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J.K. Rowling bestätigte bei einer New Yorker Lesung das Gerücht, dass Albus Dumbledore aus ihrer "Harry Potter"-Serie schwul ist.

Von Dennis Klein

Schulrektor Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore ist der Hauptgegner vom bösen Lord Voldemort und der engagierteste Förderer von Harry Potter. Zumindest solange, bis er in Band sechs das Zeitliche segnet. Autorin Joanne K. Rowling hat ihm in den Büchern nur wenig Privatleben zugestanden – gegen das Böse zu kämpfen verschlingt nun mal viel Zeit. Bei einer Lesung in New York hat die Britin ihren Helden nun überraschend geoutet.

Verliebt in Gellert Grindelwald

Bei der Veransaltung fragte ein Fan Rowling nach dem Liebesleben Dumbledores: "Hat sich Dumbledore, der immer an die starke Macht der Liebe geglaubt hat, jemals selbst verliebt?" Die Antwort kam einem Paukenschlag gleich: "Ehrlich gesagt, dachte ich immer, dass Dumbledore schwul ist", sagte die 42-Jährige. Zunächst stieß ihre Enthüllung auf ungläubige Blicke – dann brach der Saal in Jubel aus. Sie fuhr fort: "Dumbledore hat sich in Grindelwald verliebt". Gellert Grindelwald war ein böser Zauberer, der 1945(!) von Dumbledore besiegt wurde. Rowling: "Dumbledore war bestürzt, als Grindelwald gezeigt hat, was für ein Mensch er ist". Der Zaubermeister habe daher jahrelang darunter gelitten, dass ihn sein Liebster so sehr enttäuscht hatte. "Wenn wir uns verlieben, kann uns das blind machen", so Rowling.

Unter den Fans hat die Nachricht eingeschlagen wie eine Bombe: Auf der "Harry Potter"-Fanseite diskutieren Tausende das Outing – die meisten klatschen Beifall: "Das ist ein weiterer Grund, schwule Männer zu lieben", schreibt beispielsweise Danielle. Einige Kommentatoren merkten allerdings an, dass es nicht nötig sei, die Figuren zu sexualisieren.

Christen kritisieren Outing

Kritik an dem Outing kam von christlich-fundamentalistischen Gruppen, die bereits zuvor vor "Harry Potter" gewarnt hatten, weil die Bücher "unchristliche" Hexerei propagierten. "Ich bete dafür, dass die Eltern endlich aufwachen und sehen, was diese scheinbar harmlosen Geschichten wirklich sind: nämlich Indoktrinierung mit nichtchristlichen Werten", so die US-Aktivistin Laura Mallory, die jahrelang erfolglos dafür kämpfte, Harry Potter aus Schulbüchereien zu verbannen. Ihre medizinische Expertise stellt sie gegenüber "ABC News" unter Beweis: "Ein homosexueller Lebenswandel ist gesundheitsschädlich. Das ist medizinisch erwiesen." Eine Aktivistin der American Family Association sieht das Outing politisch: "Ich denke, Kinderbücher sollte nicht politisch sein, sie sollten unterhalten", erklärte Katie Beach.

Homo-Aktivisten begrüßten die Enthüllung: "Es ist gut, dass Kinderbücher die Wirklichkeit darstellen. Und wir gehören dazu, da wir in jeder Gesellschaft anzutreffen sind", erklärte der britische Aktivist Peter Tatchell gegenüber der BBC. Er hätte sich allerdings gewünscht, dass Rowling die Homosexualität Dumbledores in den Büchern klarer herausgearbeitet hätte: "Wenn das für jeden offensichtlich aus dem Text hervorgeht, wäre das ein klares Signal für Verständnis und Akzeptanz gewesen."

