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Bartoli singt Malibran: Hommage an eine unvergessene Opernsängerin des 19. Jahrhunderts.

Jan Gebauer (blu NRW)/PM

Sie ist ein echter Superstar der Oper! Nach dem überwältigenden Erfolg von "Opera proibita", für das die Bartoli ihre erste Goldene Schallplatte bekam, überrascht sie uns nun mit einer Hommage an die wohl bedeutendste Opernsängerin des 19. Jahrhunderts: Maria Malibran – die Muse Bellinis, Donizettis und Rossinis. Gleichzeitig kehrt die Bartoli mit der Erinnerung an die tragische Geschichte der Malibran zu den Wurzeln ihrer Karriere, dem Belcanto zurück. Denn vor Vivaldi, Salieri und Händel hieß zumindest einer ihrer Hausgötter Gioacchino Rossini! Der hat über die französisch-spanische Mezzosopranistin Malibran gesagt: "Dieses großartige Geschöpf! Sie hat alle ihre Vorgängerinnen in den Schatten gestellt... und alle Frauen, die ich je gekannt habe durch ihr ungezügeltes Temperament."

Die Malibran war Vorbild, Abbild und Schreckensbild in einem: Vorbild für ganze Generationen von Sängerinnen, die ihr nacheiferten, ihr jedoch nie auch nur nahe kamen. Abbild einer Zeit, für die schwärmerische Exaltiertheit und das unbedingte Bekenntnis zum romantischen Sentiment zur Grundlage ihrer künstlerischen Existenz wurden. Und schließlich Schreckensbild aller Moralapostel, die in der Frau immer nur das vom Man zu bestimmende Objekt, indes nie das sich selbst bestimmende Subjekt sahen.

Wenn die Malibran sang, fielen Menschen in Ohnmacht, brachten sich um, gerieten völlig außer sich vor Ent- bzw. Verzücken. Die Sängerin war die erste Frau, die ihr Publikum an den Rand des kollektiven Wahnsinns brachte und über 50.000 Menschen dankten ihr dafür bei ihrem Leichenzug: Die Sängerin hatte sie sich bei einem Reitunfall so schwer verletzt, dass sie nach fünf Monaten an den unbehandelten Spätfolgen verstarb. Sie war nur 28 Jahre alt geworden. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in Brüssel auf dem Friedhof der Kirche Notre-Dame de Laeken.

Mit der ihr eigenen Akribie, ihrem Engagement und ihrer faszinierenden Musikalität hat sich Cecilia Bartoli dem Oeuvre dieser großartigen Persönlichkeit genähert, nicht zuletzt dadurch beflügelt, dass sie seit Jahren einer ihrer größten Fans und im Besitz von über 200 Erinnerungsstücken der Malibran ist. Auch in dem Bewusstsein, hier eine Frau anlässlich ihres 200. Geburtstages im kommenden Jahr zu ehren, die in unseren Tagen den Status eines Superstars mit all seinen Facetten innegehabt hätte. Auf dem Cover des Albums kann man übrigens ein Original Malibran-Armband bewundern.

Tourdaten:

22.10 Zürich
15.11. Hannover
17.11. Berlin
19.11. Hamburg
21.11. Köln
27.11. Baden-Baden
29.11. Frankfurt a.M.
2.12. München

TV-Tipp:

Am 25. November zeigt das ZDF eine Aufzeichnung des Konzerts vom 4. November in Barcelona.

9. Oktober 2007



#1 mvsAnonym
  • 31.10.2007, 20:11h
  • schön, dass in einer ver-netrebko-isierten welt auch noch über bartoli berichet wird, die sich mit musik und ihrer geschichte sehr viel mehr auseinandersetzt und sich um den erhalt derselben sehrviel mehr verdienter macht, als jene ich-bin-schnell-mal-erkrankt-netrebko.

    viva la bartoli.
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