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Ein Kurienprälat erklärte im TV, dass er sich bei Sex mit Männern nicht schuldig fühlt – und wurde vom Vatikan prompt gefeuert.

Von Carsten Weidemann

Ein italienischer Priester, der sich im Fernsehen mit verzerrter Stimme und abgedecktem Gesicht als schwul geoutet hatte, ist vom Vatikan suspendiert worden. Nach einem Bericht der Tageszeitung "La Repubblica" leiteten die Justizbehörden des Papstes zudem eine Untersuchung ein.

Der Kurienprälat, dessen Namen nicht bekanntgegeben wurde, hatte in einem vom TV-Sender "La 7" ausgestrahlten Magazin erklärt, dass er sich bei Sex mit anderen Männern nicht schuldig fühle. Außer dem Priester wurden drei weitere schwule Kirchendiener anonym interviewt.

Trotz der Verfremdungen beim Interview wurde der schwule Kurienprälat offensichtlich vom Vatikan erkannt. Laut "La Repubblica" tritt er regelmäßig im vatikanischen Sender "Telepace" auf, wo er angeblich eine eigene Sendung moderiert. Seit einigen Tagen sei der Priester jedoch spurlos verschwunden, berichtete die Tageszeitung.

Die vom Vatikan inzwischen bestätigte Entlassung des Kurienprälaten sei "ein erneuter Beweis für die Heuchelei des Vatikan in Sachen Sexualität", kritisierte der Grünen-Abgeordnete Volker Beck in einer Pressemitteilung. Die Sexualethik der katholischen Kirche bezeichnete der schwule Politiker als "objektiv ethisch ungeordnet" – ein Synonym des Vatikans für homosexuelles Verhalten: "Für die Verfehlungen heterosexueller Geistlicher hat die katholische Kirche eigene Alimentenkassen. Bei pädophilen Übergriffen durch Priester versucht man sich immer wieder in Vertuschungen und schert sich erst um die Opfer, wenn die öffentliche Empörung wächst. Gegen homosexuelle Menschen, die niemanden einen Schaden zufügen, wird eine Hexenjagd veranstaltet."

Bereits im November 2005 hatte der Vatikan Richtlinien zur Zulassung von Schwulen zur Priesterweihe veröffentlicht. Danach könne die Kirche "jene nicht für das Priesterseminar und zu den heiligen Weihen zulassen, die Homosexualität praktizieren, tiefsitzende homosexuelle Tendenzen haben oder eine so genannte homosexuelle Kultur unterstützen". Nur wer seit mindestens drei Jahren keusch lebt, darf nach diesem Dokument die Kanzel einer katholischen Kirche betreten.

13. Oktober 2007



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

25 Kommentare

#1 Anti-RotgrünAnonym
  • 13.10.2007, 15:52h
  • Muss Volker Beck eigentlich zu alles und jedem seinen Senf dazu geben? Was geht es einen deutschen Politiker an was im Vatikan geschieht? Is doch deren Angelegenheit!
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#2 hwAnonym
  • 13.10.2007, 16:09h
  • zur ersten frage:
    nein, er musss nicht. er ist ja frei.
    zur zweiten frage:
    was im vatikanstaat passiert, hat in unterschiedlichem ausmass direkte und indirekte folgen auf die wahl-
    berechtigten katholiken in europa und der welt.
    gerade als grüner politiker muss er auf menschfeindliche klimaveränderungen oder schadstoffverursacher hinweisen.
    gerade auch im vatikanstaat, schon auf grund der
    demokratiedefizite, die eher an mittelalterliche oder
    francistische entscheidungabläufe erinnern.
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#3 DavidAnonym
  • 13.10.2007, 16:47h
  • "Was geht es einen deutschen Politiker an was im Vatikan geschieht? Is doch deren Angelegenheit!"
    (Ach, und warum gilt das dann nicht umgekehrt??)

