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Auf dem neuen Album von Mireille Mathieu finden sich Lieder von schwulen Songschreibern wie Rainer Bielfeldt oder Tobias Reitz.

Von Jan Gebauer

Frankreichs Schlager- und Chanson-Königin Mireille Mathieu ist aktuell so präsent wie selten zuvor in den letzten 20 Jahren. Neben einer Tour, die 2008 auf allen großen Bühnen der Bundesrepublik stattfinden soll, steht endlich auch wieder ein sehr gelungenes, deutschsprachiges Album in den Geschäften: "In meinem Herzen". Längst hat der Weltstar erkannt, dass die schwulen Fans ihre treuesten sind. Vielleicht vertraut die Mathieu beim Songwriting deshalb auf die Künste von schwulen Liedermachern: Rainer Bielfeldt (43) ist in der deutschen Kleinkunstszene seit vielen Jahren etabliert, spielte Programme mit Tim Fischer, Gayle Tufts und Nina Gualdi und schrieb Lieder für zahlreiche Kollegen. Für die Mathieu setzte er sich mit Pe Werner zusammen und schrieb das für die Chansonette ungewöhnliche "Was dir blüht". Hier besingt sie den Wandel von einer platonischen Freundschaft hin zu einer innigen Liebe.

Weniger im Kleinkunst- als im Schlagerfach ist Tobias Reitz (28) erfolgreich. Er hat für zahlreiche Größen wie Andrea Berg, Helene Fischer, Michael Morgan und Dana Winner geschrieben. Für die Mathieu tat er sich mit keinem Geringeren als Christian Bruhn zusammen, der als Komponist zum Schlager-Establishment in Deutschland gehört. Für die Mathieu schrieb und produzierte er in den 60er und 70er Jahren fast alles, was Madame an die Chartspitze katapultierte: "La Palome ade", "Hinter den Kulissen von Paris", "Akropolis adieu", usw. Als Ex-Mann von Katja Ebstein versorgte er auch diese großartige Frau mit vielen Hits. Auf dem aktuellen Album der Mathieu haben Reitz und Bruhn die wunderbaren Titel "Die Farben der Träume" und "Sie ist die Frau" beigesteuert. Überraschung: Bei "Sie ist die Frau" handelt es sich um eine waschechte Disco-Nummer à la Cher. Auf ihre alten Tage wird die Schlager-Ikone geradezu wagemutig.

Und sonst? Mathieus herrlich theatralischer Vibrato ist weiterhin präsent, auch wenn ihre Stimme einen dezenten rauen Einschlag bekommen hat. Sprachlich ist die Mathieu natürlich immer noch auf die hohe Kunst der Phonetik angewiesen. Entwaffnende Logik: Mon dieu, wozu Deutsch lernen, wenn die Fans die CDs trotzdem kaufen. Immerhin, die Musik klingt einigermaßen frisch und lebendig, die Texte strahlen Optimismus aus und die Mathieu ist wie immer mit vollem Einsatz dabei. Den besten Song gibt es schon am Anfang: "In meinem Herzen" ist die deutsche Version des besten Chansons der Mathieu in den letzten 20 Jahren: "Une place dans mon cœur" – eine melodische Offenbarung! Außerdem auf der Haben-Seite: es gibt kein Duett mit ihrem neuen Liebling Florian Silbereisen! Da hätte ein Titel wie "Was dir blüht" in mehrfacher Hinsicht einen anderen Sinn ergeben.

24. Oktober 2007



#1 winzel wunderAnonym
#2 MiroAnonym
#3 HansAnonym
  • 26.10.2007, 17:40h
  • Die oben genannten beiden Namen Rainer Bielfeldt und Tobias Reitz liefern die mit Abstand schlechtesten Lieder auf dem Album ab.
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#4 MartinAnonym
  • 29.10.2007, 11:21h
  • Ein gutes Album mit ein Paar wirklich tollen Liedern:

    Was dir blueht
    Sing ein Liebeslied
    Der wundervollste Mensch
    Seit ich dir gehoer...
    In meinem Herzen

    Und wieder einmal beweist die Mireille, dass sie eine grosse Kuenstlerin ist! (obwohl sie in Deutschland oft unter Wert verkauft ist...)
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