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Hamburg (queer.de) - Marcus Urban, ehemaliger Spieler bei Rot-Weiß Erfurt hat sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" als schwul geoutet. Der aus Erfurt stammende Spieler hat während seiner Karriere in den Neunzigern alles getan, um möglichst straight zu wirken. So ging er zum Beispiel sehr aggressiv gegen die anderen Mannschaften vor.

Lüge und Doppelleben seien in der Fußballwelt üblich. Es gäbe Scheinheiraten und Vorzeigefrauen für offizielle Anlässe. Selbst heute würde er keinem aktiven Spieler raten, sich öffentlich zu bekennen: "Die Gefahr wäre zu groß, dass der Spieler daran zerbricht."

Heute spielt der 36-Jährige beim ETSV Hamburg in einem Team, das zum schwul-lesbischen Sportverein Startschuss gehört. Ihm selbst seien drei homosexuelle Bundesliga-Profis bekannt, ob einer davon in der Nationalmannschaft spielt, wollte er nicht verraten. Aber er ist sich sicher, dass irgendwann ein Coming-out passieren wird: "Irgendwann wird sich ein aktiver Spieler zum Schwulsein bekennen. Denn man darf nicht vergessen, dass der erste Bundesligaprofi, der sich outen würde, zur Ikone und Kult-Figur in der Schwulen-Szene aufsteigen würde. Außerdem gibt es die Zusage vom DFB, der versprach, schwule Fußballer beim Coming-out zu unterstützen." (cw)



19 Kommentare

#1 wolfAnonym
  • 13.11.2007, 17:18h
  • was für eine entzückende problematik ! aber immerhin so richtiges fussballerniveau.
    mir kommen die tränen !
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#2 luke12Anonym
  • 13.11.2007, 17:18h
  • "Selbst heute würde er keinem aktiven Spieler raten, sich öffentlich zu bekennen: "Die Gefahr wäre zu groß, dass der Spieler daran zerbricht.""

    Aber weil es ja niemand versucht, damit sich andere dem Beispiel anschließen könnten, werden wir nie erfahren, ob die Fußballwelt ein Massenouting von Profis doch überleben würde. So wird es bleiben wie es ist, ein durch Homophobie durchzogener Männerklüngel.
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#3 Diz!Anonym
#4 MoniAnonym
  • 13.11.2007, 18:01h
  • Hi, bitte berichtigen. Er spielt beim Startschuss nicht beim Eisenbahnverein (nur dort auf dem Platz). Das Interview in der Welt ist da dort nicht korrekt.

    Moni
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#5 wolfAnonym
  • 14.11.2007, 08:37h
  • @ diz
    findest du nicht auch, das aufklärung an schulen, auch im sport, wichtiger wäre, als die rödelige comingout problematik 36 jähriger lackel, die eigentlich als "erwachsene" männer längst mit sich selbst hätten klar kommen müssen.
    gerade wenn man in einem homophoben umfeld lebt, ist man gezwungen früh einen standpunkt zu beziehen !
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#6 MichaProfil
  • 14.11.2007, 11:41hMünchen
  • @wolf
    Deine Äußerungen finde ich ziemlich anmaßend, überheblich und herabwürdigend. Hast du den Artikel eigentlich komplett gelesen? Und wenn ja, verstehe ich nicht, dass du kein Verständnis für Marcus Urban aufbringen kannst. Marcus Urban hat doch beschrieben, welche Konsequenzen ein Outing mit sich zieht: "Jeder schwule Spieler hat Angst vor Beschimpfungen und aus dem Verein entlassen zu werden. Die Karriere wäre wahrscheinlich vorbei und damit alles, worauf man sein Leben aufgebaut hat." Anscheinend lebst du in einem völlig homofreundlichen Umfeld und dir ist noch nie psychische oder physische homofeindliche Gewalt entgegengeschlagen.
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#7 MichaProfil
  • 14.11.2007, 11:50hMünchen
  • Die Outing-Geschichte in der "Welt am Sonntag " ist nicht neu. Marcus Urban hat sich bereits am 21.6. gegenüber der "Zeit" geoutet.
    Der Zeit-Artikel "Schwulsein heute - ganz normal?" ist übrigens ausgesprochen lesenswert:

