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Köln (queer.de) - Der frühere Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat Kirchenvertreter aufgefordert, sich "etwas vorsichtiger" auszudrücken. Insbesondere ging er im "Kölner Stadtanzeiger" auf Kardinal Joachim Meisner ein. Das Kölner Kirchenoberhaupt hatte vor kurzem uneheliche Partner wie Homo-Paare als "im Kern verderblich" bezeichnet. Daraufhin nannte Trittins Parteikollege Volker Beck dem 73-jährigen Katholiken einen "Hassprediger" (queer.de berichtete). Gegen diese Aussage hat Meisner dann eine Einstweilige Verfügung erwirkt, obwohl Beck seine Wortwahl im Nachhinein bedauerte (queer.de berichtete). Trittin forderte nun als "erste Maßnahme" auf, "dass Herr Meisner seine Klage gegen Volker Beck zurückzieht."

"Es war nicht Volker Beck, der gesagt hat, es wäre Herodes gewesen, der die Kinder umbringen ließ, dann Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichteten und in unserer Zeit würden millionenfach ungeborene Kinder umgebracht", erklärte Trittin und erinnerte damit an eine umstrittene Rede Meisners aus dem Jahr 2005.

Christa Nickels gegen Beck und Roth

Kritik an Volker Beck kam hingegen von der früheren kirchenpolitischen Sprecherin der Ökofraktion, Christa Nickels: "Hassprediger und Pol Pot geht gar nicht", erklärte die 55-Jährige. Sie spielt damit auch auf eine Äußerung von Parteichefin Claudia Roth an, die bei einer N24-Diskussion um Kinderkrippenplätze den Augsburger Bischof Walter Mixa in einem Atemzug mit dem kambodschanischen Diktator genannt hatte ("Er redet von Umerziehungslagern, da fällt mir Pol Pot ein").

Nickels erklärte, dass solche Aussagen nicht mit dem Anspruch der Grünen in Einklang gebracht werden könnten, eine gewaltfreie Partei zu sein. Man müsse auch in der Sprache "abrüsten". (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

16 Kommentare

#1 trittin fanAnonym
#2 jochenAnonym
  • 09.11.2007, 21:45h
  • ich finde, der trittin hat völlig recht , wenn er den kardinal und die bischöfe auffordert sich in ihrer ausdrucksweise etwas zurückzuhalten.
    schliesslich hat der meisner angefangen zu erklären, dass homosexuelle beziehungen "verderblich" seien.

    wer so eine wortwahl benutzt, muss mit einer entsprechendenen reaktion rechnen... .. so sind halt die normalen verhaltensweisen zwischen den menschen.

    oder kurz gesagt: herr kardinal,:
    so wie man in den wald hineinruft , so schallts auch wieder raus.!

    also wundern sie sich nicht , und sein´s ned so empfindlich!
    im aussteilen warn ´s ja auch recht robust!
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#3 SvenAnonym
  • 09.11.2007, 22:34h
  • Es gibt viele gute Christen, doch das Christentum und seine Führer bleiben durch und durch schlecht.
    Wann kommen die endlich weg?
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#4 StefanAnonym
  • 10.11.2007, 10:31h
  • "In seinem Durchschnittsorgan ist der deutsche Katholizismus mies bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist"

    Heinrich Böll, Ehrenbürger von Köln
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#5 stromboliProfil
  • 10.11.2007, 12:21hberlin
  • @stefan ,
    na also ; selbst ein nobelpreisträger sagt was inhalt und sache ist ...
    ein balsam auf meine geschundene seele !
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#6 Wolf Anonym
  • 10.11.2007, 12:21h
  • Hallo Allerseits,

    im Grunde hat Trittin doch Recht: Die Kirche sollte sich aus allen staatlichen Angelegenheiten heraushalten. Der Staat und seine gewählten Abgeordneten bestimmen selbst, inwieweit sie christliches - und insbesondere katholisches - Gedankengut in ihre Arbeit und Gesetze einfliessen lassen. Das Beharren der Kirchenoberen darauf, Einfluss in unsere Politik zu nehmen ist doch nur deshalb so gross, weil sie fürchten, das Konkordat, dass in der Hauptsache die Steuereintreibung der Kirche sichert, könnte aufgehoben werden.

    Viele Kirchen müssen ihren Zehnt selber eintreiben, darüber bestimmt sich zum Teil auch ihre Lebensfähigkeit, nur u. a. Deutschland hat es wieder perfekt geregelt.

    Die CDU sollte sich auf das C in ihrem Namen besinnen, es steht für Christlich, nicht für Katholisch.
    Viele (schwule) Christen fühlen sich in der CDU nicht mehr wohl, ich bin jetzt nach über 25 Jahren Parteimitgliedschaft ausgetreten.

    Zu Meissner ist noch zu bemerken, dass er ein guter, geschulter Redner ist. Das macht einen erheblichen Unterschied zu einem Bürger, der rhetorisch nicht geschult ist. Bei geschulten Redner darf mann nicht nur auf den Inhalt oder die Passage einer Rede abstellen, sondern mann muss den Gesamtkontext der Reden sehen.

    Das hatte Beck aus meiner Einschätzung heraus getan. Verfolgt mann nämlich die Reden Meissners genau, finden sich immer wieder versteckte, verklausulierte Angriffe, die in ihrer Gesamtsicht durchaus dazu führen könnten, dass jemand, der dazu befähigt ist - nämlich ein Richter -, zu dem Ergebnis kommen könnte, dass Meissner zu Gewalt gegen ihm nicht genehme Minderheiten aufruft. Die Reden Meissners sind subtil, wie seine Ausreden. Schade, dass es nicht zu der Prüfung durch einen unabhängigen Richter kommt, weil leider niemand die Gesamtheit der Reden in einen Kontext stellt.

