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Ralf Königs neuer Comic "Hempels Sofa" kommt ziemlich hetero daher – gelungen ist er trotzdem.

Von Carsten Weidemann

Ralf Königs neuer Comic irritiert in vielerlei Hinsicht. Zum einen hat der Inhalt des gezeichneten Romans sehr wenig mit dem Ankündigungstext des Verlages zu tun. Zum anderen wird erst auf Seite 90 zum ersten Mal gevögelt.

Die erste Irritation ist schnell erklärt. Die von Rowohlt angekündigten Liebesabenteuer in einer Drei-Generationen-Familie waren Ralf Königs ursprüngliche Idee bei Vertragsabschluss für das Buch. Doch beim Zeichnen ist die Story dann einfach in eine komplett andere Richtung gegangen. An die Vorgabe des Großverlags, bitte möglichst jugendfreie Geschichten zu erzählen, hat sich König dagegen gehalten. Was die 90 ersten geschlechtsverkehrfreien Seiten erklärt…

Überhaupt kommt "Hempels Sofa" recht heterosexuell daher: Die verkopfte und gechiedene Psychotherapeutin Silke Hempel verknallt sich in der Geschichte in den notgeilen Jungbauern Martin, bekommt das mit der Liebe und dem Sex aber nicht auf die Reihe.

Gottseidank bekommt Frau Doktor Hilfe von ihrer schwulen Bürokraft Bert, der sie schließlich geschickt verkuppelt. In Ralf Königs 25-jähriger Comicgeschichte kommt es so auch zum allerersten Knollennasen-Cunnilingus.

"Vollziehen Sie mit ‚Hempels Sofa‘ eine sanfte Abkehr von Themen der Homosexualität?", fragte denn auch schon die Neue Zürcher Zeitung den Comicautor in einem Interview. Ralf Königs Anrwort: "Genau, nach 25 Jahren hab ich zu jeder schwulen Marotte etwa dreißig Comics gezeichnet- Ich sehe mich ja im Leben auch nicht auf einer schwulen Insel und mag mich auch in meinen Inhalten nicht mehr nur darauf beschränken."

Doch keine Angst: "Hempels Sofa" ist trotz der Hetero-Haupthandlung ein echter Ralf König mit ironischen und urkomischen Seitenhieben auf die Absurditäten des Alltags. Schwule Inhalte kommen nicht zu kurz: Genial ist etwa seine Erfindung eines Brokeback-Mountain-Musicals mit singenden Schafen. Jungbauer Martin erinnert zudem nicht zufällig an den legendären Bauarbeiter Ramon. Und den meisten Sex im Buch hat nicht das Heteropaar, sondern der schwule Bert mit seinen wechselnden Lovern.

Ralf König: Hempels Sofa, Rowohlt Taschenbuch, 160 Seiten, 9,95€

25. November 2007



25 Kommentare

#1 SaschaAnonym
  • 25.11.2007, 19:07h
  • Tja, das ist wohl der allgemeine gesellschaftliche Trend:

    Statt homosexuellem Selbstbewusstsein und unabhängiger Darstellung homosexueller Identität kreist alles wieder nur um die heterosexuelle "Norm", und Schwule werden allenfalls als Berater und (Mit-) Reproduzenten eben dieser aggressiven Heteronormativität geduldet (und sehen sich offenbar - wie der "neue" Ralf König - auch selbst so).

    Wann endlich wird Homosexualität wenigstens von "uns" als so vollständig gleichwertig vorgelebt, wie sie von Natur aus eigentlich ist und in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft auch zu sein hat???

    Solange Homosexuelle selbst meinen, sich vor der Mehrheitsgesellschaft anbiedern und jedem dummen gesellschaftlichen Klischee entsprechen zu müssen, brauchen wir uns über die Rückschritte in punkto sexueller Selbstbestimmung der letzten Jahre - gerade bei jungen Menschen - wahrlich nicht zu wundern!
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#2 LeftqueersAnonym
  • 25.11.2007, 21:58h
  • @Sascha: Solange es noch Homos gibt, die sich der allgemeinen hysterie vom bösen Ausländer anschließen, die BILD lesen, die die CDU/CSU oder andere Rechte/Neofeudale Parteien wählen, solange werden es auch die Homos nicht kapieren, sich selbst zu aktzeptieren.

