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  • 22. November 2007, noch kein Kommentar

Eine Sammlung von Klassikern für den Gabentisch. Mit dabei: Yvonne Catterfeld, Curtis Stigers und Chris Botti.

Von Jan Gebauer

Auch ein Jazzer braucht ein Weihnachtsalbum in seinem Katalog, das wusste schon Louis Armstrong, der berühmteste Jazz-Trompeter aller Zeiten. Till Brönner, ebenfalls Jazz-Trompeter und diesbezüglich aktuell der mit Abstand erfolgreichste in Deutschland, hat sein "Christmas Album" erst kürzlich veröffentlicht. Darauf enthalten, die übliche Sammlung von berühmten Klassikern wie "Silent Night" und "White Christmas" (Brönner singt selbst, sollte er lieber lassen), Songs, die für weniger bewanderte Ohren irgendwie auch weihnachtlich klingen (z.B. "Moon River" von Henry Mancini bzw. Andy Williams) und den überstrapazierten wie (un)umstrittenen Wham-Evergreen "Last Christmas". Ob ein Remake dieses Liedes unbedingt nötig ist (hat doch Roberto Blanco bereits die "ultimative Version" abgeliefert), steht auf einem anderen Blatt. Wer sich daran stört, dürfte wahrscheinlich auch keinen Gefallen an "Better Than Christmas" finden, denn hier zwitschert keine Geringere als Yvonne Catterfeld. Was kaum einer weiß: Die Erfurterin nahm einst zwei Jahre Unterricht in Jazz- und Popularmusik an der Musikhochschule Leipzig.

Für "Christmas Is Never" holte sich Brönner den überragenden Sänger und Saxophonisten Curtis Stigers (1991/2 Welthit mit "I Wonder Why") ins Studio, der mittlerweile ebenfalls als ernsthafter Jazzer unterwegs ist. Chris Botti und Dominic Miller wurden für "Notes On Snow" verpflichtet und "Nature Boy" wird durch Kim Sanders und Don Grusin (jüngerer Bruder von Oscar- und Grammy-Gewinner Dave Grusin) veredelt. Für "Winter Wonderland" hat Brönner sogar Stevie Woods ausgekramt, der Anfang der 80er Jahre ein paar Hits in den USA hatte – Soulpop à la Lionel Richie – und später einige Platten für den deutschen Markt aufnahm, als ihn die Amerikaner nicht mehr wollten. Danach sang er u.a. in Musicals ("Starlight Express", Bochum). Alles in allem ist "The Christmas Album" eine schöne leichte Angelegenheit, die mehr mit Easy Listening als Jazz zu tun hat – aber damit hat Herr Brönner ja ohnehin kein Problem!

21. November 2007