    Mann braucht nur die Äusserungen zum Thema "auschwitzen" und "entartet" zu nehmen, um auf dem Weg dahin zu kommen, dass Meissner sehr subtil zur Ausgrenzung von Minderheiten aufruft. Und das, obwohl doch eigentlich Jesus sich gerade mit Minderheiten beschäftigt und keine Berührungsängste hatte. Die Sprachwahl und Betonung Meissners - gerade beim "ausschwitzen" ist nicht zufällig, sie ist gewollt. Und sie ruft in jedem verständigen Menschen die Assoziation an Auschwitz hervor. In Budapest soll die Betonung denn auch Au-sschwitzen gewesen sein und nicht Aus-schwitzen. Diese Betonung hat auch den Protest hervorgerufen.

    Vielleicht ist es das auch: Meissner sollte sich wieder mit Jesus und seinen ursprünglichen Aussagen beschäftigen. Vielleicht sollte er auch besser mal seinen eigenen Laden in Ordnung bringen, obwohl die Gemeinde Riekofen nicht zu seinem Sprengel gehört. Allerdings gibt es auch Mißbrauchsfälle im Bistum Köln ... Dort ist seine seelsorgerische Hilfe gefragt, nicht im Bundes- oder Landtag. Dort sitzen gewählte Abgeordnete eines demokratisch gewählten Landes - nicht des Vatikans. Und die bestimmen selbst, wieviel katholisch gut und gewollt ist ... schliesslich gibt es noch viele andere Religionen und freigeistige Menschen in Deutschland.
    Vielleicht sollte mann den Anspruch auf "Vertretungsrang" der katholischen Kirche an den Kirchenbesuchern eines ganz normalen Wochenendes festmachen. Sehr schnell würde mann feststellen, wie klein der Anspruch geworden ist.

    In diesem Sinne - schönes Wochende.

    Wolf

    Hinweis auf einen interessanten Blogartikel:

    www.kentaurus.de/weblog/?p=16
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#7 stromboliProfil
  • 10.11.2007, 15:42hberlin
  • hinzufügen könnte man:
    Trittin soltte seine werten parteikollegen ebenfalls aufgefordern, "sich etwas vorsichtiger auszudrücken. "!
    Das würde einem die peinlichkeit der frau ekehard/göring oder den der sprachabrüstungsexpertin Nickels ersparen .

    Auf einen groben klotz , brauchts einen groben keil !
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#8 phsAnonym
  • 10.11.2007, 19:53h
  • zum Thema Kath.Kirche gibts auch etwas zu lesen:
    Der Pfaffenspiegel
    Der Hexenhammer etc.
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#9 SebiAnonym
  • 10.11.2007, 22:52h
  • Staat und Kirche gehören getrennt! Das bedeutet, dass sich die Kirchen aus der Politik raushalten sollen, aber auch, dass sich der Staat aus den Kirchen raushält. Volker Beck & Jürgen Trittin mögen ja tausendmal recht haben, trotzdem würde ich mir von unseren Volksvertretern mehr Gelassenheit wünschen. Die Kirchen haben so viel Aufmerksamkeit einfach nicht verdient ! Wir leben NICHT mehr im Mittelalter. Zurechtweisungen von Äußerungen öffentlicher Personen sind prinzipiell Aufgabe des LSVD bzw. bei Antisemitismus Aufgabe des Zentralrats der Juden.
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#10 stromboliProfil
  • 11.11.2007, 11:38hberlin
  • @sebi ., da fällt mit Georg Kreisler ein :
    Was für ein Ticker ist ein Politiker...

    Ja, die Welt ist eine Ansammlung von komischen Tieren,
    Die sich an das Leben klammern und nur selten amüsieren.
    Um gleich alle zu beschreiben fehlt die Zeit mir momentan,
    Und so führe ich nur einige als Beispiel an:

    Ja, ein Dramatiker ist ein Stückeschreiber,
    Und ein Fanatiker ist ein Übertreiber,
    Und ein Botaniker ist ein Blumengießer,
    Und ein Romantiker ist ein Frauengenießer,
    Ein Philharmoniker ist ein Staatsmusiker,
    Der Pension kriegt, wenn er nicht mehr gut gefällt -

    Aber was für Ticker ist ein Politiker,
    Woher kommt er und was will er von der Welt?
    Aber was für Ticker ist ein Politiker,
    Woher kommt er und was will er von der Welt?

    Die Amerikaner sind die Haupttouristen,
    Die Lilliputaner sind die Zwergkopisten,
    Und der Persianer ist der Abgewetzte,
    Und der Mohikaner ist der Allerletzte,
    Ein Alkoholiker ist ein Exzentriker,
    Der sich selber seines Lebensglücks beraubt -

    Aber was für Ticker ist ein Politiker,
    Ist er wirklich so von Nöten, wie er glaubt?
    Aber was für Ticker ist ein Politiker,
    Ist er wirklich so von Nöten, wie er glaubt?

    Man braucht Kesselflicker und Autobuslenker,
    Elektrotechniker und Serviettenschwenker,
    Vor Gericht braucht jeder einen Verteidiger,
    Dieser Verteidiger ist Akademiker,
    Ich bin kein Zyniker und kein Polemiker,
    Ich verehre diese Leute wirklich sehr -

    Aber was für Ticker ist ein Politiker,
    Eines Tages gibt's den sicherlich nicht mehr!
    Aber was für Ticker ist ein Politiker,
    Eines Tages gibt's den sicherlich nicht mehr!

    eine sternstunde der polit und gesellschaftsanalyse !

    www.astro.uni-bonn.de/~kilbinge/kreisler/kreisler.shtml#tick
    er
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