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Forscher einer US-Uni haben den Weg von HIV mit Hilfe alter Blutproben verfolgt – und räumen mit so mancher Legende auf.

Von Dennis Klein

Lange Jahre glaubte man, ein kanadischer Flugbegleiter habe den HI-Virus Anfang der 80er Jahre aus Afrika in die USA eingeschleppt – von wo aus er sich in die restliche Welt verbreiten sollte. Diese Theorie von "Patient Zero" haben Wissenschaftler der Universität von Arizona in Tucson jetzt widerlegt. Anhand von Blutproben von HIV-Patienten aus den Jahren 1982 und 1983 können sie jetzt mit 99,8-prozentiger Wahrscheinlichkeit sagen, dass der Virus bereits Ende der 60er Jahre über Haiti in die Vereinigten Staaten getragen wurde – und sich dort zirka zwölf Jahre lang unerkannt und zunächst in der heterosexuellen Bevölkerung einnistete. Erst 1981 wurde das Virus entdeckt – nachdem sich vor allem promiske Schwule durch ungeschützten Sex angesteckt hatten und erste Menschen an Aids starben.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Virus in den USA erstmals 1969 aufgetreten ist und damit viel eher, als die meisten Leute dachten", erklärte Mituator Michael Worobey von der Uni Arizona. Er und seine Kollegen haben die Daten von vier haitianischen Einwanderern, die an Aids erkrankt waren, genetisch analysiert – und diese dann mit 117 Aids-Patienten in der ganzen Welt verglichen.

Die Haitianer trugen alle dieselbe Form von HIV in sich: HIV-1, Gruppe M, Subtyp B. Diese Gruppe ist in der westlichen Welt nach wie vor vorherrschend. In Haiti gibt es aber eine größere Vielfalt an Subtyp-B-Viren – das kann ein Anzeichen dafür sein, dass das Virus dort länger Zeit hatte zu mutieren als in den USA oder Westeuropa. Die hohe HIV-Rate unter Haitianern in den USA hat bereits zuvor den Verdacht genährt, dass das Virus über diesen Umweg ins Land gelangt war – Einwanderer aus der Karibikinsel waren Anfang der 80er Jahren 27-Mal eher HIV-positiv als Durchschnittsamerikaner. Auch die Tatsache, dass sich der Virus in dieser Gruppe vor allem unter Heterosexuellen vermehrt hatte, stützte die Vermutung.

Damit ist der Ausbreitungsweg des HI-Virus in großen Teilen aufgeklärt. Der erste Mensch soll sich demnach wohl schon in den 30er Jahren in Zentralafrika angesteckt haben, als das Virus vom Schimpansen auf den Menschen übersprang. Forscher halten Kamerun als den wahrscheinlichsten Ausbruchsort (queer.de berichtete). Von dort aus verbreitete er sich erst in der lokalen Bevölkerung – wegen den noch begrenzten Kontakten mit der Außenwelt blieb er zunächst unentdeckt und auf Zentralafrika beschränkt. Haitianische Geschäftsleute sollen ihn dann in den 60er Jahren aus Zaire (dem heutigen Kongo) zurück in ihre Heimat gebracht haben – nachdem sie vor nationalistischer Gewalt fliehen mussten. Um 1966 soll das Virus so nach Haiti gekommen sein, um drei Jahre später in die USA zu wandern.

Andere Forscher halten die Erklärung für schlüssig – schließen aber an, dass auch andere HIV-Typen den Weg in die westliche Welt gefunden haben könnten. "Es ist möglich, dass HIV viele Anläufe in die Vereinigten Staaten genommen hat", erklärte Robert Garry, ein Mikrobiologe der Tulane-Universtität gegenüber "National Geographic". "Viele von ihnen haben sich wahrscheinlich nicht oder nur leicht verbreitet und sind dann ausgestorben".

Michael Worobey benützt hierfür als Parallele einen Waldbrand: "Der Wald brennt, was zu Funkenflug führt. Die meisten Funken verglühen. Aber manchmal kann ein Funke ein neues Feuer auslösen. Das haben wir in diesem Fall gesehen." Der Wissenschaftler hofft nun, aus diesen Erkenntnissen Schlüsse ziehen zu können, wie das Virus sich verändert. Denn die Mutationsfreudigkeit von HIV ist das Haupthindernis dabei, einen Impfstoff zu herzustellen.

