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Noch keine Geschenke? CDs gehen immer! Aktuell haben die Ladys die Nase vorn. Wir stellen neue Highlights vor.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Der Winter, grob gesagt die Monate November und Dezember, ist für CD-Sammler im Grunde ein echter Albtraum – zumindest aus finanzieller Sicht. Superstars warten das ganze Jahr darauf, sich gegenseitig die millionenteuren Produktionen um die Ohren zu hauen, Pausierer lassen ihre Plattenfirmen üppig bestückte "Best-ofs" zusammenstellen und für echte Freaks gibt es "Xmas-Editions", Sonder-Ausgaben und anderen Schnickschnack. Im hart umkämpften Weihnachtsgeschäft 2007 haben aktuell vor allen Dingen die Frauen die Nase vorn: Kylie Minogue, Céline Dion, Alicia Keys, Annie Lennox, Britney Spears, Reba McEntire, Olivia Newton-John usw. haben alle neue Scheiben auf den Markt gebracht. Wir stellen noch einmal ein paar Highlights vor, die unter dem Weihnachtsbaum auf keinen Fall fehlen sollten:

Britney Spears – "Blackout"

Britney Spears hat zwar mehr mit Verhandlungen zum Thema Sorgerecht vor Gericht zu tun, etwas Zeit für ein straff produziertes Dance-Album blieb aber noch. Schnell wird beim Anhören klar: Spears’ Musik steht (meistens) und fällt (selten) mit den Künsten ihrer Produzenten, wobei sie das letzte Wort als "Executive Producer" hatte. Ihr Gesang ist nicht der Rede wert, an den Songs hat sie ohnehin nur in zwei Fällen mitgeschrieben und die Soundspielereien haben angesagte Cracks wie Nate Hills, Avant, Bloodshy oder Sean Garrett verantwortet. Egal, die Scheibe geht ab wie Schmitz’ Katze, darf zu den absoluten Highlights 2007 und als Spears’ bestes Album gewertet werden. Tipps zum Anspielen: "Gimme More", "Heaven On Earth","Hot As Ice", und "Piece Of Me".

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Kylie Minogue – "X"

Madonna lässt sich noch ein paar Monate Zeit, da muss wenigstens Kylie Minogue der Spears Paroli bieten. Gerade noch rechtzeitig vor der Weihnachtszeit steht "X", Kylies zehntes Studio-Album und ihr erstes nach der schweren Krebserkrankung, in den Geschäften. Und das Werk klingt als wäre die Zeit "spurlos" an ihr vorbei gegangen: Knallige Dance-Perlen wechseln sich mit süßem Kitsch-Pop ab, die Melodien gehen ins Ohr und bleiben dort. Exzellent: Die erste Single "2 Hearts" die einen mit seinem "Uhuh" (im positiven Sinne) wahnsinnig macht, sexy und originell der Serge-Gainsbourg-Sample aus "Bonnie and Clyde" in "Sensitized". Herausragendes Highlight, die bittersüße Pop-Hymne "The One": geschmeidig, melodisch und toll produziert. Madonna setzt sicher mehr Akzente und Trends, Kylie bleibt sich aber treu und funkelt trotzdem am Pop-Firmament wie kaum ein anderer Stern.

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Annett Louisan – "Das optimale Leben" (Live Edition: DVD, Tour Edition: CD/DVD)

Passend zur Tour, die am 27. November startet, erscheint eine neue Live-DVD und eine Kombination aus DVD und CD, für alle, die das wunderbare Album "Das optimale Leben" noch nicht im Schrank stehen haben. Die CD enthält dann gleich drei Bonus-Tracks, die bislang unveröffentlicht waren. Wo sieht sich die Sängerin eigentlich selbst im CD-Regal? Wir haben nachgefragt: "Schwierige Frage, die ich gar nicht beantworten kann. Meine Alben stehen bei mir in der deutschsprachigen Ecke. Da habe ich keine Unterteilungen gemacht. Es gibt aber einen ganzen Stapel CDs, die nie eingeordnet werden in ihre Kategorien, neben der Anlage, weil ich sie häufiger höre. Da will ich hin! Im Autoplayer fühle ich mich auch ganz wohl", verriet die Sängerin lachend.