    Aber Ralf König nimmt wenigstens auch hin und wieder Schwule Klischees, die von vielen Schwulen gelebt werden, auf die Schippe.

    Glaub mir, nicht nur der heterosexuelle Staatsanwalt aus dem Thüringer Eichsfeld, der die Ralf-König-Comics als "Jugendgefährdernd" einstufen lassen wollte(Damit aber scheiterte), mag diese KnollennasenComix nicht, es gibt auch reichlich Schwule, die beim Anblick dieser Comix in wahre Wutanfälle verfallen....
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#3 FredAnonym
  • 25.11.2007, 23:10h
  • ""die BILD lesen, die die CDU/CSU oder andere Rechte/Neofeudale Parteien wählen, solange werden es auch die Homos nicht kapieren, sich selbst zu aktzeptieren.""""

    solange es schwule gibt die die junge welt lesen und indymedia als seriös einstufen und die sed mauerschützen partei und hams freunde wählen oder andere faschistische parteien aus dem linken rand und eine totalitäre faschistische religion hofieren,solange werden es die homos nicht kapieren sich selbst zu akzeptieren.^^

    wollte mal dein niveau aufgreifen, leider ist dein niveau so schlecht, dass ich es kaum toppen kann.

    bildung hilft!
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#4 HampiAnonym
  • 26.11.2007, 01:43h
  • @sascha: Schreib doch nicht solchen Bockmist wie "Homosexualität von der Natur her gleichwertig wie Heterosexualität", bäh! Kannst Du als Homo durch homosexuellen Geschlechtsverkehr Kinder zeugen?
    Die Natur ist nun wohl das Letzte was als Vergleich hergezogen werden kann. Es mag sein, dass in der Natur auch bei Tieren Homosexualität vorkommt, aber selbst diese Tiere werden sich so kaum fortpflanzen können und würden als Art aussterben, wenn es nicht auch heterosexuelle Tiere jeder Spezies geben würde!
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#5 leftqueersAnonym
#6 leftqueersAnonym
#7 FredAnonym
  • 26.11.2007, 10:04h
  • "P.S.: Ab 1.1.08 gilt JEDER Bürger hierzulande als potenzieller Terrorist/Krimineller"

    ja, sieht man an dir, du bist das beste beispiel, wie sinnvoll eine überwachung ist.
    in der hoffnung,dass alle extremisten überwacht werden.

    eigentlich war ich ja immer skeptisch gegen schäubles pläne.

    aber wenn man dich fanatiker liest, dann muß man ja zwangsläufig sympathie für die neuen gesetze bekommen.
    nicht auszudenken, wenn leute wie du, sich frei bewegen können ohne beobachtet zu werden.

    aber was hat das hier eigentlich mit dem thema zu tun.

    hier geht es um ein comic und du bringst kriegeinsätze mit ins spiel und überwachung.

    antifa ist watching you^^
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#8 SamuelAnonym
  • 26.11.2007, 12:56h
  • Sagt mal Sascha und leftqueers wie ertragt Ihr eigentlich das Leben? Ständig am rumnörgeln über die bösen Heteros und die grausame Heteronormativität. Wie arrogant muss man eigentlich sein um tatsächlich Eure Meinung zu vertreten, nur schwules Leben wie Ihr es definiert macht wahres homosexuelles Selbstbewusstsein aus. Tolles totalitäres Denken habt Ihr. Aber wenn es Euch Spaß macht...
    So und jetzt geh ich mit meinem besten Hetero-Freund einen Kaffee trinken und mich somit der heteronormativen Mehrheitsgesellschaft anbiedern. Mal sehen. Vielleicht gehen wir sogar außerhalb der Schwulengettos weg. Und vielleicht trinke ich sogar Kaffee der in schwulen Kreisen out ist. Huuch. Hoffentlich erwischt mich die Rosa Nostra nicht.
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#9 seb1983
  • 26.11.2007, 13:23h
  • @Samuel