30. Oktober 2007



13 Kommentare

#1 GeorgiosAnonym
  • 31.10.2007, 02:03h
  • Aha..waren es also doch nicht die "bösen" und "promisken" Schwulen, die mit ihrem "sündigen Lebensstil" HIV in der Gesellschaft verbreitet haben? :-) So eine Nachricht freut mich, denn es zeigt, dass die Legende vom bösen und moralisch niederen Schwulen nichts weiter als eine böse Verleumdung ist., die vor allem klerikale, aber auch extremistische Gruppen in die Welt gesetzt haben, um gegen Homosexuelle weiter hetzen zu können!
    Und an all die, die auch hier immer wieder Schwule für HIV verantwortlich machten ist nun endlich das Gegenteil bewiesen...es war dann wohl doch Hetero Sex, der dazu beitrug, dass HIV in die westliche Welt gelangte.......endluch ist es mal belegt, dass HIV eben keine Schwulenkrankheit ist, wie uns viele imer noch Glauben machen wollen.....
    Manchmal kommen auch gute Sachen aus den USA....zum Beispiel diese Studie! :-)
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#2 leftqueersAnonym
  • 31.10.2007, 07:14h
  • @georgios: Hm, wer waren denn an vorderster Front diese extremisten?

    Eigentlich könnte man jetzt sagen, so ein wenig mit sarkasmus verbunden: "wer hat`s erfunden?"

    Allerdings glaube ich nicht, das diese Studie letztenendes mit vermutungen über die herkunft endgültig aufräumen wird....
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#3 DragonWarriorAnonym
  • 31.10.2007, 09:16h
  • eigentlich ist nur neu, dass es offenbar mehr als einen weg gab, den das virus in die USA nahm.

    das sich HIV weltweit gesehen am stärksten heterosexuell verbreitet ist eh keine neuigkeit mehr.

    trotzdem bietet diese studie keinen anlass zu glauben, wir könnten uns damit vor konservativen unangreifbar machen.

    der religiösen rechten wird sehr schnell einfallen, dass offenbar viele dieser "funken" wieder erloschen sind, der funke in der schwulen community hingegen zu einem waldbrand führte... dann haben wir ähnliche diskussionen wieder am hals wie wir sie jetzt schon viel zu oft führen. darauf sollten wir vorbereitet sein.
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#4 FredAnonym
#5 HampiAnonym
  • 05.11.2007, 00:03h
  • @Georgios: Du pickst Dir aus dieser Meldung auch wieder nur diejenigen Rosinen raus, die Dir in den Kram passen, mein Süsser. Es steht im Bericht auch schwarz auf weiss, dass die Epidemie von HIV erst durch promiskuitive Schwule in den U.S.A. ausgebrochen ist. Und bestreite bitte auch nicht, dass es viele Homosexuelle gibt, die rein gar nichts von einer spiessigen heterosexuellen Sexualität halten, die im wesentlichen auf die Fortpflanzugn beschränkt ist. Natürlich gibt es auch promiskuitive Heterosexuelle, vor allem die jüngere noch nicht verheiratete Generation ohne Verantwortungspflicht, da noch ohne eigene Kinder. Stutzig macht mich die Meldung, dass das erste HIV-Virus in den 30-er Jahren des letzten Jahrunderts von einem Affen auf einen Menschen übergesprungen sein soll. Bitte?? Wie war das doch gleich mit dem Übertragungsweg? Hat damals tatsächlich ein Mensch einen Affen gefickt?? Ich glaub, mich laust der Affe!!!!
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#6 Fred BangkokAnonym
  • 05.11.2007, 01:48h
  • Liebes Hampilinchen-

    im Gegensatz zu deinem Kanton

    Affenzelle Innerer Hoden,

    werden und wurden in Zentral Afrika ,Affen gegessen

    auch roh, und nicht " bestiegen "

    somit wurde der Virus uebertragen.

    Der Virus ist bekanntlich auch auf nicht sexuellen Wege uebertragbar z.B. Blutkonsere oder Derivate aus Blut,oder Zahnbehandlung usw.

    Die kath. Priester in Rom bekamens vielleicht alle beim Zahnarzt ,nach der Behandlung ...????????