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Alicia Keys – "As I Am"

Für die R&B-Welt ist Alicia Keys ein echter Segen: Feinfühlig knüpft die Sängerin, Songschreiberin und Pianistin dort an wo sie bei "The Diary of Alicia Keys" (2003) aufgehörte. Eindringliche, moderne Soul-Balladen, hier und da eine leichte Rock-Betonung, insgesamt eher die alte, klassische R&B-Schule. Immer wieder herausragend, die leicht rauchige Stimme von Keys. In den USA schlug die Scheibe bombastisch ein: Auf Anhieb Platz eins der Charts (neben Spears ist Keys nun die einzige Sängerin, die mit ihren ersten vier Alben auf Platz eins landete) und sehr gute Kritiken von Fachblättern wie dem "Rolling Stone", "New York Times" und "People". Highlights: "Lessons Learned" (& John Mayer), die aktuelle Single "No One" und die Linda-Perry-Kooperation "The Thing About Love".

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Anne Murray – "Duets"

Vor 100 Jahren erschienen Anne Murrays Alben auch mal in Deutschland, okay, sagen wir vor 20 – da arbeitete sie für eine LP sogar mal mit Jack White zusammen. Weiß heute keiner mehr, ebenso wenig, dass die Murray lange vor Céline, Shania und Alanis die erfolgreichste kanadische Sängerin war – die erste mit Millionenhits in den USA. Familie ging bei ihr immer vor, darum kam sie auch so gut wie nie nach Europa. Bislang nur in Kanada ist "Duets" erschienen, eine Sammlung von neu aufgenommenen Hits der Sängerin. Der Clou: Für alle Klassiker der Country- und Pop-Lady fanden sich hochkarätige Gaststars ein. Die Murray pfiff, Olivia Newton-John, Céline Dion, Sarah Brightman, Martina McBride, Vorzeige-Lesbe k.d. lang und sogar die erfolgreichste Sängerin 2007, Nelly Furtado, standen stramm am Mikrofon. Heraus kam wunderbare, zeitlose Musik einer immer noch bemerkenswerten Stimme. Die CD kann aktuell ohne große Probleme über die Zweitanbieter bei Amazon bezogen werden.

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Reba McEntire – "Duets"

Neben Dolly Parton dürfte Reba McEntire die erfolgreichste Country-Sängerin der USA sein. Unzählige Nummer-eins-Hits gehen auf ihr Konto (oder genau 23), 40 Millionen Alben verkaufte sie alleine in den USA. Wie ihre Kollegin Anne Murray veröffentlichte auch Reba, wie sie seit einigen Jahren (à la Madonna und Cher) nur noch genannt wird, ein "Duets"-Album. Auch hier geben sich viele große Stars die Ehre: Mit Kelly Clarkson singt sie deren ergreifende Ballade "Because of You" neu ein (Riesenhit in den Country-Charts), Justin Timberlake ist auf der aktuellen Single "The Only Promise That Remains" zu hören. Außerdem u.a. dabei: LeAnn Rimes, Trisha Yearwood und Faith Hill. Kein Wunder, dass Reba mit "Duets" das erste Mal in ihrer über 30-jährigen Karriere auf Platz der US-Pop-Charts landete (Country sowieso).

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LeAnn Rimes – "Family"

Sie war schon ein paar Jahre vor Britney Spears die Teen-Sensation in den USA. 1996 gewann sie den Grammy als beste neue Künstlerin des Jahres und mischte in den folgenden Jahren mit Superhits wie "How Do I Live" (1997) und "Can’t Fight The Moonlight" (1999) auch Europa auf. Ob Country oder Pop, Rimes wurde vor allen Dingen wegen ihrer großartigen Stimme geschätzt. In den USA ist sie nach wie vor erfolgreich, in Europa hat das Interesse nachgelassen. Erst im letzten Jahr floppte das für den europäischen Markt produzierte Album "Whatever We Wanna". Die neue CD "Family" hat in den USA auf Anhieb Platz vier erreicht – in Europa gibt es kaum Promotion. Dabei stimmt die Mischung. Schon der Opener "Family" überzeugt mit knalliger Rocklinie. Ähnlich eingängig und hörenswert sind "Good Friend and a Glass of Wine" und die beiden Bombastschnulzen "Till We Ain’t Strangers Anymore" im Duett mit Jon Bon Jovi und "When You Love Someone Like That" zusammen mit Country-Kollegin Reba McEntire. Vielleicht ist der Sound zu amerikanisch, um das europäische Publikum zu begeistern – ihre Stimme ist allerdings ausdrucksstark wie eh und je.

