Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?7785

Erotikmesse, Hustlaball, Porno-Filmfestival: Der Berliner Bär geht in den nächsten Tagen unten ohne!

Von Dennis Klein

Auf der echten Venus (dem Planeten) ist es durchschnittlich über 400 Grad heiß. Viel kälter geht es auf der Berliner Erotikmesse gleichen Namens nicht zu, die heute für Fachbesucher eröffnet wurde. Damit werden erotische anderthalb Wochen in Berlin eingeläutet.

Auf der Venus trifft sich bereits zum elften Mal die Crème de la crème der Erotik-Anbieter. Ob Lifestyle, erotische Kunst, Sexspielzeuge oder die guten alten Rammelfilme – alles ist dabei. Und auch viele schwule Aussteller wie Bruno Gmünder mischen mit.

Dabei scheint der Wirtschaftsaufschwung auch aufs horizontale Gewerbe durchzuschlagen. Mit über 400 Ausstellern aus 35 Ländern appellieren so viele Anbieter wie nie zuvor an den Unterleib der Besucher. Von Freitag bis Sonntag werden 25.000 Besucher auf dem Messegelände unter dem Funkturm erwartet. Für 25 Euro Eintrittspreis erwarten die Pornofans – neben unbekleideten Damen – auch viele schwule Rammel-Stars. So haben sich am Stand des Porno-Anbieters Eurocreme unter anderem die berühmt-berüchtigten Darsteller Cameron Jackson, Johan Volny und der süße Thomas Dyk angekündigt.

Wem die ganze Venus noch zu heterosexuell ist, kann sich am Freitag Abend am Hustlaball im Kitkat-Club vergnügen. Bereits zum fünften Mal wird dieser Treff veranstaltet, bei dem sich zu schwulen Klängen Escorts, Pornostars und das gemeine Volk mischen. Der Hustlaball kommt ursprünglich aus den USA: Dort veranstaltete ein deutscher Escort und Striptease-Tänzer 1998 erstmals das Event für sich und seine Kollegen. Seit 2003 gibt’s den Spaß jährlich in der deutschen Hauptstadt. Mit dabei sind dieses Jahr unter anderem Darsteller von Hot House, Titan Men und Men's Art. Partys gibt’s das ganze Wochenende hindurch.

Filmkritiker kommen dann vom 24. bis zum 28. Oktober auf dem PornfilmfestivalBerlin auf ihre Kosten. Neben Ausstellungen und Vernissagen werden in verschiedenen Berliner Lichtspielhäusern Produktionen wie "Fickrausch" oder "The Bi Apple" gezeigt. In Diskussionsrunden geht es unter anderem um "Prostitution im Medienzeitalter" und "Creativity in Mainstream Porn".

Und Diskussionsbedarf gibt es: Das Frauenmagazin "Emma" hat just zur Eröffnung der erotischen Saison seine etwas angestaubte PorNO!-Kampagne wieder aufgewärmt: "Pornografie ist Gewalt", behauptet Alice Schwarzers Blatt auf der Titelseite. Wer feministisch sein will, sollte sich also besser Filme wie "Braindead" oder "Nightmare on Elm Street" aus der Videothek ausleihen und den Schweinkram-Veranstaltungen fernbleiben. Kartoffelchips nicht vergessen!

18. Oktober 2007