nie, nie wieder passiert) würde es nur privat finanziertes TV geben.
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#4 MarkusAnonym
  • 01.10.2007, 13:36h
  • Am meisten überrascht mich, dass ausgerechnet die Böhmer sich hier äußert. Die lässt doch selbst sonst keine Gelegenheit aus, um auf Schwule und Lesben einzuhacken. Wer hat ihr denn da das Manuskript untergeschoben?
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#5 ÜwchenAnonym
  • 01.10.2007, 13:47h
  • Tja Ausländerfeindliches und intolerantes Deutschland. Kein Wunder das die CDU Männin es nicht im TV vors Gesicht kriegen will. Soll ja alles Friede Freude Eierkuchen sein. Akzeptiert es einfach in Deutschland gibt es eine sehr hohen Anteil der Bevölkerung die latent Ausländerfeindlich sind. Wer Ausländerfeindlich ist der macht auch kurzen Prozess mit allen anderen Minderheiten. Aber sowas sollte RTL2 natürlich nicht zeigen sonst müssen wir es uns ja eingestehen. Mag sein das RTL2 es damit provoziert aber das es überhaupt Menschen gibt die Öffentlich im TV leute Diskriminieren zeigt doch wie sehr sie sich im Recht fühlen Minderheiten nicht akzeptieren zu müssen. Dankt RTL2 lieber statt den Sender zu verurteilen.
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#6 Franky_EyesAnonym
  • 01.10.2007, 13:50h
  • Tja nun stellt euch vor wenns dann endlich soweit ist und man auch noch Gebühren an die Satelitenbetreiber zahlen darf(nein nicht GEZ, das kommt noch zusätzlich). Da zahlst deine Gebühren und bekommst so was zu sehen.
    Bei dem weis man doch nciht mal wo vorne und hinten ist.
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#7 HampiAnonym
  • 01.10.2007, 15:41h
  • @sven: Es handelt sich ja nur um eine Doku-Soap, und daher ist es fiktiv, so gibt es sicher auch keine Klagemöglichkeit, da ja niemals die Nachbarn darüber entscheiden, wer wo ein Haus bauen kann. Anders ist die Lage bei Vermietern, die müssen ja gar nicht begründen, warum sie jemanden als Mieter bevorzugen. Natürlich sind Vermieter nicht so dumm, zu sagen, warum sie die Wohnung oder das Haus einem Mitteleuropäer vermieten und den schwarzen Homosexuellen nicht berücksichtigen. Sie berufen sich einfach auf ihre Wahlfreiheit oder darauf, dass der weisse Heterosexuelle aufgrund seines Einkommens und weiterer Kriterien besser geeignet ist. Auch ein Arbeitgeber bei uns in der Schweiz muss gar nicht begründen, warum er unter zehn Bewerbern keinem Ausländern, sondern einem waschechten Schweizer den Job gibt.
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#8 maciicxAnonym
  • 01.10.2007, 16:20h
  • naja, bei doku-soap steckt ja nicht nur soap, sondern auch doku drin, ein hinweis darauf, dass es eben echt ist (sein soll).

    ansonsten finde ich es gerade nicht verbietenswert, sondern wichtig, wenn man zeigt, wie der gemeine spießer sich vom anderem provoziert fühlt, seine maske vom gesicht reißt und das ätzende monster darunter zum vorschein kommt. bedenklich finde ich aber nur, dass die vergabe des gewinns (der sowieso eher eine bestrafung zu sein scheint) in deren klauen liegt, und das ist die stelle an der ich hoffe, dass es zumindest ein bisschen fiktion ist. oder andernfalls die sieger soviel würde zeigen ihn abzulehnen.
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#9 DerfAnonym
  • 01.10.2007, 16:52h
  • Die Szenerie ist doch nun gar nicht so unrealistisch. Geht's um die Nachbarschaft im piefigen Viertel, wird der gemeine Spießer zur Bestie. Wir (2 Männer + 2 Hunde) haben (leider) in so einer Vorstadt-Wohngegend vor 3 Jahren ein Haus gekauft, weil wir in der Nähe arbeiten. 1/3 der Nachbarn redet nicht mit uns, 1/3 hat die Kinder geimpft, sich vor uns in Acht zu nehmen, das restliche Drittel ist mit Beschwerden (Zaun zu hoch, Äste zu lang, Hunde zu laut, Auto falsch geparkt u. weiteren Spießer-Kleinigkeiten) beschäftigt.
    Ich hab' zwar noch nicht gesehen, was ab heute Abend läuft, kann's aber gut erahnen. So falsch liegt RTL2 da nicht. Und es ist okee, wenn dem Deutschen deutlich der Spiegel vorgehalten wird. Böhmer und Co. wollen doch nur unter den Teppich kehren, dass die heile kleine Vorstadtviertelwelt (Häuschen, Gärtchen, Rasenmäherchen, Grillchen, Kinderschaukelchen) in Wahrheit keinen Deut liberal und tolerant ist. So schaut's aus! RTL2: Bitte mehr davon!
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#10 madridEUAnonym
  • 01.10.2007, 18:17h
  • Wollen wir doch erst einmal sehen, was da geboten wird. Grundsätzlich sehe ich keine Privaten, werde aber versuchen, RTL-2 auf der Parabolantenne zu programmieren. Diese Sendung sollte man sich nicht entgehen lassen, um hier überhaupt komentieren zu können. Morgen sehen wir weiter !
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