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Frankfurt (queer.de) - Der Internetanbieter Arcor muss mehrere ausländische Porno-Seiten sperren, weil sie die Jugendschutzbedingungen nicht erfüllen. Das hat das Landgericht Frankfurt entschieden, nachdem der deutsche Pornoanbieter Kirchberg Logistik GmbH gegen Arcor geklagt hatte.

Das Eschborner Unternehmen hatte nach einer Aufforderung von Kirchberg Logistik im September mehrere Pornoseiten gesperrt, darunter auch einige mit schwulen Inhalten (queer.de berichtete). Da Arcor aber die gesamte IP-Adresse für seine Kunden lahm legte, waren auch Millionen harmlose Seiten von der Zensur betroffen, darunter eine Bollywood-Fanseite und eine WLAN-Initiative. Dagegen waren die Pornoseiten kurze Zeit später wieder erreichbar, weil sie ihre IP-Adressen änderten. Nach Protesten von Arcor-Kunden hob der Betreiber die Sperre nach einer Woche wieder auf (queer.de berichtete).

Noch ist unklar, wie das Unternehmen die Seiten sperrt, ohne harmlose Inhalte mit zu zensieren und damit seine Kunden zu verärgern.

Gericht verschärft Jugenschutz

Vergangene Woche hat der Bundesgerichtshof zudem den deutschen Jugendschutz verschärft. So unterlag ein Pornoanbiter, der als Alterscheck lediglich die Eingabe der Personalausweisnummer verlangte. Der Porno-Konsument müsse sich stattdessen im sogenannten Post-Ident-Verfahren beim Postamt als Erwachsener identifizieren.

Wegen des umständlichen Anmeldens sind ausländische Anbieter in Deutschland populärer. Andere EU-Länder wie die Niederlande oder Großbritannien sehen Jugendschutz im Internet als Aufgabe der Eltern an und verlangen daher keine staatlichen Eingriffe. (dk)



10 Kommentare

#1 ChrisAnonym
  • 22.10.2007, 14:05h
  • Da müssten ja tausende Seiten gesperrt werden. Wie lächerlich. Zensur geht zu weit ... da muss man halt verstoß gegen ein jugendschutzgesetz in kauf nehmen ...
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#2 splattergayAnonym
  • 22.10.2007, 14:48h
  • In D geht der Jugendschutz IMMER über die Meinungs-und Kunstfreiheit. Ob man nun die Bundesprüfstelle mit tausenden indizierten Filmen, Spielen, Bücher, Internetseiten, Cds etc. nimmt oder z.B.Filme, die schon durch die FSK-Regelung einer Vorzensur und notfalls auch einem gerichtlichen Totalverbot unterliegen (§ 131 u. 184 StgB), die Eingriffsmöglichkeiten sind vielfältig. Und wenn das nicht weiterhilft, dann versucht man es über die Persönlichkeitsrechte und läßt Romane wie "Esra" oder Filme wie "Rothenburg" verbieten. Und das waren nur einige Beispiele. Und wenn die Behörden nicht unter Geldnot und Personalmangel leiden würden, wäre es vermutlich noch viel schlimmer.
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#3 ChrisAnonym
#4 wolfAnonym
  • 22.10.2007, 17:32h
  • in dieser bananenrepublik wird immer der weisse schimmel von hinten aufgezäumt.
    die schildbürger hätten an uns ihre helle freude.
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#5 DannyAnonym
  • 22.10.2007, 19:15h
  • Die Gesetzgebung stösst hier absolut an die Grenzen; die Gerichtsurteile wirken grotesk.

    Einzelne Seiten temporär zu sperren (die nun noch bekannter sind als vorher, ein klassisches Eigentor der klagenden Porno-Industrie) ist völligst albern.

    Wer Porno sucht, findet im Netz Porno. Dafür gibt es nun wirklich genug bzw sogar täglich mehr Seiten, wo man gucken und downloaden kann bis die Leitung glüht.

    Wenn Eltern den Jugendschutz so ernst nehmen würden wie der Gesetzgeber anscheinend oder die Gerichte, sollten die entsprechende Safer-Surf-Programme installieren oder die Kids nur unter Aufsicht surfen lassen.