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Alison Moyet – "The Turn"

Das neue Werk der ehemaligen Sängerin von Yazoo ("Don’t Go", "Only You") wurde ohne viel Promotion veröffentlicht und erreichte in Großbritannien nur einen äußerst bescheidenen Platz 21. Die großen Hit-Zeiten liegen ja auch schon ein paar Jahre hinter der 46-jährigen Sängerin (Solo-Hits: "All Cried Out", "For You Only", "Is This Love"). Zuletzt überzeugte sie mit dem edlen Balladen-Album "Voice" (2004), ähnlich schön geht es auf "The Turn" weiter. Die zerbrechliche Ballade "World Without End" erinnert an Dusty Springfields beste Momente, "Home" entführt ins Kabarett, bei "The Man In The Wings" nimmt Moyets immer noch großartige Stimme von der ersten Note an gefangen. Einzig der Rockausflug bei "It’s Not The Thing Henry" wirkt etwas bemüht. Ein zu Unrecht übersehenes Album!

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Olivia Newton-John – "Christmas Wish"

Okay, an diese Scheibe kommt man nicht einfach heran: Olivia Newton-John, einst Teenie-Star und Homo-Ikone, hat ein neues Weihnachtsalbum exklusiv in ausgewählten Geschäften in den USA, Australien und Kanada veröffentlicht. Dem Internet sei dank, kann man Exemplare bei Amazon und Ebay ergattern – zu horrenden Preisen. Lohnt sich der Kauf? Als Fan sicher, denn die liebliche Stimme zwitschert wie eh und je, auch wenn hier und da eine rauere Note dazugekommen ist. Egal, die Frau ist ja auch keine 20 mehr. "Livvy", wie sie von ihren Fans genannt wird, präsentiert neben Klassikern auch Neukomponiertes. Dazwischen gibt es, getreu dem Stil ihres letzten Albums "Grace & Gratitude" (2006) esoterisch angehauchte Instrumentals (klimper, klimper: Jim Brickman). Als singende Gäste sind u.a. Jon Secada, Jann Arden und Michael McDonald dabei.

Das Album trieft und kitscht an allen Ecken und man muss arg aufpassen, dass man nicht auf der Schmalzspur ausrutscht, aber genau das braucht man ja zu Weihnachten. Der Höhepunkt des Kitsches ist bei "Silent Night" erreicht, jenes Duett mit Jann Arden, die man kaum hört. Livvy lässt sich nicht davon abhalten, Teile des Evergreens in ziemlich schauderhaftem Französisch und Spanisch zu singen. Als Fan ein absolutes Highlight, vorausgesetzt man nimmt das Ganze auch mit ein wenig Humor. Ein Rätsel bleibt allerdings, und dass werde ich nicht müde zu hinterfragen, welcher Botox-Unfall ihr Gesicht entstellt hat. Gibt es keine Spiegel in ihrem Haus? Und wer retuschiert dann so arg am Coverfoto herum, dass man die sie kaum noch wieder erkennt? Fragen über Fragen. In diesem Sinne: "Pa rum pum pum pum"!

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27. November 2007



#1 mattyAnonym
  • 28.11.2007, 13:04h
  • Toller Artikel, danke.
    Da kennt sich jemand wirklich aus - erfrischend im ganzen Rezensions-Einheitsbrei. :-)
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#2 Kay BohlenAnonym
  • 01.12.2007, 12:30h
  • Zunächst einmal: merkwürdig; hier wird die CD von Anne Murray besprochen, wo sie doch noch gar nicht in dt. Landen angekommen ist. Da war aber jemand sehr schnell....? Olivia's CD war gar nicht so teuer, wie es scheint (11 US$ sind in € ein Spottpreis!) und sie ist musikalisch anspruchsvoller, als der Rezensent behauptet. Übrigens hätte er merken müssen, dass "Little drummer boy" und "The first Noel" nicht gesungen sind (nur instrumentale Interludes), wenn er differenziert hingehört hätte. Ach ja, und das leidige Thema des gay-beliebten Botox: Jedes Plattencover wird retuschiert. Bei Cher kräht auch kein Hahn danach, weshalb ihr Hintern schon unter den Augen hängt. ONJ schafft ihre Töne noch ziemlich gut und "Christmas Wish" ist m.E. eher ein zeitgenössisches Popalbum, als eine Xmas-Schmalzette. Schade, dass erfahrere Kritiker sich auf Äußerlichkeiten konzentrieren....
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#3 PrinzProfil
  • 15.08.2008, 02:05hNürnberg
  • Zwar ist der Artikel schon älter. aber ich habe mit das "Blackout" album von Brintey gekauft und es ist wircklich fantastisch! Mein Tipp!
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