    NEIN, IST ES NICHT!
    Was geht es dem Vatikan an, was in der Polititk anderer Länder passiert?
    Der Vatikan mischt sich sehr wohl ein, obwohl es doch nicht deren Angelegenheit ist - also dürfen WIR erst recht mit dem Zeigefinger "zurück" zeigen und auf diese Doppelmoral hinweisen.
    Und ich finde die Aussage von Volker Beck SEHR treffend und entlarvend!
    Übrigens mischt sich "unsereins" tatsächlich NICHT in Belange an die auch wirklich nicht die unsrigen sind.
    Oder mischt sich ein Politiker mit einer Forderung ein, wie eine katholische Messe zu zelebrieren ist?
    Mit Sicherheit nicht. Das wäre dann wirklich DEREN Angelegenheit.
    Wenn der Vatikan aber Druck auf die Gesetzgebung anderer Länder macht, dann sind auch Menschen davon betroffen, die es trotz Religionsfreiheit nicht sein dürfen.
    Wie kann es denn sein, das - obwohl man aus der Kirche ausgetreten ist - dennoch vom Einfluss des Vatikans betroffen ist?
    Solange die Kirche NICHT anerkennt, wo ihr Hoheitsgebiet aufzuhören, solange bekommt diese zurecht Kritik und Schelte.
    Und gerade dieses Beispiel wirft die verlogene Doppelmoral und ist ein gutes Argument gegen die Einmischungen der Kirche.
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#4 KonstantinEhemaliges Profil
  • 13.10.2007, 17:36h
  • "Nur wer seit mindestens drei Jahren keusch lebt, darf nach diesem Dokument die Kanzel einer katholischen Kirche betreten."

    Wie naiv ist dieser bigotte Drecksverein eigentlich, dass die tatsächlich glauben, ein Mensch könne drei Jahre lang keusch sein? Die Äußerungen der kath. Kirche sind wirklich noch unerträglicher als die von Eva Herman.
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#5 WolfAnonym
  • 13.10.2007, 19:27h
  • Mir gibt dieser Vorgang zu denken und nach langem Zögern werde ich jetzt aus der Kirche austreten.
    Riekofen, die Vorfälle in den USA - und jetzt das. Wenn ich zum Amtsgericht fahre, um meinen Austritt zu erklären, werde ich an das Lied der Biermösln Blosn denken:

    „Hoaz Sparifankerl“:

    Da Bischof Müller von Regensburg, hängt eines Tages am Tropf / Wias z `Ènd geht dean Engerl kemma - mit Hörndln drobn am Kopf / Hoaz Sparifankerl hoaz Sparifankerl, des gib a saftigs Bischofsschmankerl, hoaz nur fest ei fest ei , der Brotn der werd fei

    Und wiara unt in d`Höll neikimmt , schrein de Teifin: der kimmt grod recht / Waar der no länger Bischof bliebn, na waar er für d`Höll no z`schlecht / Hoaz.....stoits a Knödlwasser auf und hoits an Messwein rauf

    Da Obergingingerl sogt zum Untergingangerl: wo schmeiß`ma`n hi in der Hölln / Werf ma`n obi zum Bischof Mixa, oder wart ma no aufn Meißner vo Köln / Hoaz.... an Müller schickt da Hergott selber rei- kritische Pfarrer entlasst a, Kinderschänder stoit er ei

    Am Luzifer sei Großmuatter sogt: I woaß a feine Qual / Den grill ma mit Evangelische ois ökomenisches Abendmahl / Hoaz .... daß danach an Mogn net reißt - gibt‘s an Klosterfrau Melissengeist

    Am Bischof sei Diozösanrat, werd direkt an Himmi nauf bracht / Weil de hom mitm Bischof Müller, scho auf Erdn de Höll durchgmacht / Hoaz.....frohlocket es Teifin und seids froh- an am Diozösanrat is eh nix dro

    Und hinterm Diozösanrat, fliagn 3 Musikantn drei / Und alle seeligen Jungfraun schrein_ he Biermösln , do kemmts rei! / Eini in Himmi, eini in Himmi, singsts vom Holledauer Schimmi, kemmts an 7. Himmi rei- a Gaudi de muaß sein.