    Ich würde mir um die beiden keine Sorge machen, lefti wird es in ein paar Jahren vermutlich nicht mehr in der "sogenannten BRD" aushalten und sich in Nordkorea ein sozialistisches Wunderland mit himmelblauen Trabi aufbauen und den lieben Kim Yong Il oder wie er heißt mit alten Stasi-Spitzel-Methoden unterstützen.

    Für Saschi sieht es nicht gut aus, entweder wird er sich in Brasilien von jungen Lustjungen umsorgen lassen, der starke Euro machts möglich, oder es wird tragisch. Falls sein schwuler Bäcker oder Friseur zumacht wird ihn sein Hass auf die pöse pöse Gesellschaft zerfressen und in ein paar Jahren hat er Magengeschwüre die noch viel viel pöser sind als die Gesellschaft. Wenn dann auch noch großbusige Krankenschwestern zur Pflege anrücken, in Ermangelung schwuler Pflegedienste, dann befürchte ich das Schlimmste.

    So ich werde jetzt mal mit einem schwulen Bekannten Kaffee trinken gehen, übrigens kennengelernt im Baumarkt und handwerklich sehr begabt ;-))
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#10 RalfKönigAnonym
  • 27.11.2007, 09:42h
  • @sascha
    *Seufz* Ich weiss, es sollte mir zu doof sein, überhaupt in so eine 'Diskussion'
    einzusteigen, aber da auch ich gelegentlich einen Blick auf Queer-de werfe,
    hab ich Dein Geschreibsel gelesen und kann nur sagen: Ich zeichne seit äh...
    1979, also auch durch Zeiten hindurch, als das Thema keineswegs
    selbstverständlich war, am laufenden Meter nach Innen und Aussen
    ausschliesslich schwul engagierte Comics,- eben weil ich schwul bin und
    was anderes nie zur Debatte stand. Diese Bücher können gefallen oder nicht,
    darum gehts nicht.
    Aber mir - wahrscheinlich ungelesen - vorzuwerfen, ich bediene mit 'Hempels
    Sofa' nun eine angeblich derzeit neu angesagte Hetero-Norm (hä?) nur weil
    da m a l ein Hetenpärchen, m a l eine Frau im Focus und der schwule Aspekt
    etwas (!) im Hintergrund steht (zumal ohne den Schwulen in der Story gar
    nichts geht, weil die Heten es nicht wirklich von allein auf die Reihe kriegen),
    also dieser Vorwurf ist so lähmend engstirnig und schwulettendumm, (und so
    verschnarcht, denn schon beim 'Bewegten Mann' tönte es 1987 genauso so:
    "Jetzt macht er für Heteros!") dass ich mich von solchen Äusserungen nur
    bestärkt fühle, gegenüber dieser beschränkten und selbstgefälligen Homo-
    Spezies die Knollennase zu rümpfen und weiter über den
    regenbogenfarbenen Tellerrand zu gucken. Mag sein, dass sich 'da
    draussen' gesellschaftlich einiges getan hat im Bezug auf Toleranz, innerhalb
    gewisser Teile der Szenerie bleibt offensichtlich von Generation zu
    Generation alles wie es war: Ein bisschen die beleidigte Prinzessin geben,
    ein bisschen auf Drama-Queen machen, ein bisschen angepisst sein über
    die bösen, homofeindlichen Strömungen da draussen, aber immer schön
    gemütlich und sicher aus dem Schrank heraus. Man möchte den berühmten
    Praunheim-Satz wie Bart Simpson an die Schultafel schreiben: "Schwulsein
    ist nicht abendfüllend! Schwulsein ist nicht abendfüllend! Schwulsein ist nicht
    abendfüllend, Schwulsein ist nicht..."
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