    Koennte ne Erklaerung von Oma Benedikta sein ....!!!!

    beste Gruesse aus Bangkok Fred
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#7 KonstantinEhemaliges Profil
  • 05.11.2007, 06:32h
  • Zitat Hampi: "Hat damals tatsächlich ein Mensch einen Affen gefickt?? Ich glaub, mich laust der Affe!!!!"

    @ Hampi: Du bist doch wirklich das Dümmste, was hier so rumschreibt! Halt doch bitte endlich mal deinen saublöden Rand! Es ist einfach unerträglich, was du so von dir gibst!
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#8 DragonWarriorAnonym
  • 05.11.2007, 10:29h
  • @ Hampi

    dein schweizer kanton scheint eine hirnfreie zone zu sein.
    ich habe wenig lust, dir nochmal zu erklären, wie die ausbreitungsmuster von HIV liefen (wohlgemerkt, das "alte ausbreitungsmuster afrika-usa mit patient zero wird davon nicht unrichtig, offenbar gab es aber eine zweiten weg in die USA und zwar über heteros mit der zwischenstation haiti)
    get the facts:
    - HIV hat sich in afrika zuerst heterosexuell ausgebreitet.
    - weltweit gesehen laufen die meisten infektionen heute noch über hetero-sex
    - es wurde nur deshalb bei schwulen in den usa festgestellt, weil dort erstens ein im gegensatz zum afrikanischen oder eben haitianischen gesundheitswesen hochtechnisiertes medizinsystem vorhanden war
    - und natrürlich stolperte man dann über einen gemeinsamen faktor, als es einen gab, nämlich die homosexualität der "ersten" patienten in NYC, LA und SF.
    Vermutlich ist es bei heteros nicht aufgefallen, den heterosexualität erscheint der westlichen gesellschaft immernoch als so universell, dass sie es nicht als gemeinsames merkmal in betracht zieht.

    auf den rest deines abgrundtief dummen geseieres mag ich jetzt nicht mehr eingehen.

    doch, vielleicht noch auf einen aspekt...
    ware natürlich klar, dass du bei affen gleich wieder ans ficken denkst (aber auch fred bangkok liegt folkloristisch vermutlich daneben, denn die hoden dürften (wenns überhaupt so war *schauder* aber spanier essen ja auch stierhoden) vermutlich gekocht worden sein, und damit wär HIV platt)...

    der vermutliche übertragungsweg ist viel simpler: bevor man affen essen - oder vielleicht zu jagdtrophäen verarbeiten - kann, muss man sie erstmal töten und zerlegen. das ist naturbedingt eine blutige sache. und wenn man sich dan mit blutigen messern schneidet ist eine übertragung leicht möglich...

    manchmal bin ich echt am verzweifeln, dass 25 jahre nach der entdeckung der krankheit immernoch so ein schund durchs netz geistert. ...
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#9 KonstantinEhemaliges Profil
  • 05.11.2007, 15:53h
  • Und wie wärs mal mit der offensichtlichsten Möglichkeit? Hat schon jemand daran gedacht, dass Affen eventuell auch beissen können?
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#10 DragonWarriorAnonym
  • 05.11.2007, 17:15h
  • @ konstantin

    jepp, daran hab ich durchaus gedacht, aber der übertragungsweg ist vermutlich genauso zu vernachlässigen, weil das virus auch bei affen nicht in ausreichender konzentration im speichel enthalten ist...

    manchmal kommt mir hampi allerdings vor, wie vom wilden affen gebissen... ist also aber ein anderes krankheitsbild, was da entsteht. schweizerwahnsinn!!

    und um der politischen korrektheit genüge zu tun:
    erstens: der letzte absatz war ironisch gemeint.
    zweitens: ich bin mir darüber im klaren, dass es in der schweiz wenig wilde affen gibt, die harmlose schweizer beissen könnten.
    drittens: obiger absatz lässt keine aussage über die religiöse einstellung oder sexuelle orientierung der beissenden affen, oder der gebissenen schweizer zu
    viertens: aus der tatsache dass es wenig wilde affen in der schweiz gibt - besonders in den abgelegenen kantonen, lässt sich nicht ableiten, dass die schweiz an sich kein schönes land ist, und auch nicht, dass schweizer schlecht schmecken, aff sie also nicht beissen mag... vermutlich ist es ihnen nur zu kalt.
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