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  • 06. November 2007, noch kein Kommentar

Beim Murder Mystery Dinner muss man bei 4 Gängen nicht nur den Bösewicht finden – sondern erfährt auch einiges über den Papst.

Von Dennis Klein

Wem der ARD-"Tatort" zu wenig interaktiv ist, kann sich beim Krimispiel (neudeutsch: "Murder Mystery") so richtig austoben. So manche Studentenbude hat sich mit dem Rollenspiel schon die Zeit bis zum Examen vertrieben. Die Münchener Agentur Greene Entertainment hat das Konzept verfeinert: Sie lädt in mehr als zwei Dutzend Städten in Deutschland und der Schweiz zum "Murder Mystery Dinner", bei dem während einem Vier-Gänge-Leichenschmaus nebenher ein Fall gelöst werden kann.

Queer.de hat sich das Spiel in Köln angeschaut. Gleich neben dem Hauptbahnhof im Alten Wartesaal spielt der "Da-Vinci-Tod", eine Mafia-Geschichte mit sehr zeitgenössischen Anleihen. Auch einige schwule Paare sind als Gäste bei dem Rollenspiel dabei, auch wenn sie in der echten Mafia einen eher schweren Stand haben.

Als Gast wird man zunächst von Verbotsschildern begrüßt – Handgranaten, Messer und Schusswaffen aller Art sind verboten. Der obligatorische Metall-Detektor wartet hinter der Tür. Dann wird man an den Tisch seiner Familie geführt – denn jeder Gast ist zugleich Mitglied eines Clans, deren Oberhaupt die Operndiva, die Trulla-Killerin oder auch der priesterliche Pate aus dem Vatikan sein kann. Vom Familienchef wird dann der ganze Tisch in die Handlung eingeweiht: Es gab einen Mord, und die Familie muss ihn aufklären. die Story spielt sich nebenbei ab, während ein Gang nach dem anderen serviert wird – und über dem vorzüglichen Italo-Schmaus schon mal den Fall kurz aus den Augen verlieren kann. Hin und wieder gibt es auf der kleinen Bühne eine Rede, ein Nachspiel und zwischendurch kann jede Gast die Schauspieler nach Hinweisen befragen, die stets in ihrer Rolle bleiben und sich auch das Menü schmecken lassen.

Dabei weiß niemand so recht, ob man den Verdächtigen vertrauen kann. Die plaudern aber für "La Familia" aus dem Nähkästchen – so erfährt man, dass Papst Benedikt in Rom von der Mafia noch etwas bearbeitet werden muss und auch etwas über Sexualpraktiken der Cosa Nostra – wenn man nur fragt. Natürlich sollte man die Verdächtigen nicht zu sehr ärgern, sonst muss man sich so manche Retourkutsche anhören.

Eines ist sicher – sobald der Nachtisch serviert wird, ist der Fall gelöst. Der Tisch, der die detektivisch beste Arbeit geleistet hat, erhält noch ein alkoholisches Extra – und freut sich, in der "feinen" italienischen Gesellschaft angekommen zu sein.

6. November 2007

"Der Da Vinci Tod" wird gespielt in Amberg, Bamberg, Basel, Berlin, Braunschweig, Dinklage, Hagen, Hamburg, Hannover, Hildesheim, München, Saarbrücken und Visbek.