    www.zeit.de/2007/26/Homosexuelle

    Marcus Urban hat übrigens nicht bei Rot-Weiß Essen gespielt, sondern bei Rot-Weiß Erfurt. Bitte korrigieren!
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#8 ThomasAnonym
  • 14.11.2007, 14:39h
  • Ist ja schön und gut! Aber wird da nicht etwas grandios verwechselt? Profi Spieler ist nicht gleich Profi Spieler. Marcus Urban ist somit nicht der erste Profi, auch nicht weltweit, der sich outet. Viele kennen sicher noch den Namen von Justin Fashanu, dem tragischen und wirklich bekannten farbigen Spieler aus Groß Britannien, der sich zu seiner Homosexualität bekannte, der erste weltweit und den es das Leben kostete. Oder der Deutsche Heinz Bonn, der sogar eine Saison beim HSV gespielt hat, nach dessen Tod auch seine Homosexualität bekannt wurde. Ist hier nicht die Frage, ob es einen Unterschied macht, ob sich ehemalige Profis oder aktive melden und ob es 1. oder 2. Liga ist? Außerdem würde ich gerne wissen, wo er außer Rot-Weiß gespielt hat? Irgendwie habe ich bei Wikipedia keinen Eintrag gefunden. Bitte verzeiht mir, aber ich kenne mich mit Fußball nicht besonders aus.

    In diesem Sinne
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#9 luke12Anonym
  • 14.11.2007, 19:16h
  • @ Thomas

    Da du dich im Fußball nicht auskennst, gebe ich dir mal einen kleinen Einblick:

    Was Gewalt betrifft, egal gegen wen, da stehen viele sogenannte Fans der meisten Fußballclubs aller Klassen, von Kreisklasse bis Bundesliga, leider auf der gleichen Stufe. Manchmal sind Gewaltexzesse, die offen ausgetragen werden in den untersten Klassen sogar sehr viel wahrscheinlicher als in den hohen Klassen, wo die Polizeipräsenz oft schlimmeres verhindert.

    Die Problematik des Einzel-Outings eines aktiven Spieler in der ersten und zweiten Liga sehe ich sehr problematisch. Er dürfte die längste Zeit ein aktiver gewesen sein, mal ganz abgesehen von den Reaktionen der Fans, die sich in ihrer ganzen Wucht an diesem Spieler entladen wird. Es wird nur unter vorgehaltener Hand über "diese Jungs" gesprochen. Und dann kommen gleich die Witze mit der Seife in der Dusche und so weiter. Die Tarnung aktiver Spieler ist perfekt, nicht nur im Fußball, auch in anderen Sportarten (weiß ich aus eigener Erfahrung). Nicht mal die Team-Kollegen ahnen etwas.

    Der Weg um etwas in dieser Macho-Männer-Welt zu bewegen kann nur darin liegen, wenn sich mehrere schwule, aktive Spieler gemeinsam outen. Aber dazu wird es nicht kommen, weil jeder um seine Existenz fürchten muss, also wer kann es ihnen verübeln?
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#10 BjörnAnonym
  • 15.11.2007, 05:30h
  • Manche Mädels scheinen - offenbar in einer rosaroten Rosenberg-Rosenstolz-Welt lebend - nicht zu ahnen, welche Rolle Fußball in unserer Gesellschaft spielt. Insbesondere für heterosexuelle Männer. Mehr offen Schwule könnten da auf Dauer wirklich ein Umdenken bewirken. Andererseits würde auch ich keinem Aktiven zu einem Coming out raten. Daß so wenige Ex-Profis, deren Karriere ja in der Regel mit Anfang/Mitte dreißig altersbedingt geendet hat, sich bekennen, zeigt wiederum: So viele schwule Fußballer, die gut genug sind für die erste oder zweite Liga, scheint es einfach nicht zu geben. Wer da auf "Massenoutings" hofft, mit dem geht also wohl wieder mal das schwule Wunschdenken durch.
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