22. Oktober 2007



12 Kommentare

#1 ÜwchenAnonym
  • 22.10.2007, 20:29h
  • Was denn? Muss die etwa mit sowas den verkauf ihres machwerks vorantreiben? haben schwule etwa geschmack und lesen diesen schund nicht und sollen jetzt zu spontankäufen verleitet werden? oder fehlen ihr einfach noch paar tausend euro zu einer vollen milliarde auf ihrem konto?
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#2 AndreasAnonym
#3 blaAnonym
  • 22.10.2007, 20:57h
  • die milliarden hat sie doch schon längst, und dass auf diese weise möglicherweise schon kindern eine positive homosexuelle figur, frei von klischees, vermittelt wird, ist doch hervorragend!
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#4 ThomasAnonym
  • 22.10.2007, 21:28h
  • Also ich mag Harry Potter Bücher aber ich find daß sexuelle Orientierung und diesbezügliche Outings etc. da nicht reingehören. Es ist ein modernes Märchen und -obwohl ich schwul bin - hab ich keinen Bock irgendwelche Schwulenthematik in Märchen zu finden. Ich will träumen von Hexen, Elfen, Kobolden, Zaubereien wenn ich solche Bücher les.
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#5 tuntenpredigerAnonym
  • 23.10.2007, 01:42h
  • @bla:
    "eine positive homosexuelle figur, frei von klischees"?

    ein mann, dessen tragische veranlagung offenbar zu nichts als einer dramatischen krise führt, der anscheinend nie eine erfüllte beziehung (und vermutlich auch keinen sex) hat, der über seine homosexualität stillschweigen bewahrt bis zu seinem tod und sich in einer asexuellen identität versteckt - das ist die schwule idealbiografie, von der die katholische kirche träumt, aber kein vorbild für kinder und jugendliche.

    unter einer positiven schwulen figur stelle ich mir dann doch etwas, nun ja, irgendwie lebensfroheres vor. wie wäre es zum beispiel, wenn diese figur auch tatsächlich ein schwules leben lebt...?

    zu viel verlangt?
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#6 gerdAnonym
  • 23.10.2007, 14:33h
  • Ich finde es gut, dass die Autorin dies jetzt bekannt gegeben hat. Und ich befürwote es, wenn homosexuelle Charaktere von Autoren als Haupt- und Nebenfiguren eingebaut werden. Viel zu lange haben Autoren diesen Schritt gescheut; erst in den letzten beiden Jahrzehnten ist zunehmend eine Änderung bei internationalen Autoren diesbezüglich festzustellen.
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#7 ThommenAnonym
  • 23.10.2007, 15:36h
  • Mit dem Outing wird doch nur von der Männererotik des jungen Protagonisten abgelenkt...

    Es besteht wohl kaum ein Unterschied im Wunderglauben an irgendwelche Zauberei oder am Wunderglauben an irgendwelche Beterei....
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#8 FelixAnonym
  • 23.10.2007, 16:30h
  • Da sich gerade homosexuelle Jugendliche nach Vorbildfiguren sehnen, wäre es schön gewesen, wenn das nicht erst nach Abschluss der Reihe mündlich erwähnt wird, sondern wenn das auch in den Büchern explizit genannt worden wäre (es verlangt ja keiner einen eigenen Handlungsstrang dazu, aber zumindest explizite Nennung). Das hätte auch bei heterosexuellen Lesern sehr zur Akzeptanz beitragen können, wenn die weise Vorbildfigur der Bücher offen schwul wäre.

    Ich hätte mir ja auch gewünscht, dass es unter Harrys Freunden einen schwulen Schüler gegeben hätte und auch dies thematisiert worden wäre.

    Gerade Bücher, Filme und Musik können soviel bewirken (oft mehr als gute Worte und Politik), dass eine selbstverständliche Behandlung von Homosexualität gerade in diesen Büchern sehr gut gewesen wäre. Naja, jetzt sind sie geschrieben und es ist zu spät.... Schade....
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#9 SaschaAnonym
  • 24.10.2007, 11:19h
  • Ich finde das Vorgehen etwas unliterarisch: erst Bücher schreiben und hinterher die Figuren selbst deuten. Wenn Dumbledore schwul sein soll, warum hat sie das dann nicht reingeschrieben?
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#10 stromboliProfil
  • 24.10.2007, 12:25hberlin
  • ich dachte ,snape ist der ungeoutete und grindelwald nur eifersüchtig auf papa potter , der ja wiederum nur an mama potter denkt , woraus wiederum die erfolgreichste romanserie seit tolkins Herr der Ringe entstand .
    Hier wie dort ungeklärte verhältnisse : hat frodo sex mit sam gamschied , führt die späte heirat sam's zur trennung ? Und merry und pippin ? Oder alle asexuell wie hampi ... ?
    Fragen über fragen , schlaflose nächte ! Schafft endlich ordnung !
    Und eine unzensierte pornofassung in schrift -bild und film !
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