    Warum solte der Staat sich dafür verantwortlich fühlen? Das müssen die Eltern leisten!
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#6 seb1983
  • 22.10.2007, 20:12h
  • Hier standen wohl mal in erster Linie wirtschaftliche Interessen von Kirchberg dahinter...
    An Pornomaterial wird wohl trotzdem kein Mangel auftreten und die Grundversorgung ist weiterhin gesichert.
    Beim Jugendschutz kann man nicht hart genug vorgehen, neben Pornographie sollte aber auch verstärkt der Alkoholmissbrauch Jugendlicher ins Blickfeld rücken.
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#7 tueteAnonym
  • 22.10.2007, 20:18h
  • also ich bin bei arcor und habe das eben mal ausprobiert. funktioniert einwandfrei...
    zensur darf nicht sein! arcor ist auch schon vorsichtshalber gekündigt ;-)
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#8 skydiverProfil
  • 22.10.2007, 22:58hStuttgart
  • Ähm ... muss ich das nun verstehen ?!? Wieso muss ARCOR Seiten sperren, und alle andere Provider wie 1&1, AOL, Freenet etc. (noch) nicht ?!? Ziemlich "geschäftsschädigend" dieses Urteil für die ARCOR Leute :-(

    Ich finde es ziemlich "beschissen", das Man(n) als "freier Bürger" in der letzten Zeit vom Gesetzgeber in Deutschland so heftig in seinen "Persönlichkeitsrechten" u.a. Rauchverbot in Kneipen, surfen im Word Wide Web etc. beschnitten wird !!! Ich meine auch, das es der "Auftrag" der Eltern sein muss, ihren Kids das surfen auf nicht erlaubten Seiten zu verbieten, so wie es das Recht sein muss, das jeder Kneiper selber entscheiden können muss, ob er ein Raucher oder ein Nichtraucher Lokal betreibt !!! Dann ist der Kneiper glücklich, und jeder Gast hat seine "Wahlfreiheit" ...
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#9 JanXAnonym
  • 23.10.2007, 09:12h
  • Nun. Es ist wichtig, dass die Leute Arcor kündigen, wenn deren
    Internetanschluss nicht mehr korrekt funktioniert, denn nur so
    kann vom Endkunden aus Druck ausgeübt werden. Obwohl ich
    natürlich weiß, dass letztendlich Arcor nichts dafür kann. Es
    hätte (und wird vlt.) auch jeden anderen der Branche treffen. Die
    Entwicklung in Deutschland scheint mir aber absehbar. Daher
    sollten wir uns schon jetzt hier in Deutschland verstärkt um
    alternative Möglichkeiten zur Problembehebung bei einem
    staatlichen zensierten Netz bemühen. Zum Glück gibt es dank
    anderer Länder wie China, Burma, Iran inzwischen schon eine
    Menge Know-How, wie man das Internet funktionstüchtig
    erhalten kann, trotz massiver staatlicher Störungen von
    Internetknoten. TOR, StealthNet, FreeNet, um nur einige zu
    nennen. Da der Anbieter hier nicht anonym bleiben will und
    muss, geht es aber vlt. noch einfacher. Mein Vorschlag: YouPorn
    bietet einfach einen Maildienst an: "Sie leben in einem Land mit
    staatlicher Zensur, wollen aber auf YouPorn nicht verzichten?".
    Dann kriegt man immer eine neue IP-Adresse zugeschickt,
    wenn eine IP zensiert wurde. Dann reservieren die sich einfach
    viele verschiedene Adressen (kostet ja fast nix heutzutage) und
    wechseln. Da müsste schon das gesamte Internet gesperrt
    werden, da ja immer noch weitere Websites an einer IP mit
    dranhängen. Um zu verhindern, dass die Site direkt aus
    überwachtem Datenverkehr zensiert wird, hilft noch eine
    Verschlüsselung mit HTTPS, also z.B. so als Mail:

    Heute ihr persönliches YouPorn - hier klicken:

    HTTPS://123.456.123.456

    Würde schon reichen. Will ich mal sehen, wie die das
    verhindern.
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#10 SaschaAnonym
  • 23.10.2007, 22:09h
  • Na, Hauptsache, die Hassprediger der "christlichen Kirchen" oder ein Gewaltprediger wie Bushido werden weiterhin unbehelligt auf junge Menschen losgelassen, ja bestimmen sogar zu einem großen Teil die Sexualerziehung und "Jugendkultur" in diesem Lande...

    Deutschland bleibt seinem seit jeher eigenartigen und teils gefährlichen Verständnis von "Demokratie", "Freiheit" und "Gleichheit" treu und hat die Lektionen seiner eigenen Geschichte ganz offensichtlich nicht gelernt!
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