    UND ICH WERDE ÜBERLEGEN, OB DIE ERSTE ZEILE NICHT LAUTEN MUSS:
    DER BISCHOF RATZINGER VON ROM ...
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#6 aquarius40Anonym
  • 13.10.2007, 21:06h
  • Wenn der Vatikan vor haben sollte, alle seine schwulen Geistlichen zu feuern, dann dann steht Kardinal Meisner alleine im Vatikan und macht das Licht aus.
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#7 Georg FalkenhagenAnonym
  • 14.10.2007, 01:11h
  • Und natürlich ist dieser "Diener des Herrn" nicht schwul: Die Süddeutsche Zeitung weiß zu berichten:
    "Der Prälat bestreitet, homosexuell zu sein: In der Samstagsausgabe der italienischen Zeitung La Repubblica hieß es, der etwa 60 Jahre alte Prälat sei Dienstleiter in der Klerus-Kongregation, die für etwa 400.000 Priester in aller Welt zuständig ist. Das Internet-Portal „Petrus" gab den Namen des Geistlichen mit Tommaso Stenico an und veröffentlichte einen langen Brief desselben. Darin bestreitet der Prälat schwul zu sein. Er habe das im Sender La7 lediglich gesagt, 'um diejenigen zu entlarven, die es wirklich sind'. Damit habe er der Kirche beistehen wollen, die in der Öffentlichkeit wegen ihrer Haltung zur Homosexualität angefeindet werde."

    Mein Gott, was sind das nur für Menschen!!!
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#8 stromboliProfil
  • 14.10.2007, 10:09hberlin
  • oder um mit weiß ferdel zu sprechen : luja sag i , kruzifix noa mol ...
    @ wolf , ob paragraph §218 oder §175 , in den 60/70zigern traten die leute haufenweise aus den kirchen , speziell der der katholen aus . Wie schamlos opportunistisch sich die ethiklehre in folge wandelte , zeigt wie verkommen inhaltlich diese instutionen in wahrheit sind . Die kirche ist wie ein gummibärchen : immer bereit dem druck nachzugeben wenns den anders nicht möglich , um hintenrum im nachhinein ihre interessen wieder knallhart einzufahren . Soviel zur vielgerühmten reformfähigkeit !
    Was in unserer zeit fehlt ist ein sturm der bastion religion !
    Verweigert euch denen ,die euch zerstören , auch wenn es bequem erscheint , sein seelenheil im schoß irgend einer eifernden ideologie geborgen zu finden . Für schwule an diese "gottheit zu glauben " ohnehin ein paradox . Wir haben wahrhatig nichts dort zu suchen .
    Tretet aus !
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#9 PierreAnonym
  • 14.10.2007, 11:36h
  • Treffender hätte Volker Beck es nicht sagen können.
    Allerdings sollte man die Entscheidung des Vatikans etwas differenziert sehen.
    Hätte sich ein heterosexueller Bischof dazu bekannt, dass er Sex mit Frauen hat und sich deswegen nicht schuldig fühlt, wäre sicherlich das Gleiche passiert.
    Heterosexulle Priester wie auch homosexuelle unterliegen dem gleichen Zölibat. Erst recht was wechselnde Sexbekanntschaften angeht.
    Daher muss (zumindest) diese Reaktion des Vatikans nicht als ausgesprochen antischwul gedeutet werden.
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#10 PoldiAnonym
  • 14.10.2007, 22:10h
  • @pierre
    man muss nicht am grössten unsinn noch sinnvolles zu erkennen, vorgeben.
    naürlich ist das schwulenfeindlichkeit. hat nicht seinerzeit der fuldaer bischof und schwulenhasser dyba (der teufel hab ihn selig) davon geprochen, dass die popen das "zeug" zu gesunden und guten familienväter hätten. hast du das "zeug" auch?
    zeugen könnte ich auch, wenn ich die frau belüge aber das zeug zum erziehen und dem kind eine behütete und liebevolle vaterschaft zu bieten, hätte ich bestimmt.
    mit einem heterosexuellen pfaffen würde nicht so rabiat verfahren werden. er würde seinen dienst weiter verrichten. jedoch der mutter des kindes würde in erpresserischer manier das maul gestopft werden.
    der zölibat wiegt nun mal in den köpfen der esel mehr als eine familie.
    wie schreit der esel: ia, ia,
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